AckerbĂŒrger Je nach der GrĂ¶ĂŸe ihrer Höfe und dem Umfang der sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten wurden die Bauern klassifiziert als

Seit Beginn der Neuzeit entstanden in den Dörfern neue Hausstellen onne Landbesitz und Nutzungsrechte. Ältere Neuansiedler wurden

  • Brinksitzer genannt, die jĂŒngeren hießen
  • Anbauer
  • HĂ€uslinge waren lĂ€ndliche Mieter ohne jeglichen Grundbesitz; sie waren als Knechte oder Handwerker tĂ€tig.

Siehe auch “Bauernhöfe”

Allmende , mittelhochdeutsch: „das allgemeine Land", ging aus dem Gemeineigentum der germanischen Siedlungsgemeinschaft hervor und bestand aus Weide, Ödland, Wald, bisweilen auch Weinbergen. Diese FlĂ€chen wurden nach genauen rechtlichen Regeln genutzt, die sich allerdings erst in frĂ€nkischer Zeit herausbildeten.-

    Allmende Eilum, Verein fĂŒr Ökologie und  Landwirtschaft e.V. Der Verein wurde 1992 von der Hofgemeinschaft Lindenhof und weiteren Interessierten gegrĂŒndet. Er ist in das Vereinsregister WolfenbĂŒttel eingetragen und vom Finanzamt als gemeinnĂŒtzig anerkannt.  Allmende e.V. organisiert und koordiniert Naturschutz- und Pflegemaßnahmen. Dazu gehören das Pflanzen und die Pflege von Feldhecken, das Einrichten von Biotopen und RĂŒckzugsgebieten fĂŒr Pflanzen und Tiere, das Anbringen von Nist- und BrutkĂ€sten fĂŒr Vögel und Insekten und vieles mehr. Beliebt sind die jĂ€hrlich stattfindenden KrĂ€uterwanderungen mit Rezepten und Anekdoten!die “Wiege Preußens”, war das Bollwerk gegen die Wenden und Slawen, Heinrich der BĂ€r setzt im 10. Jahrhundert von hier aus die Kolonisierung der Mark Brandenburg durch. Zu dieser Zeit entstehen Burgen, erste Siedlungen und befestigte StĂ€dte. In Havelberg, Gardelegen, Salzwedel und TangermĂŒnde ist die Geschichte noch heute zum Greifen nah.

Geopark-Zentrum KönigslutterAmmoniten oder “Ammonshörner” sind fossile Meeresbewohner aus dem Stamm der Weichtiere (Mollusca). Trotz ihres schneckenartig gerollten GehĂ€uses gehören sie im engeren Sinne, zusammen mit den Tintenfischen, zu den KopffĂŒĂŸlern (Cephalopoda). Das AmmonitengehĂ€use enthĂ€lt zwei grĂ¶ĂŸere Kammern, die vordere "Wohnkammer" und die hintere "Auftriebskammer". Bei Gefahr zog sich das Tier mitsamt Kopf und Fangarmen in die Wohnkammer zurĂŒck und verschloss diese mit einem Deckel. Ammoniten sind am Ende der Kreidezeit ausgestorben.

Anton-Ulrich, Herzog von Braunschweig-LĂŒneburg

Archidiakon Bischöflicher Stellvertreter. Schöppenstedt im ehemaligen Darlingau, so ist in alten Aufzeichnungen nachzulesen, war bis 1542, dem EinfĂŒhrungsjahr der evangelisch-lutherischen Religion, ein Archidiakonatssitz des Bistums Halberstadt.
Archidiakonat Schöppenstedt

Askanier ursprĂŒnglich ein schwĂ€bisch-frĂ€nkisches FĂŒrstengeschlecht. Der Name leitet sich von Ascharia, ihrem Sitz in Aschersleben, ab. Sie waren seit dem 10. Jahrhundert im östlichen Sachsen ansĂ€ssig

August der JĂŒngere

Bandkeramiker Ein wanderendes, friedliebendes Volk, das nach dem BĂ€nderschmuck auf seinen TongefĂ€ĂŸen benannt wurde. In unserer Region wurde das Gebiet um Schladen vor etwa 6000 Jahren  besiedelt, es reichte von der Wedde bis zur heutigen Dorfstraße und vom Gut Breustedt bis zum Sellhof. Tonvorkommen gab es entlang der Oker. Von Schladen aus wanderten sie - zumindest vorĂŒbergehend - nach Gielde und Groß Mahner, was aus Funden abgeleitert wird. Eine solche Wanderung war nichts Ungewöhnliches und wurde dadurch erleichtert, dass das Volk in HolzhĂ€usern lebte. Reste eines Hauses in Gielde zeigen die erstaunliche GrĂ¶ĂŸe von 40 mal 8 Metern. Es könnnte sich um VorlĂ€ufer des Niedersachsenhauses handeln, in dem schon damals das Vieh unter dem gleichen Dach lebte. Das notwendige Ackerland lag direkt vor der HĂŒtte und wurde aufgegeben, sobald sinkende ErtrĂ€ge dies sinnvoll erscheinen ließern. Siehe auch: Wittmar.

Philippsberg (JVA WolfenbĂŒttel, am Ziegenmarkt): die Anlage enthĂ€lt innerhalb der sonst nicht zugĂ€nglichen Justiz Vollzugs-Anstalt einen bemerkenswerten Rest des ehem. Eingangstores der Bastion Philippsberg

Bastion Der vorgezogene Verteidigungspunkt einer Festung. Sie dient dazu, Angreifer von der Seite oder von hinten beschießen zu können.UrsprĂŒnglich waren Bastionen als Vorsprung der Befestigungsmauer selbst angelegt. Mit zunehmender Reichweite der Geschosse wurden Bastionen von der eigentlichen Festung baulich gelöst und weiter ins Vorland verschoben, bis sie in der Neuzeit als eigene, kleine Festungen kilometerweit vor dem Verteidigungsobjekt angelegt wurden. Eines Bastion wĂŒrde so  zu einem aus dem Hauptwall hervorspringenden, nach hinten offenes Festungswerk mit in der Regel fĂŒnfeckigem Grundriss. Anders als bei GeschĂŒtztĂŒrmen und Rondellen wurde der Grundriss durch die Schusslinien der auf den benachbarten Werken postierten GeschĂŒtze bestimmt, so dass tote Winkel vermieden wurden.

    Bastion Philippsberg. Das Ă€lteste GebĂ€ude der heutigen Justizvollzugsanstalt geht auf das Jahr 1506 zurĂŒck, als Herzog Heinrich der Ältere von Braunschweig und sein Nachfolger, Herzog Julius, am Nordausgasng der Festung WolfenbĂŒttel ein GebĂ€ude mit Zeughaus und MĂŒnzwerkstĂ€tte errichten ließen. Zu Ehren von JuliusÂŽ Bruder wurde dieses "Philippsberg" genannt. Nach Verlegung des Zeughauses in den Schlossbezirk wurde in den RĂ€umen 1619 ein MilitĂ€rgefĂ€ngnis mit Lazarett eingerichtet. Ab 1790 wurden der Philippsberg als Zwangsarbeitsanstalt fĂŒr Bettler und als Zucht- und Werkhaus genutzt, ab 1817 nahm er alle Karren- und KettenhĂ€ftlinge des Landes Braunschweig auf. 1820 begann der Bau des neuen LandesgefĂ€ngnisses fĂŒr das Herzogtum Braunschweig, das sich dschließlich zur heutigen Justizvollzugsanstalt WolfenbĂŒttel entwickelte.

Bergfried Burg WarbergBauernhöfe, Einteilung. Die Benennung Ackerhof, VollspĂ€nnerhof, Vollmeierhof, Halbacker-, DreiviertelspĂ€nner- und HalbspĂ€nnerhof sowie Groß- und Kleinköter-hof, Kotsassenhof etc. beziehen sich auf den Umfang, nicht auf besondere rechtliche VerhĂ€ltnisse der BauerngĂŒter. (Meyers Konversationslexikon, 1888).

Bergfried, ein von starken Mauern umgebener, verteidigungsfĂ€higer und weitgehend fensterloser hoher Turm. Sein Eingang liegt zumeist im ersten Geschoss, erreichbar ĂŒber Leitern oder Holzstege. Seit dem 12. Jahrhundert Kennzeichen der klassischen Adelsburg. Neben seiner Wehrfunktion besitzt er Symbolwert und unterstreicht das erstarkende Selbstbewusstsein der adligen Burginhaber; er unterstreicht die Distanz zur lĂ€ndlichen Bevölkerung

Bevern Schloss Bevern gehört zu den bedeutendsten BaudenkmĂ€lern der Weserrenaissance. Es wurde zwischen 1603 und 1612 nach Vorgaben seines Bauherren, Statius von MĂŒnchhausen, errichtet. Trotz 20 Kindern aus zwei ehen starb diese MĂŒnchhausen-Linie 1676 aus. Bereits 1652 hatte die Witwe den Besitz dem Herzog August d.J. ĂŒberlassen, der ihn zum herzoglichen Jagdschloss umgestaltete. eine BlĂŒtezeit erlebte das  Schloss 1667-1687 unter dem jĂŒngsten Sohn des Herzogs Ferdinand Albrecht, dem es als abfindung zugewiesen worden war. Die so gegrĂŒndete Nebenlinie Braunschweig-Bevern regierte das Herzogtum Braunschweig ab 1734.

Brunonia. Hergeleitet von den “Brunonen” ist Brunonia diesymbolhafte Landesgöttin des Herzogtums und Landes Braunschweig. Sie ist als die aus dem 19. Jahrhundert stammende Allegorie fĂŒr Stadt und Land Braunschweig zu verstehen und entspricht in ihrer (regionalen) Bedeutung etwa der Germania fĂŒr das Deutsche Reich, der Helvetia fĂŒr die Schweiz, der Britannia fĂŒr Großbritannien und der Bavaria fĂŒr Bayern. Mit der grĂ¶ĂŸten Quadriga Deutschlands kehrt im Jahr 2007 Braunschweigs Landesgöttin Brunonia in die Stadt zurĂŒck und krönt mit der 5,30 Meter hohen Brunonia das Braunschweiger Schloss. Sie wurde nach dem 1 : 3 Original-Modell des Bildhauers Ernst Rietschel in der Gießerei von Emil Kosicki in Posen gefertigt und fĂŒr den Transport vorbereitet. Im Unterschied hierzu war das Original in der Werkstatt des Braunschweigers Howaldt aus Kupferplatten entstanden, die ĂŒber einem Stahlskelett ausgeformt worden waren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Brunonia http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/2815105

Calenberg FĂŒrstentum, das sich 1432 vom FĂŒrstentum Braunschweig-WolfenbĂŒttel absgespaltet hat. Wird 1495 um Göttingen, 1665 um Grubenhagen und 1705 um dsa FĂŒrstentum LĂŒneburg erweitert. Herzog Ernst August (Calenberger Linie) nahm sich Hannover als Residenz und erlangte 1692 dieals KurfĂŒrst von Braunschweig-LĂŒneburg die KurwĂŒrde im dann “KurfĂŒrstentum Hannover” genannten Gebiet. 1814 entstand daraud sas Königtum Hannover, das bnis 1866 Bestand hatte, bevor es zur preußischen Provinz wurde. Nebenlinien waren Dannenberg, Harburg, Gifhorn, Bevern, Osterode, Herzberg und Einbeck.

Carl I. Herzog von Braunschweig-LĂŒneburg

Collegium Carolinum (Bohlweg: 1745-1877)Carolo-Wilhelmina , der VorlĂ€ufer der heutigen Technischen UniversitĂ€t Braunschweig, entstand aus dem Collegium Carolinum, das 1745 durch Herzog Carl I. auf Rat von Abt Jerusalem gegrĂŒndet worden war. Das Angebot der Einrichtung erstreckte sich von  technischen, naturwissenschaftliche und merkantile Fachgebieten, ĂŒber Sprach- und Geisteswissenschaften bis hin zur Theologie und Chirurgie. Neben der generellen Aufgabe, den Studenten eine gute Allgemeinbildung zu vermitteln, basierte die Einrichtung auf eine streng wissenschaftliche Grundlage. Sie war damit richtungsweisend fĂŒr Ă€hnliche Bestrebungen in Deutschland. Unter den ersten Lehrern waren MĂ€nner wie GĂ€rtner, ZachariĂ€ und Eschenburg, deren Namen heute noch einen Klang haben.

    Mit herzoglichem Reskript vom 22. Oktober 1855 erfolgte die Umstrukturierung des Collegium Carolinum zu einer den „Gewerbswissenschaften und KĂŒnsten vorzugsweise gewidmeten Akademie". Das Collegium Carolinum wurde nun in drei Abteilungen unterteilt: eine humanistische, eine merkantilistische und eine technische. KernstĂŒck der Erneuerung war die Einrichtung der technischen Abteilung, deren GrĂŒnder und erster Vorstand August Wilhelm Uhde wurde. Diese Abteilung sollte zur höheren technischen Ausbildung dienen, in Abgrenzung zur Erlangung handwerklicher Fertigkeiten: „Die technische Abtheilung des Collegii Carolini ist fĂŒr den höheren wissenschaftlichen Unterricht der Techniker bestimmt." Uhde befĂŒrwortete eine Wissenschaft, die an die PraxisheranfĂŒhrt, ohne jedoch in diese ĂŒberzugehen. Hervorzuheben ist dabei der Maschinenbau, kam doch gerade diesem Wissenschaftszweig, der sich in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts herausbildete, besondere Bedeutung fĂŒr die Entwicklung der Industrialisierung in Deutschland zu. Am 19. Juli 1835 gelang es, Johann Bernhard Schneider als Professor fĂŒr Statik, Mechanik und darstellende Geometrie zu gewinnen, der im Dezember 1837 auch technischer Leiter der Braunschweiger Staatsbahnen wurde. Er entwickelte sich zum Eisenbahnspezialisten mit interational hohem Ansehen, und so war es nicht verwunderlich, dass er im September 1854 einen Ruf auf eine Professur nach Dresden erhielt. Sein Nachfolger in Braunschweig wurde Adolf Friedrich Scheffler. Bei Scheffler hatte auch Heinrich BĂŒssing als Gasthörer zwischen 1862 und 1866 Mechanik-Vorlesungen gehört.

Carolo Wilhelmina PockelstraßeDamit war die Entwicklung des Collegiums bis 1862 durch den stĂŒrmischen Aufschwung der Technik, Natur- und Geisteswissenschaften im 18. und 19. Jahrhundert gekennzeichnet. WĂ€hrend der napoleonischen Besetzung konnte es sich Dank seiner Bedeutung als MilitĂ€rakademie behaupten. Unter Herzog Wilhem wurde das Collegium zwischen 1862 und 1877 in ein Polytechnikum umgewandelt. Diese EinschrĂ€nkung beruhte auf dem kleinstaatlichen Interessen des damaligen Herzogtums Braunschweig und konnte fĂŒr die Dauer keinen Bestand haben. Im Jahre 1877 wurde daher, zusammen mit dem Einzug in das neu errichtete GebĂ€ude in der Pockelsstraße, die Umwandlung in die Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina vollzogen (Carolo zur Ehren  seines Stifters, Wilhelmina zur Erinnerung an den Herzog, in dessen Regierungszeit diese Entwicklung fiel).

    Im MĂ€rz 1882 beschloss der braunschweigische Landtag, die Technische Hochschule zu schließen. Radikale KĂŒrzungen im Landeshaushalt schienen unabdingbar, und die notwendigen Einsparungen glaubte man bei Wissenschaft und Kultur ohne öffentliche Gegenwehr realisieren zu  können. Die Betroffenen selbst, Professoren als treu untergebene Landesbeamte, und ihre Studenten hielten sich in der immer heftiger gefĂŒhrten Diskussion  und StaatsbĂŒrger nur scheinbar zurĂŒck. Auf Kundgebungen in Clubs, Vereinen und auf den PlĂ€tzen der Stadt meldete sich der Braunschweiger BĂŒrgerverein und der Stadtmagistrat, mit OberbĂŒrgermeister Pockels an der Spitze, zu Wort. Der BĂŒrgerverein erklĂ€rte es zur „Pflicht eines jeden Staates, die technischen Wissenschaften in jeder Beziehung zu fördern, da unser modernes Leben im engsten Zusammenhange mit der Technik steht und nur durch die eminenten Leistungen derselben die hohe Kulturstufe, auf der wir uns befinden möglich geworden ist". Gleichzeitig machte man den Politikern klar, dass der Nutzen der Hochschule weniger in „Geldwerthen als in der Pflege der Wissenschaften, in der Förderung der Intelligenz und Cultur, in der Hebung von Kunst und Gewerbe" liege. Und: „Die Politik habe dem Volk zu die nen, nicht das Volk der Politik" Der Initiative der BĂŒrger beugte sich schließtich die konservative Mehrheit des Landtages. Die Botschaft der Braunschweiger Bevölkerung war angekommen. Bald wurde die Anerkennung der hier  abgelegten PrĂŒfungen durch VertrĂ€ge mit den anderen Bundesstaaten gesichert. Durch EinfĂŒhrung der Rektoratsverfassung und Verleihung des Promotionsrechts wurde das Ansehen der Hochschule weiter gestĂ€rkt.

In den folgenden Jahrzehnten wurde durch Neuerrichtung von LehrstĂŒhlen und Instituten, Erweiterungs- und Neubauten, VergrĂ¶ĂŸerung des Lehrkörpers der Entwicklung der Wissenschaften Rechnung getragen. Zugleich gewannen die wissenschaftliche Forschung in Verbindung mit der Lehre an Bedeutung. Der zweite Weltkrieg bereitete dieser Entwicklung ein jĂ€hes Ende. Nach nahezu 70%iger Zerstörung kam der Lehrbetrieb im Sommersemester 1945 zum Erliegen. Nur durch den selbstlosen Einsatz der Dozenten- und Studentenschaft und des Hochschulpersonals konnte jedoch schon im Wintersemester 1945/46 der Betrieb notdĂŒrftig wieder aufgenommen werden. Dank der UnterstĂŒtzung der NiedersĂ€chsischen Landesregierung und vieler großzĂŒgiger Spender aus Industrie und Wirtschaft begann der Wiederaufbau des Altbereichs und gleichzeitig die Erschließung eines Neubaugebietes. Durch Beschluss der Landesregierung wurde am 1.4.1968 die (bis heute umstrittene) Umbenennung in "Technische UniversitĂ€t" vollzogen. Zumindest formal gab man damit die Tradition preis, die Ă€lteste Technischen Hochschule Deutschlands zu sein. Am 1.10.1978 wurde durch das neue NiedersĂ€chsische Hochschulgesetz die PĂ€dagogische Hochschule Niedersachsen aufgelöst und deren bisherige Abteilung Braunschweig mit der Technische UniversitĂ€t Braunschweig vereinigt.

Französischer Garten Celle

Im Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg. Der Ort wird 986 als "Kellu" (Siedlung am Fluss) erstmals urkundlich erwĂ€hnt. 1235 erhĂ€lt Otto das Kind von Kaiser Friedrich II. die sĂ€chsischen Stammlande als Reichslehen in Form des "Herzogtums Braunschweig-LĂŒneburg". Durch das welfische Erbrecht, das jedem Herrschersohn einen Teil des Landes zubilligt, zersplittert das Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg in der Folge in mehrere Kleinststaaten. Die drei bedeutensten Teile waren Calenberg (Region Hannover-Göttingen), Celle (Celle bis Stade) und Braunschweig (Region Braunschweig zusammen mit einem Teil des Harzes).
         Als die Aller ihren Lauf durch Versandung Ă€ndert, beschließt Otto der Strenge (1277-1330) die Stadt an einem gĂŒnstigeren Platz neu zu grĂŒnden. Diesen findet er an der EinmĂŒndung der Fuhse in die Aller, wo er einen Wehrturm zur Kontrolle der schiffbaren Aller, den VorlĂ€ufer des heutigen Schlosses, besitzt. 1200 BĂŒrger ziehen um, da ihnen Steuerfreiheit fĂŒr 10 Jahre versprochen wird. 1 306 wird Celle Stadt nach Braunschweiger Recht. 1371 bricht der Erbfolgekrieg aus, in dem das "
Alte Haus Braunschweig" das FĂŒrstentum LĂŒneburg an sich bringt. Der Versuch einer RĂŒckeroberung scheitert und Celle wird neuer Herrschaftssitz unter dem welfischen Herzogs Magnus II, der sich in die dortige Burg flĂŒchtet. 1378 wird die Residenz der Braunschweig-lĂŒneburgischen Herzöge von LĂŒneburg hierher verlegt. Die ursprĂŒnglich sehr einfache Anlage war 1318 erstmals als „castrum“ erwĂ€hnt worden und stammt in seinen Ă€ltesten Teilen aus der zweiten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts. Es wird nun zum FĂŒrstenschloss ausgebaut. 1527 baut Herzog Ernst der Bekenner - diesen Beinamen erhielt er aufgrund seiner konsequent reformatorischen Haltung und der Mitunterzeichnung des Augsburger Bekenntnisses - Celle zur Festung aus. Die Stadt wird erweitert, auch um BauplĂ€tze fĂŒr den angewachsenen Hofstaat zu schaffen. Mit dem Umbau der Schlosskapelle durch Herzog Wilhelm d.J. 1565 entsteht ein einzigartiges Denkmal der Renaissance. Besonders sehenswert sind die GrabmĂ€ler der Herzöge im Chor der Stadtkirche. Seit 1705 ist sie unverĂ€ndert erhalten - im 19. Jahrhundert wird lediglich ein GemĂ€lde Georgs V. hinzugefĂŒgt. Das Altarbild reflektier ein Teil Welfengeschichte und geht auf den hollĂ€ndischen Meister Marten de Voss zurĂŒck: auf dem linken FlĂŒgel erkennt man die Ă€lteste Darstellung des Celler Schlosses, auf dem rechten ist das Gifhorner Schloss zu sehen.
         Als Residenz unter
Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-LĂŒneburg erlebt Celle zwischen 1665 und 1705 seine kulturelle BlĂŒte. In diese Zeit fĂ€llt die Anlage des "Französischen Gartens" (Bild oben), des "Italienischen Gartens" und die Einrichtung des noch heute aktiven, barocken Schlosstheaters.

    Herzog Georg Wilhelm zu Braunschweig-LĂŒneburg (1624-1705), der spĂ€tere “Heide-Herzogs”, der schon mit 17 Jahren die FĂŒrstentĂŒmer Hannover, Calenberg und Göttingen geerbt hatte, galt als Lebemann. Nicht einmal die schöne Sophie von der Pfalz konnte ihn von den rauschenden Festen abhalten, denen er sich so gern hingab. In der Hoffnung ihn zur Raison zu bringen, hatte man die beiden kurzerhand verlobt. dies hatte allerdings zur Folge, dass der Betroffene seinen Bruder Ernst-August bat, sie an seiner Stelle zu heiraten. Im Gegenzug klĂ€rte er sich bereit, den Söhnen aus dieser Ehe die Thronfolge zu ĂŒberlassen. Nur fĂŒnf Jahre nach diesem “MĂ€dchenhandel” wurde Georg-Wilhelm jedoch von Gott Amor ins Visier genommen, als er am Hof des Landgrafen von Hessen die Hofdame Eleonore Desmier dÂŽOlbreuse kennen und lieben lernte. Dabei gab es nur ein Problem: Eleonore konnte ihm lediglich “zur linken Hand” angetraut werden, da sie von niederem Adel war. Obwohl so eine “morganatische Ehe” sowohl staatlich als auch kirchlich anerkannt war, konnten die Nachkomen nur in die Rechte des niedrigen Standes eintreten. Etwa gleichzeitig erbte Georg-Wilhelm das FĂŒrstentum LĂŒneburg. Er ließ das Celler Schloss als Wohnsitz herrichten und wurde am 15. September 1666 Vater einer Tochter, Sophie Dorothea.

Nach EinfĂŒhrung des neuen Erbrechtes, der “Primogenitur”, durch Herzog Ernst August von Calenberg (1629-1698) stehen nur noch dem Ă€ltestem Sohn HerrschaftsansprĂŒche zu. Da sein Bruder, eben besagter Herzog Georg Wilhelm, lediglich eine Tochter hat, muss diese nach den WĂŒnschen der beiden BrĂŒder ihren Cousin Georg Ludwig heiraten. Hiermit ist das alte Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg (bis auf den Braunschweiger Teil) fast wiederhergestellt. Aufgrund der Bedeutung, die das neue Herzogtum Calenberg-Celle in Norddeutschland erlangt, verleiht der deutsche Kaiser Herzog Ernst August 1692 die KurfĂŒrstenwĂŒrde.
         1705 verstirbt Georg Wilhelm und vererbt damit das FĂŒrstentum an die hannoverschen Welfen. Mit dem Fortgang der Hofgesellschaft entwickelt sich Celle zur bĂŒrgerlichen Stadt. Allerdings kehrte der alte Glanz mit der Verbannung der dĂ€nischen Königin Caroline Mathilde, die nach einer AffĂ€re von 1772 bis 1774 im Schloss lebt, kurzzeitig noch einmal zurĂŒck. Bei der Auflösung  des Königreiches Hannover 1866 und seiner Wandlung zur preussischen Provinz verliert der Ort endgĂŒltig seine Rolle als zweiter Herrschersitz.

    Nur fĂŒnfzehn Jahre alt war Caroline Mathilde, die jĂŒngste Schwester Georgs III. von England, als sie 1766 aus politischen GrĂŒnden den siebzehnjĂ€hrigen dĂ€nischen König Christian VII. heiraten musste. Die Ehe war alles andere als glĂŒcklich, da der Ehemann es vorzug, sich mit MĂ€tressen zu umgeben. Im Gegenzug verliebte sich die junge Ehefrau in Johann Friedrich Graf von Struensee, den Leibarzt des Königs. Zur Strafe wurde die Ehe geschieden und Struensee wurde 1772 grauenvoll . Carolie Mathilde sollte enthaupted werden, was Georg hingeII. allerdings zu verhindern wusste: er drohte dem dĂ€nischen König mit dem Beschuss Kopenhagens durch die englische Flotte. Dennoch durfte die Königin nicht nach England zurĂŒckkehren - ihr wurde das Celler Schloss als Residenz mit eigenem Hofstaat eingerichtet. In ihrer neuen rolle konnte Caroline nicht mehr aufgehen, sie starb 1775 im Alter von 23 Jahren an Scharlach. Ihr Sterbebett ist heute von der Marienburg zurĂŒckgekehrt und ist nun wieder wieder im Schloss zu sehen.

Collegium Carolinum. Nachdem 1737 die UniversitĂ€t Göttingen gegrĂŒndet worden war, geriet die welfische LandesuniversitĂ€t Helmstedt zunehmend in die Krise. 1745 wurde von Herzog Carl I. mit UnterstĂŒtzung von Abt Jerusalem das Collegium Carolinum in Braunschweig gegrĂŒndet. Johann Friedrich Jerusalem, Abt in Riddagshausen und Prinzenerzieher am Hofe Carls I., war im 18. Jahrhundert fĂŒhrend in der Bildung des FĂŒrstentums Braunschweig-WolfenbĂŒttel. Unter Minister Karl August von Hardenberg begannen 1790 die eigentlichen Beratungen ĂŒber die Zukunft des Standortes Helmstedt, wobei Herzog Carl Wilhelm Ferdinand die Überlegung anstellte, „ob es rathsam sei, die UniversitĂ€t in Helmstedt femer zu lassen und nach Möglichkeit zu verbessern, oder sie nach Braunschweig zu verlegen sei".

    Der Herzog setzte am 28. November 1795 eine Kommission ein. Bereits am 2. Januar 1796 begannen deren Sitzungen und schließlich legte man den Organisationsplan einer neuen UniversitĂ€t mit polytechnischer Ausrichtung in Braunschweig vor. Als UniversitĂ€tsgebĂ€ude war das bisherige Collegium Carolinum vorgesehen. Eine UniversitĂ€tsbibliothek sollte aus der Zusammenlegung der Helmstedter BibliotheksbestĂ€nde mit der Herzoglichen Bibliothek und des Carolinum entstehen. SparsamkeitswĂŒnsche und Bedenken des Herzogs und Proteste der StĂ€dte Helmstedt und WolfenbĂŒttel verhinderten alsbald diese Lösung. Damit fiel die Chance, einer modernen und zukunftsorientierten UniversitĂ€t der halbherzigen Wissenschafts- und Hochschulpolitik eines Herzogs zum Opfer, unter dessen Regierung das FĂŒrstentum Braunschweig-WolfenbĂŒttel in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts eine BlĂŒtezeit erreicht hatte. Die UniversitĂ€t Helmstedt wurde im Königreich Westfalen am 10. Dezember 1809 schließlich durch König Jerome Bonaparte geschlossen. Die Diskussion um die Bildungsinstitute in Braunschweig belebte sich als 1831 eine zunĂ€chst anonyme programmatische Schrift erschien, die die Einrichtung einer polytechnischen Akademie universitĂ€ren Zuschnitts anregte. Autor der Schrift war Friedrich Wilhelm Spehr, der seit 1825 den dritten Lehrstuhl fĂŒr Mathematik am "Collegium Carolinum" innehatte. Spehr wollte vier FakultĂ€ten einrichten: eine mathematische, eine physikalische, eine technische und eine historische. Dabei sah er als AusbildungsfĂ€cher Baukunst, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Berg- und HĂŒttenkunde, Chirurgie, Pharmazie oder Apothekerkunst, Fabrikkunde und Handlungswissenschaften vor.

Wie Spehr orientierte sich auch der damalige Stadtdirektor Wilhelm Bode an dem Vorbild der bekannten Polytechnischen Schulen und forderte in einer Denkschrift 1833 seinerseits eine Neuorientierung des Collegium. Das Polytechnische Institut solle die „Jugend zur industriellen ThĂ€tigkeit" anhalten, den „umfassendsten Unterricht" in Mechanik und Technologie, in Chemie und in der Baukunst erteilen und zudem Kurse in Handelswissenschaften, Land- und Forstwirtschaft, Bergbau sowie Wundarznei- und Tierheilkunde anbieten. Diese AusfĂŒhrungen belegen die praxisbezogenen und nationalen BeweggrĂŒnde der Bildungsreform und fand UnterstĂŒtzung bei dem zustĂ€ndigen Minister Friedrich Schulz. Mit herzoglichem Reskript vom 22. Oktober 1835 erfolgte die Umstrukturierung des Collegium Carolinum zu einer den „Gewerbswissenschaften und KĂŒnsten vorzugsweise gewidmeten Akademie".
         Am 22. Dezember 1854 beschloss die StĂ€ndeversammlung mehrheitlich die neue Ausrichtung des Collegium Carolinum. Der Weg in die Zukunft war gewiesen. KernstĂŒck der Erneuerung war die Einrichtung der technischen Abteilung, deren GrĂŒnder und erster Vorstand August Wilhelm Uhde wurde. 1862 erfolgte unter Herzog Wilhelm dann die offizielle Umwandlung in ein Polytechnikum mit dem Namen "
Carolo Wilhelmina". 1877 wurde dieses aus seinem alten Heim am Bohlweg in den prĂ€chtige Renaissancebau in der Pockelsstraße verlegt.

Darlingau Die flĂ€chenmĂ€ige Ausdehnung des  Bistums Halberstadt an der Ostgrenze des Frankenreichs war betrĂ€chtlich. Es war annĂ€hernd so groß wie das heutige Bundesland Sachsen-Anhalt und umfasste nicht weniger als sechs der damaligen Gaue: den Harzgau, den Darlingau,  den Hassgau, den Schwabengau, den NordthĂŒingau und  den Balsamgau. Hildegrims neue Diözese reichte im Norden bis an die Aller und Ohre, im Osten bis an die Elbe und Saale, im Westen bis an das Gebiet der Unstrut, Helme und Wipper und im SĂŒden bis nach Merseburg und Zeitz.

Deitweg oder Dietweg ist eine sehr alte Wegbezeichnung und bedeutet „Leuteweg“. Diese alte Verkehrsstraße wird schon 1060 urkundlich erwĂ€hnt, sie verband den SĂŒden des Deutschlands mit den HandelsplĂ€tzen des Nordens. Zuerst ist hier Bardowick zu nennen. Dann, nachdem Heinrich der Löwe dieses zerstört hatte, folgten LĂŒneburg, Hamburg, LĂŒbeck und die HandelsplĂ€tze in den nordischen LĂ€ndern. Doch nicht nur einfache Leute, HĂ€ndler oder adelige Personen nutzten diesen Weg, auch Könige der damaligen Zeit zogen auf ihm von Pfalz zu Pfalz, um dort ihren RegierungsgeschĂ€ften nachzukommen, denn Regierungssitze in ihrer heutigen Bedeutung gab es noch nicht. Im 9. und 10. Jahrhundert wĂ€hlten die Ottonischen Könige den Deitweg, wenn sie, aus ihrem angestammten Heimatort Gandersheim, ĂŒber Königsdahlum und Ortshausen nach Werla ritten. Der Deitweg verlief entlang der heutigen Bundesstraße l von Hildesheim ĂŒber Gramme durch den Oder nach Ohrum. Dort bildete die Oker eine flache Stelle (Furt). Von hier fĂŒhrte ein Handelsweg - auch Heerstraße genannt - durch die nördliche Feldmark KissenbrĂŒcks unterhalb des Ösels ĂŒber Schöningen nach Magdeburg gen Osten. Bei Ausgrabungen durch Dr. Niquet 1968 wurde am Pfingstanger KissenbrĂŒck - entlang der Landesstraße 620 - ein sehr großer Rastplatz ausgegraben. Es ist anzunehmen, dass die Reisenden nach Durchquerung der Oker hier rasteten. Urnenfunde weisen auf Bestattungen hin.

Deutschritterorden ,, einer der drei Ritterorden neben den Tempelherren (Templern) und den Johannitern. 1190 wĂ€hrend der Belagerung von Akko im Rahmen des 3. Kreuzzuges von Bremer und LĂŒbecker Kaufleuten gegrĂŒndeter Krankenpflegeorden, der 1199 in einen geistlichen Ritterorden mit Sitz in Akko umgewandelt wurde; sein Ordenszeichen war das schwarze Kreuz auf weißem Mantel. 1309 verlegte der Orden den Sitz seines Hochmeisters von Venedig, wo er seit 1291 residierte, nach Marienburg in Westpreußen. An der Spitze des Deutschen Ordens stand der Hochmeister, der jeweils auf Lebenszeit gewĂ€hlt wurde; ihm zur Seite standen fĂŒnf Großgebietiger: der Großkomtur (Statthalter des Hochmeisters), der die Ballei (Provinz) verwaltete, der Marschall (zustĂ€ndig fĂŒr das Heerwesen), der Tressler (Schatzmeister), der Trapier (zustĂ€ndig fĂŒr die AusrĂŒstung) und der Spittler (Leiter des Hospitalwesens).

DreißigjĂ€hriger Krieg (1618-1648). Ausgelöst durch KonfessionsgegensĂ€tze und Machtstreben der Regierenden. InitialzĂŒndung war der Aufstand des vorwiegend protestantischen böhmischen Adels gegen die katholischen LandesfĂŒrsten. Im NiedersĂ€cchsisch-DĂ€nischen Krieg greift Christian IV. in Deutschland ein, wo er 1626 durch Tilly geschlagen wird. Letzterer unterwirft Norddeutschland zusammen mit Wallenstein. Im Restitutionsedikt von 1629 wird die RĂŒckgabe aller seit 1552 eingezogenen geistlichen GĂŒter gefordert. Andere Abschnitte neben dieser zweiten Etappe::

  • 1. Böhmisch-PfĂ€lzischer Krieg (1618-1623), ausgelöst durch den legendĂ€ren Prager Fenstersturz.
  • Schwedischer Krieg (1630-1635); Sieg Adolfs von Schweden ĂŒber Tilly in Pommern;
  • Schwedisch-Französischer Krieg (1635-1648) Eingreifen Frankreichs. KriegsmĂŒdigkeit und unentschiedene KĂ€mpfe fĂŒhren schließlich zum WestfĂ€hlischen Frieden.

Epitaph (griechisch epitaphios: Teil des BegrĂ€bnisses), Bezeichnung fĂŒr eine Leichenrede (epitaphios logos), eine Gedenktafel mit kurzer Inschrift zum Gedenken an einen Verstorbenen oder eine Grabinschrift. Die Ă€ltesten Inschriften dieser Art wurden auf Ă€gyptischen Sarkophagen gefunden.

Fahnenjagen, traditionelles Reiterfest in der Pfingstzeit zwischen Saat und Ernte. Auf dem Festplatz wurde in vollem Galopp durch einen mit Girlanden geschmĂŒckten Torbogen geritten, Dabei sollte mit dem Knauf der Reiterpeitsche ein auf dem oberen Holm aufgehĂ€ngter Kranz heruntergeholt werden. Der Ring wurde von Durchritt zu Durchritt immer kleiner, Reiter mit einem Fehlversuch schieden aus, bis der Fahnenkönig ĂŒbrigblieb. Vorher bereits hatten sich die MĂ€dchen zum Girlandenbinden getroffen; jeder Teilnehmer wĂ€hlte sich ein MĂ€dchen als Festpartnerin aus.

Fehde, ein Mittel der Rechtsverfolgung. Ein Privatkrieg in einer Gesellschaft, die noch keine geregelte Strafverfolgung kannte. Fehden erstreckten sich auf ganze Personengruppen und wurden meist von Adligen gefĂŒhrt, aber auch zahlreiche StĂ€dte waren darin verwickelt. Bauern und StadtbĂŒrgem hingegen war das FehdefĂŒhren verboten.
         Im Mittelalter versuchten Kirche und Herrscher die Fehden einzuschrĂ€nken. Bestimmte Personengruppen wie Kaufleute oder Frauen waren unter besonderen Schutz gestellt, auch wurde die Fehde an manchen Tagen untersagt. Mehrfache Versuche, die Fehden ganz zu verbieten, scheiterten daran, dass noch eine starke Zentralmacht zur Durchsetzung eines allgemeinen Landfriedens fehlte.
         Ein Mittel der Fehde war der Versuch, die Wirtschaftskraft des Gegners zu vernichten, indem man die Ernten zerstörte oder die Handelswege sperrte. Oft wurden die Fehden von Raub, Mord, Brandstiftung und PlĂŒnderung begleitet.
         Im Braunschweiger Raum wurden zahlreiche Fehden gefĂŒhrt. In der “
Großen Stadtfehde" von 1492/94 versuchte der Braunschweiger Herzog, die Macht der Stadt zu brechen. Die “ Hildesheimer Stiftfehde" von 1519/23 zwischen dem Hildesheimer Bischof und dem Stiftsadel weitete sich auch auf die Stadt Braunschweig aus. Braunschweig war gezwungen, gegen das frĂŒher befreundete Hildesheim auf der Seite des Herzogs Waffenhilfe zu leisten.

    Der auf dem Reichstag von 1495 beschlossene “Ewige Landfrieden ” wurde dann zum Wegbereiter der Reformation. Erst jetzt wurden die Landesherren mĂ€chtig genug, sich gegen den Adel durchzusetzen und den Fehden ein Ende zu bereiten. Zur Durchsetzung wurden 1512 zehn Reichskreise gebildet und ab 1531 versammelten sich geislliche und weltliche FĂŒrsten, Grafen und ReichsstĂ€dte zu Kreistagen. Auf diesen wurden KreisfĂŒrsten als Direktoren und militĂ€rische Oberste gewĂ€hlt. Von 1541-1635 amtierte der FĂŒrst von Braunschweig als einer der beiden KreisfĂŒrsten.


FEMO Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen e.V.  ErlebnisfĂŒhrungen, Kinderaktionen, Familientage usw. erschließen Ihnen die Vielfalt Ostfalens. Sie werden von ArchĂ€ologen, Biologen, Förstern und Geologen zu den schönsten PlĂ€tzen gefĂŒhrt. oder unternehmen mit Hilfe von Routenbeschreibungen StreifzĂŒge auf Naturpfaden und Freilichtanlagen.

Ferdinand Albrecht I.

Franken, westgermanischer Stamm, im 3. Jahrhundert erstmals erwĂ€hnt. Der Stamm drang im 4.-6. Jahrhundert vom Nieder- und Mittelrhein ausgehend, in das linksrheinische Gebiet und nach Gallien vor. Das Herzogtum der Franken umfasste das Gebiet an Main, Mittelrhein und Neckar und gliederte sich in West-Franken (Rhein-Franken) und Ost-Franken (Main-Franken). Nach der Auflösung 939 wird der Name nur fĂŒr Ostfranken weitergefĂŒhrt.

Französische Revolution Epoche der französischen Geschichte von 1789 bis 1799, in der die Feudalherrschaft gewaltsam abgeschafft und eine bĂŒrgerliche Republik etabliert wurde. Die Französische Revolution war der Kampf des reaktionĂ€ren alten Europas unter der FĂŒhrung Preußens gegen die AufstĂ€ndischen in Frankreich und galt 1794 als gescheitert. FĂŒhrer der Truppen Europas gegen Frankreich war Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig (1735-1806). In den folgenden Auseinandersetzungen begann der Aufstieg des Revolutionsgenerals Napoleon Bonaparte (1769-1821), der den Rheinbund, ein BĂŒndnis von 16 ReichsstĂ€nden, grĂŒndete. Damit war einem Deutschen Kaisertum die Grundlage entzogen: am 6. August 1806 legte Franz II. ( 1768-1835) die Kaiserkrone nieder. 1806 kam es zum Preußisch-Französischen Konflikt und zur KriegserklĂ€rung Frankreichs am 9. Oktober. Die Auseinandersetzung wurde am 14. Oktober 1806 in der Schlacht bei Jena und Auerstedt entschieden, in der Herzog Carl Wilhelm Ferdinand tödlich getroffen wurde.

Fruchtbringende Gesellschaft - erste deutsche Sprachakademie, 1617 in Weimar gegrĂŒndet . An ihrer Spitzestand zunĂ€chst FĂŒrst Ludwig von Anhalt-Köthen, spĂ€ter Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar und Herzog August von Sachsen-Halle-Weißenfels. Zu ihren 890 Mitgliedern zĂ€hlten auch sechzehn aus WolfenbĂŒttel, nicht zuletzt Herzog August der JĂŒngere und seine drei Söhne (Ferdinand Albrecht). Die Gesellschaft bestand bis 1680.

FĂŒrstentum Die durch Aufspaltung eines Herzogtums entstehenden Teilstaaten stehen staatsrechtlich im Rang von FĂŒrstentĂŒmern. Sie erhielten ihre Namen in der Regel nach der jeweiligen Residenz. Die verschiedenen Linien einer Dynastie, konnten sich bei Aussterben einer Linie gegenseitig beerben.

FĂŒrstentum Braunschweig-WolfenbĂŒttel, ein TeilfĂŒrstentum im Herzogtums Braunschweig-LĂŒneburg, dessen Geschichte sich durchzahlreiche Teilungen und erneute ZusammenfĂŒhrungen auszeichnet. Um 1600 erreicht es seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung "von Minden bis Halberstadt". Nach dem 30jĂ€hrigen Krieg verliert es große Gebiete an Hildesheim. Verschiedene Teildynastien der Welfen regieren Braunschweig-WolfenbĂŒttel bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation im Jahre 1806. Durch den Wiener Kongress entsteht im Jahre 1814 als Nachfolgestaat das Herzogtum Braunschweig.

Gografschaft Name eines Verwaltungsbezirkes, gĂ€ngig ab etwa dem 13. Jahrhundert. Das Gogericht war in Sachsen und ThĂŒringen die unterste Gerichtsinstanz mit dem Gografen (Gogrefen) als Leiter. SpĂ€ter wurden die Begriffe “Gografschaft”/“Gogref” (in Franken sprach man von der “Hundertschaft”) durch “Amtsvogtei” und “Amtsvogt” ersetzt; . Solch eine Behörde hatte eine FĂŒlle von Aufgaben, wie die niedere Gerichtsbarkeit, das Meldewesen, Gesundheits- und Gewerbeaufsicht, Überwachung der MilitĂ€rpflicht, Kontrolle der Feuerstellen und Feuerwehr, Instandhaltung aller öffentlichen Einrichtungen, Polizeidienst und Bekanntgabe der Gesetze.

Grangien, klösterliche Bewirtschaftungsbetriebe.

Großes Bruch Ein 45 Kilometer langes, aus einem Urstromtal entstandenes Feuchtgebiet zwischen Oschersleben im Osten und Hornburg im Westen. Diese vertrĂ€umte Niederungs-Wiesenlandschaft mit ihren Wegen, schilf- und weidengesĂ€umten GrĂ€ben und dem hohen Himmel ist nicht breiter als ein bis vier Kilometer, es erstreckt sich entlang des Großen Grabens und des Schiffergrabens zwischen den Flussgebieten von Bode und Oker. Bis zur beginnenden EntwĂ€sserung im Mittelalter war das Gebiet eine verrufene Sumpfniederung und ein von wasserlĂ€ufen durchzogener Morast: "um aus sĂŒdlicher Richtung (Schwanebeck) zum Kloster Hamersleben zu gelangen, musste man zwischen der Stelle, an der heute der Ort Neudamm liegt und dem Dorf Wegersleben (spĂ€ter Neuwegersleben) eine FĂ€hre benutzen”. Das Ă€lteste Neudammer GebĂ€ude, ein aus Bruchsteinen erbauter Wohnturm, heißt deshalb auf Plattdeutsch 'dat ole FĂ€hrhus', ein angrenzendes AckerstĂŒck 'de FĂ€hrbrai' und die Straße von Schwanebeck 'dĂ€ ole FĂ€hrweg'.

    1130 soll sich ein FĂ€hrmann, Eulunardus, wegen eines schweren Unwetters geweigert haben, den Pfalzgrafen Friedrich von Sommerschenburg ĂŒberzusetzen und wurde deshalb von ihm im JĂ€hzorn erschlagen. Aus Reue ĂŒber seine Tat beichtete er dem Abt Sigfried vom Kloster Hamersleben seine Bluttat, schenkte dem Kloster eine Hufe Acker, unterstĂŒtzte die Hinterbliebenen des Ermordeten mit Geld und bewirkte, dass 1137 Bischof Rudolf von Halberstadt durch diese natĂŒrliche Grenze zwischen dem Herzogtum Braunschweig und dem Bistum Halberstadt einen festen Damm anlegen ließ. Der Wohnturm wurde zur Zollstation, der den Herrschaftsbereich der Braunschweiger Herzöge unterstrich. Die plattdeutsche Bezeichnung "oppen Tolln" erinnert daran, so wie auch die Ortsbezeichnung "Neudamm" auf die Querung eines Sumpfgebietes verweist.

HessendammAuch der Hessendamm, der befestigte westliche Verkehrsweg durch das Große Bruch zwischen Hessen und Mattierzoll, erinnert sprachlich an mittelalterlichen Straßenbau, der zugleich das Bruch urbar machte und zur GrĂŒnlandnutzung fĂŒhrte. Unter Herzog Heinrich d.J. (reg. 1514-1568) wurden erste Arbeiten zur EntwĂ€sserung durchgefĂŒhrt, da das Gebiet zur wichtigen Verbindung der “Hamburg-Bremer Heerstraße” geworden war, die ĂŒber Braunschweig-WolfenbĂŒttel nach Halberstadt fĂŒhrte.
         Im 20. Jahrhundert kam es mit großflĂ€chiger, intensiver Nutzung fast zu irreparablen SchĂ€den. Um Ackerland zu gewinnen, wurden der Grundwasserstand abgesenkt, Wiesen umgepflĂŒgt, chemische DĂŒngemittel eingesetzt. Artenschwund in Tier- und Pflanzenwelt waren die Folge. Einige Gebiete trockneten aus, in anderen staute sich die NĂ€sse. Zunehmendes ökologisches Bewusstsein fĂŒhrte 1981 zum Beschluss des Bezirkstages Magdeburg, einen Teil des Großen Bruchs mit 786 Hektar unter Schutz zu stellen. Nach der Wende wurde das gesamte Große Bruch mit 6.000 Hektar zum Landschaftsschutzgebiet erklĂ€rt, um damit die Fauna zu schĂŒtzen: die Wiesen sind Wohn- und Brutgebiet seltener und vom Aussterben bedrohter Vogelarten, darunter Korn und Wiesenweihe, Großer Brachvogel, Sumpfohreule, Bekassine und Wachtelkönig gehören. In KopfweidenbestĂ€nden brĂŒtet der Steinkauz.

Habsburger nach der "Habichtsburg" benanntes Herrschergeschlecht, ursprĂŒnglich mit Besitzungen in der Schweiz und im Elsass. Unter Rudolf von Habsburg, der die deutsche KönigswĂŒrde erlangt,  kommen 1282 Österreich und die Steiermark dazu. Habsburger stellen 1438-1740 und 1745-1806 die Deutschen Kaiser, im 15./16. Jahrhundert auch die Herrscher der Niederlance, Spaniens, Böhmens und Ungarns. 1556 erfolgt die Teilung in eine spanische und eine österreichische Linie, die 1700 bzw. 1740 erlöschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzog Georg von Calenberg (1572-1641)
Sohn Wilhelms (1535-1592)

Ernst-August (1629-1698)
JĂŒngster Sohn des Obigen; JĂŒngere Linie Braunschweig (bis Georg V.)
Verheiratet mit Sophie (1630-1714), Erbin des Britischen Königeiches
Ab 1692 KurfĂŒrst von Hannover

Georg-Ludwig (1660-1727)
KurfĂŒrst von Hannover (ab 1692), König Georg I. von Großbritannien (1714-1727)

Georg II. (-1760)
KurfĂŒrst von Hannover, König von Großbritannien (1727-1760)

Georg III. (1738-1820)
KurfĂŒrst von Hannover, König von Großbritannien (1760-1820)

Georg IV. (-1830)
KurfĂŒrst von Hannover, König von Großbritannien (1820-1830)

Wilhelm IV. (1765-1837)
König von Hannover,
 König von Großbritannien u.Irland (1830-1837)

Eduard (1767-1820)
 Herzog von Kent

Ernst-August (1771-1851)
KurfĂŒrst von Hannover,
Herzog von Cumberland (1837-1851)

 

Victoria I. (1819-1901)
Haus Windsor
Königin  von Großbritannien

Georg V. (1819-1878)
König von Hannover,
Herzog von Cumberland (1851-1878)

 

Edward VII. (1841-1910)
König  von Großbritannien (1901-1910)

 

 

 Georg V. (1865-1936)
König  von Großbritannien (1910-1936)

 

 

Edward VIII. (1894-1972)
König  von Großbritannien (1936)

Georg VI. (1895-1952)
König  von Großbritannien (1936- )

 

 

Elisabeth II. (1926-)
Königin  von Großbritannien (1952-)

 

 

Charles (1948-)
Prince of Wales

 

Hannover (Land), historische Region im Nordwesten von Deutschland, die ihre Wurzeln im welfischen Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg hat:
Am 11.08.1634 hatte der Tod Herzog Friedrich Ulrichs die welfische Erbteilung ausgelöst. Im Zuge der territoriaen Umverteilungen nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg ĂŒbernahm daraufhin das im FĂŒrstentum Calenberg-Göttingen regierende Neue Haus LĂŒneburg Teile der WolfenbĂŒttler LĂ€nder, die Grubenhagener Besitzungen und im Jahre 1705 auch das FĂŒrstentum Celle. Ab 1636 wurde Hannover zu dessen Residenz. Das Gebiet trug ab 1692 den offiziellen Titel "KurfĂŒrstentum Braunschweig - LĂŒneburg”, wurde aber im allgemeinen Sprachgebrauch nach seiner Hauptstadt benannt. Einen wichtigen Schritt stellte die ebenfalls 1692 durch Herzog Ernst-August fĂŒr Hannover erlangte “KurwĂŒrde” dar. Diese war an die Auflage geknĂŒpft, bei allen Kaiserwahlen dem Hause Habsburg die Stimme zu geben. Der fĂŒrstliche Anspruch zeigte sich deutlich in der Umgestaltung des Schlosses in Herrenhausen in ein fĂŒrstliches Lustschloss mit barocker Parkanlage und einer angemessenen Hofhaltung. Von 1714 an wurden Hannover und England bis 1837 fĂŒr 123 Jahre lang in Personalunion regiert (Schema, graue KĂ€sten). Ernst August,  der erste KurfĂŒrst von Hannover, heiratete Sophia, die Enkelin König Jakobs I. von England. Durch die Anwartschaft auf den englischen Thron wurden die engen territorialen Dimensionen vollends gesprengt. Nach dem Tod von Sophia bestieg 1714 deren Sohn Georg Ludwig, der KurfĂŒrst von Hannover, als Georg I. den britischen Thron. 1803 wurde das FĂŒrstentum von den Franzosen erobert und kam unter Napoleon teilweise zum neu gegrĂŒndete Königreich Westfalen (1807). 1813 wurde das wieder errichtete FĂŒrstentum König Georg dem III. von Hannover und Großbritannien unterstellt und 1815 durch den Wiener Kongress zum Königreich erhoben. Als König Georg III. 1820 starb, ĂŒbernahm sein Ă€ltester Sohn, Georg IV. die AmtsgeschĂ€fte als König der beiden LĂ€nder. Georg IV. blieb ohne Nachkommen, so dass sein jĂŒngerer Bruder Wilhelm als William IV. 1830 sowohl den hannoverschen als auch den englischen Thron ĂŒbernahm. Auch Wilhelm IV. hatte keine Nachkommen. Dessen nĂ€chstjĂŒngerer Bruder Eduard, Herzog von Kent (eine Tochter - Victoria), war bereits gestorben, nicht aber der zweitjĂŒngste Bruder, Ernst August, Herzog von Cumberland. Hier nun setzten die unterschiedlichen Erbfolgegesetze in Hannover (grau) und England (pink) ein, da in Hannover das salische Erbrecht galt, welches eine weibliche Thronfolge ausschloss.
Karte 1648 Karte 1786 Karte 1812

    Queen Victoria trug auf dem X-Chromosom ein krankhaft verĂ€ndertes Gen in sich, das zwar bei Ihr keine Krankheit auslöste, dafĂŒr aber bei etlichen mĂ€nnlichen Nachkommen. Die Rede ist von Haemophilia, der Bluterkrankheit, die nur erblich ĂŒbertragen werden kann. Da MĂ€nner sowohl ein X- als auch ein Y-Chromosom haben, bricht bei Ihnen die Krankheit immer aus; bei Frauen nur, wenn beide ihrer X-Chromosomen betroffen sind, weshalb Victoria selbst nicht an dieser Krankheit litt. Mediziner aus dem kalifornischen Berkeley und dem britischen Lancaster untersuchten die im europĂ€ischem Adel seit Victoria verbreitete Krankheit. Dabei fiel ihnen auf, dass weder Victorias „offizieller“ Vater, Herzog Eduard von Kent an der Krankheit litt, noch dass sie in der Familie ihrer Mutter, Victoria Maria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, aufgetreten war. Da eine zufĂ€llige Mutation mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:50 000 ausgeschlossen wird, kann Queen Victoria das krankhafte Gen wohl nicht von ihren offiziellen Eltern geerbt haben.

    Da nach dem Tode Herzog Eduards seine Frau den Freund des Hauses, Captain John Conroy, heiratete vermuten die Mediziner ihn als Queen Victorias wahren Vater. Die Leichnahme des britischen Königshauses sind in der Familiengruft in BleisĂ€rgen beigesetzt. Damit sollte es auch heute noch möglich sein, Gewebeproben zu entnehmen und DNA-Tests durchzufĂŒhren. Dies wurde durch Englands Königin, Queen Elizabeth II. untersagt - wohl aus gutem Grund:  Elizabeth mĂŒsste schlimmstenafalls ihren Thron fĂŒr den jetzigen welfischen Thronfolger des Königshauses von Hannover aufgeben. Sonntagsausgabe der “Times”, 9. Juli 1995. NĂ€heres

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 wurde Hannover eine Provinz des Königreiches Preußen. Karte 1866. Nach dessen Auflösung. 1910 fiel ein Teil des Gebiets an Frankreich, 1946  wurde es Bestandteil des neu gegrĂŒndeten Bundeslandes Niedersachsen. Chronik

Harzer Schmalspurbahnen (HSB) Die seit 1972 unter Denkmalschutz stehenden Harzer Schmalspurbahnen zeichnen sich im Vergleich mit anderen "kleinen" Bahnen durch einige Superlative aus:

  • sie haben  mit 132 km das lĂ€ngste zusammenhĂ€ngende Streckennetz Deutschlands vorzuweisen
  • der Brockenbahnhof liegt auf 1125 Metern Höhe auf dem höchsten Gipfel Norddeutschlands.
  • Im Verlauf der drei Strecken werden 400 BrĂŒcken, WasserdurchlĂ€sse und ÜberfĂŒhrungen sowie der einzige Tunnel aller Schmalspurbahnen in den neuen BundeslĂ€ndern passiert.

Besonders kostbar sind die historischen Dampflokomotiven. Die Ă€lteste, eine Malletlok, stammt aus dem Jahre 1897. FĂŒr den regulĂ€ren Reisezugverkehr stehen vorrangig 25 Dampflokomotiven zur VerfĂŒgung, von denen in der Regel 17 Loks aus den 50'er Jahren den fahrplanmĂ€ĂŸigen Zugbetrieb zwischen allen 44 Zugangsstellen (Bahnhöfe und Haltepunkte)  bedienen. Das Netz gliedert sich in die folgen Streckenabschnitte:

  • HARZQUERBAHN - ĂŒberquert den Harz in seiner nord-sĂŒdlichen Achse. Auf den rund 60 Streckenkilometern zwischen Wernigerode und Nordhausen Nord fĂŒhren die Gleise zunĂ€chst quer durch Wernigerode. Ab Steinerne Renne folgt der lange, kraftzehrende Anstieg nach Drei Annen Hohne , einem Wanderparadies; hier zweigt auch die Strecke zum Brocken ab. Der Weg fĂŒhrt entlang der engen Bögen des DrĂ€ngetals und durch den einzigen Tunnel. Auf der Fahrt weiter nach Nordhausen geht es ĂŒber Hochebenen bis Benneckenstein (Eisenbahnmuseum) und durch tiefe, waldreiche TĂ€ler weiter nach llfeld, dem gebirgigen Tor des SĂŒdharzes. Die  Fahrt endet am reprĂ€sentativen EmpfangsgebĂ€ude Nordhausen Nord.
  • SELKETALBAHN - der romantischste Teil des Schmalspurbahnnetzes und ein besonderer Tip fĂŒr Naturfreunde. Die Landschaft entlang der rund 60 Kilometer zwischen Quedlinburg (ab 26. Juni 2006), Gernrode, Harzgerode, Hasselfelde und Eisfelder TalmĂŒhle ist wildwĂŒchsig und romantisch. In teilweise abenteuerlichen TrassenfĂŒhrungen, mit der höchsten Steigung der Schmalspurbahnen im Harz, windet sich die Bahn in engen Bögen durch eine ursprĂŒngliche Landschaft. Rechts und links der Gleise wechseln schroffe Felsen mit blĂŒhenden Wiesen, malerischen Teichen mit weiten, einsamen Buchen- und EichenwĂ€ldern. Ab Gernrode (Harz) betrĂ€gt die Fahrtzeit bis zur Eisfelder TalmĂŒhle 2,5 Stunden. Kurze Abstecher mit der Bahn nach Harzgerode oder Hasselfelde bieten dem Besucher den Charme typischer Harzorte, In Straßberg (Harz)-Glasebach kann man im Schaubergwerk eine Reise unter Tage antreten. ErwĂ€hnenswert ist weiterhin die Wendeschleife in Stiege.
  • BROCKENBAHN - seit Juli 1992 verkehren ZĂŒge wieder regelmĂ€ĂŸig auf den Brocken, den mit 1142 Metern der höchsten Gipfel Norddeutschlands - ein schönes StĂŒck Arbeit fĂŒr die rund 700 PS starken Dampfrösser, die als reine AdhĂ€sionsbahnen fahren, also ohne ZahnrĂ€der oder Ă€hnliche Hilfsmittel. Eines der steilsten StreckenstĂŒcke bewĂ€ltigt die Brockenbahn in ca. 50 Minuten ab Bahnhof Drei Annen Hohne und bietet den Reisenden dabei das ĂŒberwĂ€ltigende Panorama des Nationalparks Hochharz. Der Brockenbahnhof mit seinen 1125 Höhenmetern ist einer der höchstgelegenen Bahnhöfe aller deutschen Schmalspurbahnen. Gerade auch im Winter ist eine Bahnfahrt im schneereichen Oberharz von besonderem Reiz. Holen Sie sich den Brockenbahnhof mit dem aktuellen Brockenwetter ĂŒber Internet zu sich: www.hsb-wr.de
     

Heiliges Römisches Reich (962-1806). Keine Regierungsform und kein Staat hatte in der Deutschen Geschichte lĂ€nger Bestand. In dieser Phase entwickelte sich der Deutsche Staat aus zahlreichen Mittel und Kleinstaaten und nicht etwa, wie in Frankreich, als Nationalstaat “von oben”. Dabei entstanden in den schließlich 300 Territorien Vorformen eines modernen Staates mit halbwegs funktionierender Verwaltung, in denen ausschließlich der Landesherr das Sagen hatte.
         Die AnfĂ€nge des Reiches liegen im Dunkel frĂŒher Jahrhunderte, als nördlich der Alpen die Zeugnisse römischer Zivilisation verfielen. Damals kamen Adelige der eigenstĂ€ndigen StĂ€mme der Sachsen, Alemannen, Bayern und Franken zusammen. ZunĂ€chst hielten sich die BlaublĂŒter an die Karolinger, die Nachfoilger Karls des Großen, der 768 zum König des ostfrĂ€nkischen Reiches gewĂ€hlt wurde. Mit seiner Krönung zum Kaiser im Jahre 800 durch Papst Leo III. stellte er in der so genannten “
Translatio Imperii”sein Frankenreich in die Nachfolge des antiken römischen Imperiums. Unter den Kindern und Enkeln Karls des Großen durchlief das Reich mehrfach Teilungen und Wiedervereinigungen. Solche Teilungen unter den Söhnen eines Herrschers waren nach frĂ€nkischem Recht normal und bedeuteten nicht, dass die Einheit aufhörte zu existieren: eine gemeinsame Politik und kĂŒnftige Wiedervereinigung waren weiterhin möglich ; starb einer der Erben kinderlos, so fiel dessen Reichsteil einem seiner BrĂŒder zu.
         Seit dem 10. Jahrhundert wurden erstmals MĂ€nner aus dem Geschlecht der Liudolfinger, der spĂ€teren “Ottonen” gekĂŒrt. 962 war es so weit:
Der Papst in Rom brauchte dringend Hilfe gegen aufmĂŒpfige LokalfĂŒrsten - König Otto I., ein bĂ€rtiger HĂŒne mit rötlich schimmernden Augen, bot UnterstĂŒtzung an. Im Gegenzug salbte der heilige Vater den 49-JĂ€hrigen am 2. Februar in der St.-Peters-Basilika zum Kaiser - so wie es gut 160 Jahre zuvor mit Karl dem Großen geschehen war. Damit war das eigentliche Heilige Römische Reich entstanden, ohne noch so zu heißen. Otto und die meisten seiner Nachfolger nannten sich fortan Kaiser (abgeleitet von „Caesar" ) des Römischen Reiches.

    Aus heutiger Sicht leuchtet zunĂ€chst nicht ein, warum ein Monarch unbedingt Oberhaupt des Imperium Romanum werden wollte, obwohl dieses seit Jahrhunderten nicht mehr existierte. Doch Christen wie Otto glaubten an die Visionen des Propheten Daniel aus dem Alten Testament, der vier Weltreiche vorausgesagt hatte - dann wĂŒrde der “Antichrist” kommen und die Welt untergehen. Nach damaliger ZĂ€hlung galt das Römische Reich als das vierte Imperium; sein Fortbestand schob also das JĂŒngste Gericht hinaus und versah den Imperator mit einem heilsgeschichtlichen Auftrag. Dies geschah, obwohl das christlich-orthodoxe byzantinische Reich faktisch aus dem alten Römischen Reich entstanden war. Nach Ansicht der Byzantiner war das neue westliche „Römische Reich“ ein selbsternanntes und damit illegitimes Gebilde.

    WĂ€hrend die Karpetinger in Frankreich und die Plantagenets in England die Erbmonarchie etablierten, mussten sich Staufer, Luxemburger oder Wittelsbacher wĂ€hlen lassen, wobei allerdings es zeitweise gelang, eigene Sippenmitglieder durchzusetzen. DarĂŒber hinaus kettete die ReichsgrĂŒndung Papst und Kaiser in besonderer Weise aneinander: nach damaliger Vorstellung konnte nur das Christenoberhaupt den heiligen Akt der Krönung vollziehen, mit dem der deutsche Kaiser zum Schutzherren der Christenheit aufstieg. Doch erhoben beide in einem Jahrhnderte andauernden Konflikt den Anspruch auf Vorherrschaft. Schon die unmittelkbaren Nachfahren Ottos waren betroffen, da ihnen die " Investitur" (der Monarch kleidet den Kirchenmann ein) strittig gemachr wurde. Als Heinrich IV., ein treuer KirchgĂ€nger, dem Allmachtanspruch des bedingungslosen Reformers und Mönches Hildebrand (seit 1073 Pabst Gregor VII.) widersprach, wurde er exkommuniziert. Unter dem Druck seiner FĂŒrsten gab dieser jedoch nach und erklĂ€rte, er habe "aufgrund heilsamer Einsicht" sein Urteil geĂ€ndert. Im Winter 1077 machte sich Heinrich auf den Weg nach Canossa bei Parma (heute: Emilia Romagna), wo es zur widerstrebenden Einigung kam. Weitere Etappen:

    1122 Wormser Konkordat , Regelung, wer Bischöfe ernennen durfte; eine Niederlage fĂŒr den Kaiser. Fortan nutzte die Kirche jede Gelegenheit, um auf ihren GĂŒtern auch politisch zu herrschen. Alsbald entstanden im Reich dutzende von Kirchenstaaten wie die FĂŒrstbistĂŒmer Mainz, Trier und Köln;
    1356 Die "Goldene Bulle " regelt die Wahl der Deutschen Kaiser durch die ursprĂŒnglich sieben KurfĂŒrsten;
    1530 Der Papst krönt zum letzten Mal einen Kaiser, den Habsburger Karl V.. Die Habsburger bauen ihre Macht fortan aus.

FĂŒr die Ottonen bedeutete der Kaisertitel einen enormen Prestigezuwachs, fĂŒr das neue Reich stellte die KaiserwĂŒrde hingegen auch eine BĂŒrde dar. Denn schon vor der Krönung ließ sich das ostfrĂ€nkische Territorium, das ĂŒber die Alpen reichte, kaum kontrollieren. Der Ritt von einem Ende bis zum anderen dauerte ĂŒber einen Monat. Es gab keine zentrale Verwaltung und keinen Justizapparat, die den Willen des Monarchen durchsetzten. Mit 1000 Mann Hofstaat zog Otto von Pfalz zu Pfalz und hielt selbst Gerichts- und Hoftage ab. Waren die VorrĂ€te aufgebraucht, ging es weiter. Nördlich des Mains tauchte der Monarch so gut wie nie auf. Und nun kamen auch noch weitere Teile Italiens dazu, das schon damals lockte. Mancher Nachfolger Ottos verbrachte den grĂ¶ĂŸten Teil seiner Regierungszeit in sĂŒdlichen Gefilden. Es waren Weichenstellungen wie die Kaiserkrönung, die Deutschland einenanderen Weg gehen ließen als die europĂ€ischen Nachbarn.
         Im 11. Jahrhundert wurde das Reich als “Römisches Reich” (
Imperium Romanorum) bezeichnet. Die kaiserliche Kanzlei fĂŒgte 1157 diesem Titel das Wort “Heilig” hinzu, um den Anspruch auf Gleichberechtigung mit dem Papst zu unterstreichen (Sacrum Imperium). Im 13. Jahrhundert endlich verschmolzen beide Bezeichnungen zum Begriff Heiliges Römisches Reich (Sacrum Romanorum Imperium). Der Zusatz „deutscher Nation" wurde erst im 15. Jahrhundert angefĂŒgt und bezeichnete zunĂ€chst einschrĂ€nkend die deutschen Teile des Reichsgebiets (im Unterschied zu Italien und Burgund). Letzlich brachte er jedoch den nationalen Anspruch der Deutschen auf das Imperium zum Ausdruck.

    Die ReichsgrĂŒndung kettete Papst und Kaiser in besonderer Weise aneinander, denn nur das Christenoberhaupt konnte nach damaligem VerstĂ€ndnis den heiligen Akt der Krönung vollziehen, mit der der deutsche König zum Schutzherren der Christenheit aufstieg. Doch beide erhoben den Anspruch auf Vorherrschaft, was einen Jahrhunderte andauernde Konflikt auslöste. Vom 10. Jahrhundert an wurde der Herrscher des Reiches normalerweise zunĂ€chst zum König gewĂ€hlt und strebte dann die Krönung zum Kaiser durch den Papst an. Seit dem 16. Jahrhundert war die Wahl mit dem Kaisertitel verbunden.

Mit der GrĂŒndung des Rheinbundes 1806 und dem Austritt einiger deutscher Staaten aus dem Reichsverband löste sich das Heilige Römische Reich, das aus bis zu 300 souverĂ€nen Territorien bestanden hatte, endgĂŒltig auf. Franz II., der letzte Kaiser des alten Reiches, legte am 6. August 1806 die römisch-deutsche KaiserwĂŒrde nieder. Trotz seinere immensen Bedeutung ist das sogenannte “Alte Reich” im öffentlichen Bewusstsein in den Schatten des selbsternannte “Dritte Reich” getreten, das in der Folge des Alten Reiches und des Wilhelminischen Kaiserreiches entstand. Dabei grĂŒndete sich der “Reichsmythos” auf den Gedanken, dass Deutschland mit der Krönung Karls des Großen im Jahr 800 die legitime Nachfolge des alten Römischen Reiches angetreten hatte. Nach dem Untergang des Habsburgerreiches schien erstmals eine “großdeutsche Lösung” möglich - die Beschwörung eines “großdeutschen Reiches” sollte die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg kompensieren helfen. ÜBERSICHT
 

Heinrich der JĂŒngere von Braunschweig-LĂŒneburg-WolfenbĂŒttel

Heinrich Julius, Herzog von Braunschweig und LĂŒneburg

Heraldik (Heroldskunst) Wappenkunde). Die Heraldik kennt außer Schwarz, Blau, Rot und GrĂŒn, fĂŒr die keine besonderen Farbtöne festgelgt sind, die Metallfarben Gold und Silber. Letztere werden zumeist als Gelb oder Weiß wiedergegeben. HĂ€ufige Farbkombinationen der hier vorgestellten Ortswappen sindEintrag im Top-100

  • Blau-Gelb (Landesfarben des Freistaates Braunschweig, festgelegt in Paragraph 1 der Verfassung vom 6. Januar 1922)
  • Rot-Gold (dies sind sowohl die fĂŒrstbischöflich-hildesheimischen als auch die herzoglich-braunschweigischen Stammwappenfarben)
  • Rot-Weiß (doppelter Bezug und zwar zum Kloster Riddagshausen, das im Wappen den rot-weiß geschachtelten Zisterzienserbalken trug und zur Stadt Braunschweig).

Herzogtum Braunschweig Das Land Braunschweig, bis 1918 Herzogtum und bis 1946 Freistaat, war ein durch Erbteilung entstandener Teil der Welfenlande, geht also auf den (Allodial-)Besitz Heinrichs des Löwen zurĂŒck. Dieser Besitz wurde seinem Enkel, Otto dem Kind, vom Reich als Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg ĂŒbertragen. Alle welfischen Linien fĂŒhrten seitdem den Titel

  • HERZÖGE ZU BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG
    Durch das welfische Erbrecht, wonach jeder Sohn einen Teil des Landes seines Vaters erbte, zersplitterte das Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg in mehrere zum Teil unbedeutende Kleinststaaten. Diese Teilstaaten hatten staatsrechlich den Rang von
  • FÜRSTENTÜMERN.
    Es gab nebeneinander vier bis fĂŒnf verschiedene Linien, die ein wenig ĂŒbersichtlicher werden, wenn man bedenkt dass die beiden Hauptorte
  • BRAUNSCHWEIG und LÜNEBURG
    (mit einer kurzen Unterbrechung) zu verschiedenen Teilen gehörten. So standen im Gesamthaus in drei zeitlich aufeinanderfolgenden Perioden die HĂ€user Braunschweig und LĂŒneburg stets nebeneinander

Die TeilfĂŒrstentĂŒmer existierten bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806. Nach dem Wiener Kongress entstanden als Nachfolgestaaten das Königreich Hannover und das Herzogtum Braunschweig.

Hildesheimer Stiftfehde  (1519-1523) kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Hochstift Hildesheim und den Braunschweiger Herzögen. 1523 gewinnt Herzog Heinrich d.J. den grĂ¶ĂŸten Teil des Hochstiftes Hildesheim fĂŒr WolfenbĂŒttel.

Himbten, altes Braunschweiger Hohlmaß, dessen Eichung auf den Originalhimbten von 1567 zurĂŒckgeht. GebrĂ€uchlich fĂŒr Getreide, dessen Gewcht je nach Feuchtigkeit und Verunreinigung unterschiedlich ausfiel. Ein Himbten Roggen entspach 1750 etwa 46 Braunschweiger Pfund, ein Sack Getreide waren etwa 6 Himbten. Die nĂ€chst kleinere Einheit war der Wispel.

Hochmeister höchster Titel im Deutschen Orden. Dem Hochmeister direkt unterstellt, waren die Komture

Hohenzollern, preußisch-deutsches Herrschergeschlecht, das sich auf eine schwĂ€bische Grafenfamilie im 11. Jahrhundert zurĂŒckfĂŒhrenn lĂ€sst. Die Herrscher Brandenburgs und Preußens stammten von den Hohenzollern ab, ebenso die deutschen Kaiser seit 1871.
         Der Name des Geschlechts leitet sich von seiner Stammburg Zollern / Hohenzollern in der NĂ€he des schwĂ€bischen Hechingen ab. Als Stammvater gilt Friedrich von Zollern, der 1111 durch Friedrich I. von Staufen, in den Grafenstand erhoben wurde. 1191 erhielt Friedrich III., ein Vertrauter von Kaiser Barbarossa, die Burggrafschaft NĂŒrnberg. 1227 teilten die Söhne Friedrichs III. das hohenzollernsche Erbe - Friedrich IV. erhielt die schwĂ€bischen StammgĂŒter, Konrad I. die Burggrafschaft. So entstanden die schwĂ€bische und die frĂ€nkische Linie.
         Die frĂ€nkische Linie erwarb im 14. Jahrhunderts Bayreuth, Kulmbach und Ansbach. Sie wurde in den ReichsfĂŒrstenstand erhoben. 1417 erhielt Burggraf Friedrich VI. das KurfĂŒrstentum Brandenburg. Friedrichs Sohn Albrecht Achilles fĂŒhrte 1473 die Sekundogenitur (Erbe der nachgeborenen Söhne) des brandenburgischen KurfĂŒrstentums ein. Sein Ă€ltester Sohn Johann Cicero erhielt demzufolge das KurfĂŒrstentum, seine Nachkommen behaupteten die Kur- und spĂ€ter die KönigswĂŒrde in Brandenburg und Preußen. 1701 wurde KurfĂŒrst Friedrich III. als Friedrich I. König in Preußen. Dann lösten sich auf dem preußischen Thron ab: Friedrich Wilhelm I., Friedrich II., der Große, Friedrich Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. König Wilhelm I. wurde 1871 deutscher Kaiser. Seine Nachfolger auf dem Kaiserthron waren Friedrich III. und Wilhelm II. Die Herrschaft der Hohenzollern in Preußen und im Reich endete 1918 mit der Abdankung Wilhelms II.
         Der schwĂ€bische Zweig der Hohenzollern hielt die Grafschaften Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen. Bis zur Abdankung König Michaels im Jahre 1947 stellte das Haus Hohenzollern die rumĂ€nischen Könige. Die Linie Hohenzollern-Hechingen aus dem schwĂ€bischen Zweig des Geschlechts erlosch 1869.

Hufe 1 Hufe sind ca. 8 ha Land. Als eine Hufe galt das mit einem Tier in 30 Tagen umgepflĂŒgte Land - 30 Morgen. Davon konnte eine Familie leben).

Jena und Auerstedt (Doppelschlacht 1806). Im dichten Nebel begann am 14-Okober 1806 um 6:00 Uhr der erste französische Angriff. Auf den beiden Schlachtfeldern von Jena und Auerstedt trafen 240 000 Soldaten Frankreichs auf der einen und Preußens und Sachsens auf der anderen Seite aufeinander. Auf einer FlĂ€che von sechs mal zwölf Kilometern fochten auf dem Jenaer Schlachtfeld 150 000 Soldaten gegeneinander, von denen 100 000 in unmittelbaren Kampfhandlungen standen.
         Bei Auerstedt begegneten sich 85 000 Soldaten. Hier standen 65 000 Soldaten in unmittelbaren Kampf, da zwei preußische Reservedivisionen nicht zum direkten Kampfeinsatz kamen. Als Carl Wilhelm Ferdinand, der militĂ€rische Oberbefehlshaber der preußischen Armee, bei Auerstedt-Hassenhausen durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde, bestellte der unentschlossene preußische König keinen neuen Oberbefehlshaber. Die Preußen verzettelten sich in unkoordinierten Einzelgefechten und wurden schließlich von den Franzosen unter Marshall Davout auf beiden Schlachtfeld-Arealen besiegt.
         Jena und Auerstedt wurde zu einem Wendepunkt der europĂ€ischen Geschichte. Preußen verlor seine Stellung als Großmacht, Braunschweig seinen Herzog und seine Eigenstaatlichkeit. Damit fand zugleich die wichtigste Epoche der neuzeitlichen Geschichte Braunschweigs ihr abruptes Ende. Bei den ersten Verhandlungen wurde deutlich, wie tief verwurzelt das Trauma der Campagne in Frankreich im Jahr l792, bei Napoleon war, denn Napoleon reagierte mit wĂŒtender Verachtung. Er verwies auf die Drohung des Braunschweiger Herzogs, Paris dem Erdboden gleichzumachen - ein Plan der nur verrĂŒckt gewesen sein konnte. Voller Hass stellte er fest „Nur dem Herzog von Braunschweig verdankt Preußen und Frankreich allein den Krieg". Da er ihn allein verantwortliich machte kannte er auch keine Gnade fĂŒr dessen Land, als er feststellte: „Das Haus Braunschweig hat aufgehört zu regieren."

    Vorgeschichte: Kurz vor Einmarsch der österreichisch-preußischen Truppen in Frankreich  hatte deren Oberbefehlshaber, Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, am 25. Juli 1792 das so genannte Koblenzer Manifest erlassen, in dem er die Beseitigung der „Anarchie" und die Befreiung des Königs als oberstes Ziel des Krieges gegen das revolutionĂ€re Frankreich herausstellte und mit Repressalien und Racheakten drohte. Am 10. August 1792 folgte der Sturm auf die Tuilerien, die ErstĂŒrmung der französischen Königsresidenz durch das Volk. Der Kampf des reaktionĂ€ren „alten" Europas unter FĂŒhrung Preußens gegen die AufstĂ€ndischen in Frankreich scheiterte 1794 wĂ€hrend der Französischen Revolution. In den folgenden Auseinandersetzungen begann der Aufstieg des Revolutionsgenerals Napoleon Bonaparte (1769-1821). Neben dem von ihm gegrĂŒndeten Rheinbund, einem BĂŒndnis von 16 ReichsstĂ€nden, gab es fĂŒr ein deutsches Kaisertum keine Basis mehr, so dass Franz II. (1768-1855) am 6. August 1806 die Kaiserkrone niederlegte. Danach kam es zum Preußisch-Französischen Konflikt und der KriegserklĂ€rung Preußens an Frankreich am 9. Oktober 1806 - Auseinandersetzungen, die sich in die Doppelschlacht von. Jena und Auerstedt mĂŒnden

    Das heutige Pfarrhaus Hassenhausen bei Jena beherbergt im oberen Geschoss eine stĂ€ndige Ausstellung zum Thema 14. Oktober 1806.  Mit dem Braunschweigischen Landesmuseum und dessen Museumsdirektor Herrn Dr. Gerd Biegel -er ist Schirmherr der GedenkstĂ€tte - hat man eine langt fristige Zusammenarbeit vereinbart und die Ausstellung dem Herzog von Braunschweig gewidmet.

Jura (vor 206-142 Mio Jahren), Zeitraum des Erdmittelalters (Mesozoikum), benannt nach dem Juragebirge zwischen FrĂ€nkischer Alb, SchwĂ€bischer Alb und Schweizer Jura. Das Zeitalter wird nach den Farbschichten der Gesteine in den Schwarzen Jura (Lias), den Braunen Jura (Dogger) und den Weißen Jura (Malm) gegliedert. Gesteinsschichten des Jura sind bedeutende FundstĂ€tten fĂŒr Fossilien (Fischsaurier, Riesenammoniten) und beherbergen wirtschaftlich wichtige Eisenerzlager (Rottorf am Klei, Erztagebau Haverlahwiese im Salzgitter-Höhenzug und Hondelage).

Kasematte, Wallgewölbe, nach dem italienischen casa matta (grch. chasmata, ErdklĂŒfte). Eine Kasematte ist ein schuss-sicherer Raum in einer Festung oder Burg, meist unter der Erde. Hier wurden Wafen und Material gelagert und auch Soldaten untergebracht.

Kemenate, kleiner, ursprĂŒnglich wohl nur im Obergeschoss beheizbarer Steinbau mit quadratischem Grundriss und voll unterkellert. Kemenaten dienten in mittelalöterlichen StĂ€dten als Speicher und Wohnraum. In Kriegszeiten und bei BrĂ€nden dienten sie der Sicherung wertvollen Besitzes.

Kommende (aus dem Lateinischen von commendare = anvertrauen)
a) Bezeichnung fĂŒr das einzelne Kloster oder eine Verwaltungseinheit (Komturei) innerhalb der Ritterorden.
b) Benefizium, dessen Inhaber nur die PfrĂŒndeeinkĂŒnfte erhĂ€lt, nicht aber das dazugehörige Kirchenamt verwaltet. Diese Form der Kommende entstand in der Karolingerzeit. Durch die SĂ€kularisierung im 18. und 19. Jahrhundert gingen viele Kommenden unter

Komtur(ei) (lat) Ordensritter, Inhaber einer Komturei, d.h. des Ordenshauses eines geistigen Ritterordens Statthalter des Hochmeisters. Der Komtur ĂŒbte alle Befugnisse der Obrigkeit wie Landverleihung, Steuerwesen, Gerichtbarkeit aus und war direkt dem Hochmeister unterstellt

Kotsass (oder Kossath) ist der Besitzer eines Kotten einer Kate. Andernorts wirt er auch “Kötter” genannt. Er besitzt nur ein kleines Haus mit etwas Gartenland und verdingt sich auf grĂ¶ĂŸeren Höfen als Tagelöhner oder ĂŒbt eine handwerkliche TĂ€tigkeit aus. Aus diesem Grunde kommen hĂ€ufig Doppelbezeichnungen wie “Kotsaß und Zimmermann”, “Kotsaß und Leineweber”....einmal sogar “Kotsaß und Kunstpfeifer” (1677, Stapelburg) auf.

Kreidezeit (vor 65 bis 142 Mio Jahren), der jĂŒngste Abschnitt des Erdmittelalters (Mesozoikum). Nach der weitgehenden Verlandung beim Übergang von der Jura- zur Kreidezeit gerieten Norddeutschland und Teile SĂŒddeutschlands wieder unter Meeresbedeckung wobei das Meer, zur Zeit der Oberkreide Temperaturen zwischen 15 und 17°C aufwies. Auf diese Zeit gehen die namensgebenden hellen Kalksteine zurĂŒck. Die Tierwelt wurden auf dem Land von den Dinosauriern und in der Luft von den Flugsauriern bestimmt, BlĂŒtenpflanzen eroberten das Pflanzenreich. In den Meeren entwickelten die Ammoniten Riesenformen, die allesamt gegen Ende der Kreidezeit ausstarben. In den Regionen um Braunschweig herrschen tonige Ablagerungen aus der Unterkreide vor, so an den Flanken des Salzgitter-Höhenzugs, des Fallsteins und des Oderwalds. Entlang des nördlichen Harzrandes finden sich die kalkigen Gesteine der Oberkreide, besonders spektakulĂ€r an der Teufelsmauer.

KurfĂŒrsten, WĂ€hler des Königs (ÂŽkurÂŽ bedeutet Wahl). In der "Goldenen Bulle" von 1356 wurden zunĂ€chst die sieben KĂŒrfĂŒrsten bestĂ€tigt. Dies waren die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, der König von Böhmen, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der Pfalzgraf bei Rhein. SpĂ€ter Ă€nderte sich die Zusammensetzung, so erlangte 1692 Herzog Ernst-August fĂŒr Hannover die “KurwĂŒrde”. Der Wahlort war die BartholomĂ€uskirche in Frankfurt am Main, der sog. "Kaiserdom".
         Starb ein König, so lud der Mainzer Erzbischof innerhalb eines Monats zur Wahl, wie in Kapitel XVIII der Bulle vorgegeben. Nachdem alle Kollegen ihre Meinung dargetan hatten, Ă€ußerte sich der Erzbischof selbst. War nach 30 Tagen keine Einigung erzielt, so sollte das Verfahren dadurch beschleunigt werden, dass nur noch Wasser und Brot gereicht wurde - doch so weit ist es nie gekommen, da der Monach in der Regel bereits vor der Zusammenkunft feststand.
         Ab 1530 erfolgte sodann die Kaiserkrönung durch den Papst in Rom. SpĂ€ter fielen Königs- und Kaiserkrönung im Abstand von wenigen Wochen zusammen, und zwar in Frankfurt. Dies waren prĂ€chtige Veranstaltungen, fĂŒr die die Stadt fĂŒr Besucher geschlossen wurde. Noch heute zeugen viele Fenster rund um den Römer vom GeschĂ€ftssinn der Frankfurter: sie wurden wegen der guten Sicht auf das Spektakel an Neugierige vermietet.

KurfĂŒrstentum im Deutschen Reich vom 13. Jahrhundert bis 1806 die zur Königswahl berechtigten FĂŒrstentĂŒmer; davor war der WĂ€hlerkreis unter den FĂŒrsten nicht begrenzt. 1257 gab es sieben KurfĂŒrsten.

Lecheln Holz - Das „Hohe Gericht“ im Lechlumer Holz. Am westlichen Rand des Lcchlumer Holzes verlieft die alte Heerstraße, die von WolfenbĂŒttel kommend ĂŒber Stöckheim und Melverode nach Braunschweig fĂŒhrte Auf einer Kuppe ĂŒber der Oker liegt hier die um 1600 erstmals historisch erwĂ€hnte HauptrichtsttĂ€tte des alten FĂŒrstentums. Bis zu ihrer Verlegung auf den Wendesser Berg 1759 wurden hier die meisten Hinrichtungen der fĂŒrstlichen Rechtsprechung vollzogen Auf Karten aus der Zeil um 1600 wird die RichtstĂ€tte zumeist mit einem großen Vierpfostengalgen und zwei kleineren Dreipfostengalgen sowie RichtpfĂ€hlen und RĂ€dern wiedergegeben. Die großen Galgen warenerforderlich, weil man die Leichname der Delinquenten in der Regel bis zur Verwesung zur Abschreckung hĂ€ngen ließ.
         Die Galgen worden von den Mitgliedern der Zimmergilde gemeinsam errichtet, wie verschiedene ĂŒberlieferte Abrechnungen belegen. Offersichtlich war kein Handwerker bereit, allein diese anrĂŒchigen Arbeiten zu ĂŒbernehmen. So wurden bei einem solchen Anlass da Zimmergilde 1703 drei halbe Fass Bier, drei Seiten Speck und Brot fĂŒr 85 Personen gezahlt .1730 waren die Mitglieder der Gilde erst bereit, neue Galgen aufzustellen, nachdem Musikanten mit ihnen gemeinsam zur RichtstĂ€tte gezogen waren und der Obergildemeistcr die ersten Splinte von dem zu errichtenden neuen Galgen und zwei PfĂ€hlen gehauen hatte.
         Hinrichtungen waren im Mittelalter und bis in die frĂŒhe Neuzeit oft mit den grausamsten Torturen verbunden. Neben HĂ€ngen und Enthaupten kamen Vierteilen, RĂ€dern. ZerstĂŒckeln und Verbrennen hĂ€ufig vor. Letzteres war vor allem die Haupthinrichtungsform fĂŒr sog. „Hexen". Die Hexenverfolgungen hatten besonders wĂ€hrend der Regierungszeit von Heinrich Julius (1589-1613) ein erschreckendes Ausmaß angenommen. So berichtet eine Chronik von 1590: 
„In den Fasten dieses Jahres ließ der Herzog viele Hexenmeister und Zauberinnen zn WolfenbĂŒttel verbrennen, ab wohin aus dem Landes Braunschweig, Göttingengen und Calenbergischen Theils. alle Maleficanten zusammen gebracht und gerichtet wurden... Wie dann zu WolfenbĂŒttel öfters an einem Tag 10, 12 und mehr gebrant, und der Orts des Lecheln Holzes von den ZauberpfĂ€hlen als ein kleiner Wald anzusehen gewesen".
        
1759 wurde die RichtstĂ€tte auf den Wendesser Berg verlegt. Die StĂ€tte im Lechlumer Holz geriet langsam in Vergessenheit, bis sie 1964 von dem Braunschweiger Stadtheimatpfleger Wilhelm Bornstedt wiederentdeckt wurde. Unter schĂŒtzendem Wald ist der Richtplatz mit zwei rechteckigen, von Graben umgebenen Podien gut erhalten geblieben. Zufahrtsrampen ruhten zu jedem der Podien von der allen Heerstraße, dem heutigen Feldweg. Auf Betreiben von W. Bornstedt wurde der Platz bis 1981 vorsichtig wiederhergestellt. Zur Erinnerung an die Opfer wurde 1986 von Klaus-Dieter Raschke eis Gedenkstein gestiftet.
         Der historisch bekannteste Delinquent einer Hinrichtung im FĂŒrstentum WolfenbĂŒttel war der LĂŒbecker BĂŒrgermeister JĂŒrgen Wullenweber. Infolge religiöser und sozialer Auseinandersetzungen der Rcformationszeit war er von 1536 - 37 auf der Burg SteinbrĂŒck eingekerkert und wurde nach einem - wir wĂŒrden heute sagen. – „politischen Prazess" im September 1537 mit dem Schwert hingerichtet Dass diese Hinrichtung bereits im Lechlumer Hob vollzogen wurde, ist wahrscheinlich aber nicht historisch verbĂŒrgt

Nach Wilhelm Bornstedt „Das Herzogliche Hohe Gericht im Stöckheimer Streithorn am Lecheln Holze vom 16. Bis zum 19. Jahrhundert. Denkmalpflege und Geschichte Heft 11, Braunschweig 1982

Meierrecht erbliches Zeitpacht-VerhÀltnis

Mesozoikum,  Erdmittelalter, folgt auf die Ära des PalĂ€ozoikums (das Erdaltertum) und geht dem KĂ€nozoikum (der Erdneuzeit) voran. Das Mesozoikum, das vor etwa 250 Millionen Jahren begann und vor 65 Millionen Jahren endete, ist in drei Perioden unterteilt: Trias, Jura und Kreide.

Mittelalter, in der europĂ€ischen Geschichte die Zeit zwischen dem Ende des Weströmischen Reiches (476) und - je nach Auslegung - der Eroberung Konstantinopels durch die TĂŒrken (1453), der Entdeckung Amerikas (1492) oder dem Beginn der Reformation (1517)

  • FrĂŒhmittelalter: 476 bis 1000
  • Hochmittelalter: bis 1250
  • SpĂ€tmittelalter: bis 1500

MĂŒnchhausen

Oesel am Eulenspiegelradweg

Ösel, eine 156 m hohe Erhebung sĂŒdöstlich von WolfenbĂŒttel. Der HĂŒgel, welcher als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, ist auf knapp 2 km LĂ€nge und 1 km Breite von ausgedehnten RasenflĂ€chen ĂŒberzogen. Dieser Magerrasen reprĂ€sentiert ein historisches Landschaftsbild, wie es einst fĂŒr weite Teile des ostfĂ€lischen Berg- und HĂŒgellandes charakteristisch war. Geringer Baumbestand bedeckt lediglich den östlichen Abhang, wĂ€hrend StrĂ€ucher und GebĂŒsche die RĂ€nder der ehemaligen SteinbrĂŒche sĂ€umen. Hier sieht man, dass die zum Teil fossilienreichen Gesteinsschichten nicht waagerecht ĂŒbereinanderliegen, sondern steilgestellt sind; sie fallen nach Osten hin ab. Vor allem Rogenstein, Wellen- und Trochitenkalk aus der Triaszeit wurden hier abgebaut. Herzog Bernhard gestattete im Jahre 1425 „den BĂŒrgern der Stadt Braunschweig, auf dem Ösel Steine zu brechen und Kalk zu brennen”. Der Transport  wurde auf Altenau und Oker mit KĂ€hnen durchgefĂŒhrt. Vom Ösel stammt auch ein erheblicher Teil der am Ende des 16. Jahrhunderts zum Bau der Festung WolfenbĂŒttel benötigten Steine. 1575 erstellt Herzog Julius fĂŒr die Steinkuhlen des Elms, der Asse und des Ösels ein “Instrumentenbuch” mit den fĂŒr jede Steinkuhle notwendigen GerĂ€ten.

Ostfalen Wie heißt unsere Region? “Braunschweiger Land” oder “Ostfalen”? Beides ist richtig, denn das Braunschweiger Land liegt gewissermaßen auf ostfĂ€lischem Grund. Heutzutage allerdings reduziert sich das OstfĂ€lische allenfalls auf ein Kapitelchen Heimatkunde und natĂŒrlich auf die Mundart. "OstfĂ€lisch" ist eine der Sprachen im Verbreitungsgebiet des Niederdeutschen und Plattdeutschen. Es wird in Ostfalen - jedoch nicht im Harz - gesprochen. Unterschiede im Dialekt gibt es mitunter von Ort zu Ort, Beispiele: KĂ€ken - Kauken (= Kuchen), HĂŒs - Huis (= Haus). Wie es sich auch anhört, jede derartige Lautform ist ein richtiges OstfĂ€lisch.Was hĂ€lt denn unsere Region zusammen? Hier sei an den Vorschlag erinnert, sie als “Mitte Nord” zu titulieren. “Braunschweiger Land” ist sicher die sympathischere Variante davon. Aber auch damit ist nicht wirklich IdentitĂ€t zu stiften, denn wo bleiben Wolfsburg, Gifhorn und Goslar? Die fallen historisch gesehen nicht darunter. Also doch “Ostfalen”?"
         Ein Blick in die Geschichte :  "Ostfalen" wird die durch den frĂŒhmittelalterlichen Stamm der Ostfalen beherrschte Region genannt Am Ende des 8. Jahrhunderts ware das im Wesentlichen die karolingischen BistĂŒmer Verden, Hildesheim und Halberstadt. Die Region um den Harz herum war die Heimat des ottonischen Königs- und Kaiserhauses, sie ist durch StiftsgrĂŒndungen und Burgen geprĂ€gt. Verbunden sind die StĂ€dte durch den romanischen Baustil, Stadtrecht und Reformation, Bergwerks- und Technikgeschichte. Ein weiteres Zeichen der regionalen Verbundenheit ist das Weltkulturerbe, das in Hildesheim, Goslar und Quedlinburg zu finden ist. Braunschweig liegt in dieser West-Ost-Achse gewissermaßen als Drehscheibe im historischen Mittelpunkt.
         UrsprĂŒnglich steht die Bezeichnung "Ostfahlen" oder "Ostfalen" fĂŒr eine Region, in der ein niedersĂ€chsischer Stamm lebt. Den Namen gibt es seit dem Jahr 775 fĂŒr das Gebiet des damaligen östlichen Sachsen - ein Gebiet also, welches zuvor ĂŒberwiegend zum ThĂŒringischen Reich gehört hatte. Dieses reicht von der LĂŒneburger Heide bis zum Harz und zur unteren Unstrut, im Osten bis zur Elbe und zur unteren Saale und im Westen bis ĂŒber Hildesheim hinaus. Nach dem erfolgreichen Feldzug der Franken (Schlacht an der Unstrut, 531) wurde das Land vornehmlich den Sachsen zur weiteren Besiedlung ĂŒberlassen. So ist der Name Ostfalen (fĂŒr Personen) aus der Verschmelzung der Sachsen mit den ThĂŒringern hervorgegangen. SpĂ€ter wurde er dann als Stammesname verwendet. Im spĂ€ten Mittelalter bezeichnet "Ostfalen" ein von Engern und Westfalen unterschiedenes Rechtsgebiet.
         Dem aufmerksamen Besucher dieser Seiten wird nicht entgangen sein, dass die Beschreibungen dieser HP sich - ausgehend vom Elm-Asse-Tal sich weit in das ostfĂ€lische Gebiet hinein erstrecken: kurz nach dem Wegfall der innerdeutschen Grenze wurde im September 1991 die Arbeitsgemeinschaft, DEUREGIO 2000 Helmstedt, in der sich die Landkreise Haldensleben, Oschersleben, Wanzleben und Wolmirstedt aus Sachsen-Anhalt und der niedersĂ€chsische Landkreis Helmstedt zusammengeschlossen hatten, gegrĂŒndet. 1993 wurde die Arbeitsgemeinschaft in einen eingetragenen Verein mit dem Namen “
DEUREGIO OSTFALEN ” umbenannt. Die Landschaftsbezeichnung "Ostfalen" deckt alle Landkreise dieses Raums ab. Der Begriff "DEUREGIO" zeigt Parallelen zu grenzĂŒbergreifenden von Nachbarn auf europĂ€ischer Ebene geprĂ€gten Regionen, die als Vorbild dienten. ErwĂ€hnt sei Euregio (Maas-Rhein Gebiet im Deutsch-Belgischen Grenzbereich).
         Die Verwaltungsreform in Sachsen-Anhalt im Anschluß an die Wahlen vom 12. Juni 1994 machte aus den ursprĂŒnglich fĂŒnf nur noch drei Kreise. Doch die FlĂ€che und die Einwohnerzahl der Gemeinschaft wurden grĂ¶ĂŸer. Die frĂŒheren Landkreise Haldensleben und Wolmirstedt wurden nicht nur zum Ohrekreis zusammengelegt, sondern es wurden noch einige Orte der Nachbarkreise eingegliedert, insbesondere Oebisfelde und umliegende Orte galt; dieses Gebiet war frĂŒher Teil des Kreises Klötze, der gĂ€nzlich verschwand. Außerdem bilden nun die Kreise Wanzleben und Oschersleben einschließlich einiger Grenzkorrekturen den Bördekreis.
         Nach der Neuordnung umfasst die Deuregio Ostfalen eine FlĂ€che von etwas mehr als 3047 Quadratkilometern, wovon knapp 1500 Quadratkilometer auf den Ohrekreis entfallen. Der Bördekreis misst rund 880 Quadratkilometer und der Landkreis Helmstedt ist mit nahezu 674 Quadratkilometern der kleinste - allerdings am dichtesten besiedelte - Kreis.
Karte Tourismus

 

Ottonische Zeit Nach der Konsolidierung des sĂ€chsischen Kaiserhauses erlebte das Ottonenreich (Mitte des 10. bis Anfang des 11. Jahrhunderts) einen kulturellen Aufschwung, die so genannte ottonische Renaissance. Diese geistige Neubelebung ging nicht mehr wie bei den Karolingern direkt vom Hof aus, sondern von den Reichsklöstern. Aus dieser Epoche, die am Beginn einer eigenstĂ€ndigen deutschen Kunstentwicklung steht, haben sich bedeutende Zeugnisse erhalten.
         Zu den bemerkenswertesten historischen Entwicklungen des Mittelalters gehört der Aufstieg und Erfolg der Sachsen von einem unterworfenen und zwangsmissionierten Volk zum fĂŒhrenden Reichsvolk innerhalb eines Jahrhunderts. Unter den Ottonen verlagerte sich der politische Schwerpunkt Sachsens in das nördliche Harzvorland. Otto der Große machte sich unter anderem durch seinen Sieg ĂŒber die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955 einen Namen. Als seinen Vertreter in Sachsen setzte er 966 den Markgrafen Hermann Billung ein, der damit "Herzog in Sachsen" wurde. Fortan wurde die sĂ€chsische HerzogswĂŒrde vom König bzw. Kaiser verliehen und zwar fĂŒr die nĂ€chsten 140 Jahre an die Billunger.

Perm (vor 295-248 Jahren), Ende des Erdaltertums (PalĂ€ozoikum). Die Gesteinsabfolge gliedert sich in das Rotliegende (Unterperm) und die Zechsteinsalze (oberperm) an deren Basis der fossilreiche Kupferschiefer zu finden ist. Im jĂŒngeren Erdmittelalter formte sich die Landschaft unserer Region durch Salzaudfstieg zu der heute bekannten Form.
         Der Name "Perm" geht ĂŒbrigens auf den ehemaligen Verwaltungsbezirk im Uralgebirge ab, wo Gesteine dieses Zeitalters erstmals erforscht wurden.

Pfalz (von lateinisch “palatium”: [kaiserlicher] Palast und althochdeutsch “phalanza”), im Mittelalter Palast des Königs bzw. Kaisers im Heiligen Römischen Reich.Die Pfalzen dienten den reisenden Königen und Kaisern mit ihrem Hof als Unterkunft sowie zur Abhaltung von Hoftagen, zum Grenzschutz und, vor allem in salischer Zeit, als Verwaltungszentren.

Phillipp-Ludwig

PrĂ€monstratenser (lat. die "Vorherbestimmten"),  wurden von Norbert von Xanten in namensgebenden PrĂ©montrĂ© im Jahre 1120 als zentralisierter Orden der Chorherren gegrĂŒndet.  In Belgien und den Niederlanden werden die sie "Norbertijnen" (Norbertiner) genannt. Wie die Augustiner Chorherren und die Kreuzherren zĂ€hlten die PrĂ€monstratenser zu den Regularkanonikern (Mitglieder einer Stiftskirche, die  ein OrdensgelĂŒbde abgelegt haben) und sie breiteten sich rasch in Deutschland aus, um vor allem im Osten vor allem die Kolonisierung und Christianisierung der Slawen voranzutreiben. PrĂ€monstratenserinnen bilden die von Norbert im Jahre 1121 gegrĂŒndete weibliche Genossenschaft mit sehr strenger Ordensregel. http://Praemonstratenser.de .

Preußen, ehemaliges Königreich und Land im Deutschen Reich. Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit seiner grĂ¶ĂŸten Ausdehnung, erstreckte es sich von den KĂŒsten der Nord- und Ostsee im Norden bis zur Schweiz im SĂŒden und Österreich-Ungarn im SĂŒden und SĂŒdosten, von Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg im Westen bis zum Russischen Reich im Osten.
         Der Volksstamm, von dem sich der Name Preußen herleitet, wird in den frĂŒhesten Quellen als Prussi oder Borussi bezeichnet. Er war mit den Litauern verwandt und bewohnte das Gebiet zwischen der Weichsel und der unteren Memel. Die Sachsen drangen im 10. Jahrhundert nach Osten bis in dieses Gebiet vor, konnten die Preußen aber weder unter ihre Herrschaft bringen noch zum Christentum bekehren. In der zweiten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich eine starke Opposition gegen den Deutschen Orden. Nach mehreren Kriegen blieb diesem 1466 nur noch der östliche Teil, allerdings unter polnischer Lehenshoheit. Westpreußen fiel ganz an Polen. 1525 wandelte der letzte Hochmeister, Albrecht von Brandenburg, den Ordensstaat Ostpreußen in das weltliche, erbliche Herzogtum Preußen um. 1618 fiel dieses an Johann Sigismund, einen Hohenzollern. Sein Enkel Friedrich Wilhelm, KurfĂŒrst von Brandenburg, löste im Frieden von Oliva 1660 Ostpreußen aus der polnischen Lehenshoheit. Er zentralisierte die Verwaltung und drĂ€ngte den Einfluss des Adels und der StĂ€dte zurĂŒck.
           Das moderne Preußen war - mit großen territorialen Änderungen - nacheinander ein souverĂ€nes Königreich (1701-1871), das grĂ¶ĂŸte Königreich innerhalb des Deutschen Reiches (1871-1918), ein Bundesstaat in der Weimarer Republik (1919-1933) und eine Verwaltungseinheit mit 13 Provinzen im gleichgeschalteten Dritten Reich (1933-1945). Nach dem 1. Weltkrieg musste Deutschland im Versailler Vertrag von 1919 Westpreußen an Polen abtreten. Ostpreußen wurde durch einen Gebietsstreifen, den Polnischen Korridor, von Deutschland abgetrennt, womit Polen der Zugang zur Ostsee zu ermöglicht wurde. Die anderen Provinzen waren die Rheinprovinz, Brandenburg, Pommern, Berlin, Sachsen, Schleswig-Holstein, Hannover, Westfalen, die Grenzmark Posen-Westpreußen (heute Polen), Hessen-Nassau, Hohenzollern und Schlesien (heute verteilt auf Polen und die Tschechische Republik). Nach dem 2. Weltkrieg wurde Preußen 1947 aufgelöst und, mit Ausnahme von Ostpreußen, auf die vier Besatzungszonen Deutschlands verteilt.

Prignitz Landkreis in Brandenburg mit der Kreisstadt Perleberg. Eine trockene und waldreiche Sandlandschaft m Nordwesten Brandenburgs von 2 123 Quadratkilometern und mit 103 000 Einwohnern. Weitere Landkreise in Brandenburg sind:

  • Barnim, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Havelland, MĂ€rkisch-Oderland, Oberspreewald-Lausitz, Oberhavel, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Spree-Neiße, Teltow-FlĂ€ming und Uckermark.

Primogenitur Erbfolgeregelung wobei ausschließlich der Erstgeborene mĂ€nnliche Nachkomme erbberechtigt ist. Im FĂŒrstentum Braunschweig-WolfenbĂŒttel 1535 im “Pactum Henrico-Wilhelminum” anlĂ€sslich des Erbvergleichs zwischen Herzog Heinrich d. J. und seinem Bruder Wilhelm eingefĂŒhrt.

Regenstein vom 12. bis zum 15. Jahrhundert Herrschaftsmittelpunkt der gleichnamigen Grafschaft, deren MachtfĂŒlle den grĂ¶ĂŸten Teil des Nordharzes und seines Vorlangs umfasste. Die Ă€ltesten Funde am Ort der Burg Regenstein gehen auf das frĂŒhe 11. Jahrhundert zurĂŒck. Mitte des 15. Jahrhunderts wird der Regenstein zugunsten von Blankenburg und Derenburg aufgegeben. Reste der mittelalterlichen Grafenburg mit 32 erhaltenen FelsrĂ€umen und die barocke Bergfestung aus dem 17. Jahrhundert (35 Bastionen, Toranlage, Grabensystem und GeschĂŒtzplattformen) sind noch heute zu besichtigen.

Residenzen / Herzögliche Nebenresidenzen Mit der VergrĂ¶ĂŸerung der fĂŒrstlichen Familie - Herzog August d.J. (1635-1666) hatte aus drei ehen fĂŒnfzehn Kinder, von denen sieben das heiratsfĂ€hige Alter erreichten - entstanden ĂŒber das gesamte Territorium fĂŒrstliche Hofhaltungen. Herzog Rudolf August (1666-1704) zog nach dem Tod des Vaters aus dem kleinen Schloß auf die andere Seite des Okerarmes in die historische Residenz WollenbĂŒttel, wohnte aber mit seiner Gemahlin Christiane Elisabeth GrĂ€fin von Barby (1634-1681) die er 1650 geehelicht hatte, am liebsten nach Hedwigsburg. In Braunschweig richtete er nach 1671 den Grauen Hof als zusĂ€tzliches Residenzschloss her. In den Jahren 1653-1655 bekam das Herzogpaar drei Töchter, darunter Christine Sophie, die Äbtissin von Gandersheim wurde. Seiner zweiten Frau Rosine Menten (“Madame Rudolphine”) ließ Herzog Rudolf August in Vechelde ein Schloss erbauen; der Weg dorthin wurde zum “Madamenweg”. SpĂ€ter ĂŒbertrug ihr  auch Hedwigsburg.
         Herzog
Anton-Ulrich (1685/1704-1714), wie Rudolf August Sohn aus der Ehe mit Dorothea von Anhalt-Zerbst, heiratete 1656 Elisabeth Juliane, die Tochter des Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein-Norburg. Sie bekamen von 1657 bis 1672 sieben Söhne und sechs Töchter, von denen drei, bzw. vier die ersten Kindheitsjahre ĂŒberlebten. Anton Ulrich besaß seine erste selbstĂ€ndige Residenz anscheinend im Schloss von Schöningen, wohnte aber lieber in WolfenbĂŒttel im Schloss SalzdahlumKleinen Schloss, ehe er sich dann in Salzdahlum, zwischen Braunschweig und WolfenbĂŒttel, ein Schloss mit großzĂŒgiger Gartenanlage bauen ließ und einrichtete. Als großer Kunstkenner verwahrte er hier seine bedeutenden Kunstsammlungen. Ein Jagdschloss unterhielt der Herzog in Langeleben am Elm. Der dritte Bruder, Ferdinand Albrecht (1736-1687), der “Wunderliche”, Sohn aus der dritten Ehe Augusts mit.Sophie Elisabeth von Mecklenburg-GĂŒstrow, wurde von der Regierungsverantwortung ferngehalten und mit dem Renaissanceschloß der Herren von MĂŒnchhausen in Bevern im Solling abgefunden. In Gandersheim wurde die Burg ausgebaut und den höfischen BedĂŒrfnissen angepasst. Mit der genannten Tochter von Rudolf August als Äbtissin des freiweltlichen Kanonissenstiftes (1678-1681) begann auch hier das Hofleben, das unter Anton Ulrichs Tochter Henriette Christine (1694-1712) seinen Höhepunkt erreichte. FĂŒr Anton Ulrichs jĂŒngeren Sohn Ludwig Rudolf (1731-1735) wurde anlĂ€sslich seiner Heirat mit Christine Luise, Tochter des FĂŒrsten zu Öttingen, 1690 eine Hofhaltung in Blankenburg eingerichtet.

Risalit(e) [It.]Vorspringende Baukörper bei ReprĂ€sentationsbauten. Das Braunschwiger Schloss besaß Risalite im Norden und SĂŒden. Der NordflĂŒgel (“Herzogsfronte”) stand der Westfassade (Bohlweg) an Pracht kaum nach.

Romkerhall - das Königreich Im vorigen Jahrhundert gehörte das Gebiet um Romkerhall zum Königreich Hannover. König Georg V., der mit Prinzessin Marie von Sachsen-Anhalt verheiratet war, residierte in der NĂ€he von Hildesheim.im Schloss Marienburg bei Nordstemmen. Die romantische Gegend um Romkerhall muss dem König besonders gefallen haben, denn er errichtete hier seinen Jagdsitz und ließ 1862 den höchsten Wasserfall des Harzes anlegen. Dazu ließ er die Kleine Romke umleiten und das Wasser an der 64m hohen Felsenkante herabstĂŒrzen. Gleichzeitig erklĂ€rte er Romkerhall zu seinem Herrschaftsbereich. 1918 ging die Monarchie in Deutschland zu Ende und die Geschichte des Hauses Romkerhall geriet erst einmal in Vergessenheit.
         Als jedoch der jetzige Besitzer Romkerhall nach einem Brand kaufte, erfuhr er, dass dieses Gebiet nach der Annektion des Königreiches Hannover von den Preußen  keiner Gemeinde zugeordnet worden war. Es ist bis heute gemeindefrei. Alsbald gelang es, in der Prinzessin und Herzogin von Sachsen - sie war mit Prinz Thimo, dem Enkel des letzten Sachsenkönigs Friedrich August III. verheiratet - eine neue Königin fĂŒr das gemeindefreie Territorium zu finden. 1988 erfolgte die offizielle Inthronisierung und Romkerhall wurde zum kleinsten Königreich der Welt ausgerufen. Entsprechend der Tradition des Königreiches werden durch Ihre MajestĂ€t Barone ernannt und verdiente Persönlichkeiten zum Ritter geschlagen. Außerdem können Lieferanten den Titel "Hoflieferant" erhalten.
         Der "Club der Barone" zu Romkerhall hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition des Königreiches fĂŒr die Nachwelt zu erhalten. Dazu gehören auch FĂŒhrungen durch das Königreich Romkerhall. (Tel 05329-823, Fax 05329-223). KĂŒblingen beherbergte zwischen Juli und Oktober 2005 mit der Inhaberin der GaststĂ€tte “zur Baronin” ein Mitglied dieser erlauchten Gemeinschaft.
 

Sachsen, westgermanischer Stamm. Um Christi Geburt nördlich der unteren Elbe sesshaft. Seit dem 3. Jahrhundert Vorstoß zum Harz und Niederrein. Ein Teil zog im 5. Jahrhundert mit den Angeln und JĂŒten nach Britannien. Vier Volksgruppen werden unterschieden:

  • die Engern beiderseits der mittleren Weser;
  • die Ostfalen östlich davon;
  • die Westfalen im Westen;
  • die Nordalbingier im Norden.

772-804 Christianisierung in den Sachsenkriegen unter Karl dem Großen; Eingliederung in das FrĂ€nkische Reich. Im 9. Jahrhundert entstand ein Herzogtum, zunĂ€chst in der Hand der Ludolfinger, dann der Billunger, Lothars von SĂŒpplingenburgs und der Welfen. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen, 1180, erfolgt die Teilung. Name und HerzogswĂŒrde fielen mit Ostfahlen an die Askanier, die um Wittenberg und Lauenburg saßen.

  • Sachsen-Wittenberg fiel 1423 an die Markgrafen von Meißen.
  • Sachsen-Lauenburg fiel 1689 an das Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg, 1705 an Hannover.

Graf Hoyer von Falkenstein (links) und Eike von Repgow (rechts)Sachsenspiegel einflussreichste und Ă€lteste schriftlich fixierte Rechtssammlung des deutschen Mittelalters. Der Verfasser des Textes, Eike von Repgow, hat das „Sassen Recht" zwischen 1224/1225 und 1235 auf Aufforderung des Stiftvogts von Quedlinburg, des Grafen Hoyer von Falkenstein, lateinisch aufgezeichnet und ins Deutsche ĂŒbersetzt.
         Das Rechtsbuch ist in das Landrecht und das Lehnsrecht gegliedert und spiegelt die gesellschaftlichen Lebens- und RechtsverhĂ€ltnisse in Sachsen wider. Im einzelnen geht es um Verfassungsrecht, Gerichtsverfassung, Strafrecht und Strafverfahren, Familien- und Erbrecht, Dorf- und Nachbarrecht. Der Aufbau ist nicht durch strenge Systematik, sondern durch assoziatives AnknĂŒpfen gekennzeichnet, wobei das Recht plastisch und farbig dargestellt wird. Heute gehörtdie Bilderhandschrift zu den kostbarsten Handschriften der Herzog-August-Bibliothek. Auf 86 PergamentblĂ€ttern bietet sie mit 776 Bildstreifen und Illustrationen Handlungsanweisungen zum Rechtstext.
         Der Sachsenspiegel diente als Vorbild fĂŒr den Deutschenspiegel und den Schwabenspiegel, beides oberdeutsche RechtsbĂŒcher. Er beeinflusste nicht nur den gesamten deutschsprachigen Raum (hier besonders den Bereich der deutschen Ostsiedlung) sondern darĂŒber hinaus auch das Rechtswesen in Polen, Ungarn und Russland. In Anhalt und ThĂŒringen, also in etwa in seinem Ursprungsgebiet, war der Sachsenspiegel bis 1900 gĂŒltig.

 

SĂ€kularisation Einziehung kirchlichen Besitzes, zunĂ€chst durch die LandesfĂŒrsten wĂ€hrend der Reformation. Mit der AufklĂ€rung und der neuen WertschĂ€tzung des Verstandes wuchs die Kritik an der Kirche, die Formen barocker Glaubenspraxis erschienen fragwĂŒrdig. Der radikale Antiklerikalismus der Französischen Revoution fĂŒhrte schließlich zur Auflösung und manchmal auch zur Zerstörung der Klöster. Davon waren auch die katholischen LĂ€nder betroffen, wie das Österreich Kaiser Joseph II., in dem alle Klöster suspendiert wurden, die sich nicht der Pfarrseelsorge oder dem Unterricht widmeten. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 löste die geistlichen Staaten im Reich auf. So wurden das 19. und 20. Jahrhundert nicht mehr von der Konfession bestimmt, sondern durch Nationalstaaten und ideologische Blöcke beherrscht.

Salier, frĂ€nkisches Adelsgeschlecht, das von 1024 bis 1125 die römisch-deutschen Könige stellte. Der Name des Geschlechts geht auf das althochdeutsche Wort sal, „Herrschaft", zurĂŒck. Der Aufstieg der Salier, die ursprĂŒnglich im Nahe-, Worms- und Speyergau herrschten, begann mit Konrad dem Roten, der 944 von Otto I. zum Herzog von Lothringen erhoben wurde, und der 947 dessen Tochter, Liutgard, heiratete.

Saline, Salzsiederei, in der Salz durch Verdampfen von Sole gewonnen wird. Bekannt seit der spĂ€ten Bronzezeit. Vor dem 1. Weltkrieg gab es in Norddeutschland etwa 40 Salinen, 26 davon in Niedersachsen. Durch die Konkurrenz des Steinsalzes ging die Zahl in Niedersachsen 1920 auf 14, dann 1930 auf 9 und schließlich auf zwei  zurĂŒck; die alte Pfannen-Saline Luisenhall in Göttingen-Grone, die andere die Vakuum-Saline in Stade.

Schanzen, gĂ€ngig im WolfenbĂŒttel des 17. Jahrhunderts, waren eine Art FrĂŒhwarnsystem fĂŒr die Festung. Der Feind musste zuerst diese Festungsanlagen ĂŒberwinden, um in die Stadt zu kommen.

Schmalkaldischer Bund Von protestantischen FĂŒrsten und einigen ReichsstĂ€dten am 27. Februar 1531 in Schmalkalden (ThĂŒringen) gegrĂŒndetes BĂŒndnis zur Verteidigung des Protestantismus gegen die drohende Reichsexekution. Mitglieder waren u. a. KurfĂŒrst Johann Friedrich von Sachsen, Landgraf Philipp von Hessen, die Herzöge Philipp von Braunschweig-Grubenhagen, Ernst von Braunschweig-LĂŒneburg und elf ReichsstĂ€dte. Der Bund vereinte die antihabsburgischen KrĂ€fte im Reich und entwickelte sich zu einem entscheidenden Machtfaktor, mit dem europĂ€ische MĂ€chte, Papst und Kaiser in Verhandlungen traten.

    In den Auseinandersetzungen um die EinfĂŒhrung der Reformation in Norddeutschland kam der Stadt Braunschweig gegenĂŒber den Welfen große Bedeutung zu und auch das Verhalten der braunschweigischen Herzöge war von reichspolitischer Bedeutung. Dem 1531 durch die Protestanten gegrĂŒndeten Bund hatte sich die Stadt Braunschweig 1532 angeschlossen. Bekanntlich befand sich Braunschweig wegen der 1528 eingefĂŒhrten Reformationin in einer langandauernden Auseinandersetzung mit dem kaisertreuen Herzog Heinrich dem JĂŒngeren, der nicht mehr akzeptiereen konnte, dass die grĂ¶ĂŸte Stadt im FĂŒrstentum weitgehende Freiheiten genoss. Er stellte sich an die Spitze des katholischen Gegenbundes und wurde damit zum „bestgehaßten und meist verleumdete FĂŒrst in den evangelischen Landen". Mitte Juni 1542 erklĂ€rte der Schmalkaldische Bund dem Braunschweiger Herzog den Krieg. Noch bevor Bundestruppen in WolfenbĂŒttel eintrafen, starteten die Braunschweiger die Auseinandersetzung mit der barbarischen Verwiistung des Klosters Riddagshausen. Den 5000 Angreifern fielen nicht nur AltĂ€re und Bilder zum Opfer, sondern auch GrĂ€ber und geweihte Hostien. Noch schlimmer wĂŒteten die Braunschweiger allerdings im Augustinerstift Steterburg, wo sogar die Leichen der verstorbenen Gemahlin des Herzogs, Maria von WĂŒrttemberg, und ihrer frĂŒhigestorbenen Tochter aus den GrĂ€bern gerissen und den Schweinen zum Praß vorgeworfen wurden.

Nicht allzuviel spÀter wurde der Bund durch Uneinigkeiten in den eigenen Reihen geschwÀcht und der Kaiser konnte im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 seine Auflösung bewirken.

Schneitel-Hainbuchen (Carpinus betulis) sind Relikte Jahrtausende wĂ€hrender Waldnutzung. Ulmen, Eschen, Linden und vor allem Hainbuchen wurden in vollem Laub “geschneitelt”, die Äste wurden zur Laubheugewinnung genutzt. Da wenige BĂ€ume eine solch radikale Nutzung ĂŒberlebten, sind sie aus den meisten WĂ€ldern verschwunden. Vorkommen: Liebesallee in der Asse.

Schriftsassenhof Schriftsassenhöfe unterschieden sich von gewöhnlichen Bauernhöfen dadurch, dass sie sich nicht in einem gutsherrlichen AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnis befanden und von bĂ€uerlichen Lasten befreit waren. Im Gegensatz zu den RittergĂŒtern des Adels waren sie allerdings nicht in die "Rittermatrikel" (Ritterverzeichnis) eingetragen und genossen daher auch nicht deren Vorrechte. Mit einem Schriftsassenhof war erblich die LandtagsfĂ€higkeit verbunden. Das Landmarschallamt hatte die Pflicht, den Besitzern die Einberufungsschreiben (“Missive”) zum Landlag unmittelbar zuzusenden. Schriftsassen  waren berechtigt, ohne besondere Einladung an allen Hoflagen teilzunehmen. Sie konnten auch nur von einem fĂŒrstlichen Gericht bestraft werden. Schriftsassen waren PrĂ€laten, die Ritterschaft und grĂ¶ĂŸere Grundbesitzer, auch einige StĂ€dte.

Schwarzer Herzog

Schwedenschanze , volkstĂŒmliche Bezeichnung fĂŒr prĂ€historische Befestigungsanlagen. Siehe Isingerode; siehe aber auch: Herzogtum WolfenbĂŒttel (Trips 4)

SiebenjĂ€hriger Krieg (1756-1763), auch "Dritter Schlesischer Krieg" genannt. In dieser Auseinandersetzung, primĂ€r zwischen Österreich und Preußen, geht es um die Wiedergewinnung Schlesiens (seit 1526 habsburgisch) und der Hegemonie im Reich. Beteiligt sind die meisten europĂ€ischen MĂ€chte, vor allem Österreich, Sachsen, Frankreich, Russland, Schweden, Spanien auf der einen sowie Preußen und Großbritannien-Hannover auf der anderen Seite.

    Traditionell waren die Braunschweiger Herzöge aufgrund familiĂ€rer Verbindungen kaiserlich orientiert und standen im Dienste Österreichs. Eine Änderung bahnte sich an, als Friedrich II, spĂ€terer König von Preußen, 1733 die Braunschweiger Prinzessin Elisabeth Christie heiratete, wĂ€hrend Carl I. von Braunschweig Friedrichs Schwester Philippine-Charlotte zur Ehefrau nahm. Dadurch geriet das FĂŒrstentum in enge Beziehung zum aufstrebenden Preußen. Friedrichs ehrgeiziges Ziel, Preußen zu vergrĂ¶ĂŸern gelang in den ersten beiden Schlesischen Kriegen (1740-1742 und 1744-1745), in denen er Maria Theresia diesen Teil ihres Erbes entreißen konnte. Daraufhin verbĂŒndete sich die Verliererin mit Sachsen, Russland und Frankreich, um Preußen zu isolieren. Dem Angriff kam Friedrich II. 1756 mit einem Einfall in Sachsen zuvor; auf seiner Seite kĂ€mften neben Braunschweig Großbritannien-Hannover, Schaumburg-Lippe, Hessen-Kassel und Gotha. Erbprinz Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig konnte bei Krefeld Minden Siege gegen die Franzosen verzeichnen und MĂŒnster erobern, doch der Durchbruch fĂŒr Preußen kam erst mit dem plötzlichen Tod der Zarin Elisabeth 1762. Ihr Nachfolger, der aus Holstein stammende Peter III., ein Bewunderer Friedrichs II., schloss Frieden.

1763 wird Preußen im Frieden von Hubertusburg im Besitz Schlesiens bestĂ€tigt, wĂ€hrend Frankreich im Pariser Frieden (ebenfalls 1763) nach englischen Siegen in Canada und Ostindien seine wertvollsten Kolonialgebiete verliert. Spanien tritt Florida an Englynd ab.

Staatstheater Braunschweig Seine AnfĂ€nge reichen bis ins Jahr 1690 zurĂŒck, als Herzog Anton Ulrich das Opernhaus am Hagenmarkt begrĂŒndet. Ab dem 18. Jahrhundert wurden neben Opern auch Schauspiele aufgefĂŒhrt, darunter zahlreiche ErstauffĂŒhrungen, wie Emilia Galotti und Faust. 1818 wurde die BĂŒhne zum Nationaltheater erhoben, 1861 zog das Theater an seine neue SpielstĂ€tte am Steinweg. WĂ€hrend des zweiten Weltkriegs wurden das "Große Haus" und die Kammerspiele im Grotrian-Steinweg-Saal weitgehend zerstört. In den Kammerspielen in der Kant-Hochschule wurde vom 23. September 1945 bis zum 30. Juli 1949 gespielt. Am 16. Dezember 1949 wurde als Provisorium das "Kleine Haus" in der GrĂŒnewaldstraße eröffnet. Das "Große Haus" selbst wurde nach seiner Wiederherstellung am 25. Dezember 1948 mit "Don Giovanni" wiedereröffnet.

Staufer, schwÀbisches Adelsgeschlecht, das mehrere Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Könige von Sizilien stellte. Der Name leitet sich vom Stammsitz, der Burg Stauf auf dem Hohenstaufen am Nordrand der SchwÀbischen Alb ab.
         Der Aufstieg der Familie begann 1079, als Friedrich I. von Kaiser Heinrich IV. zum Herzog von Schwaben ernannt wurde und dessen Tochter Agnes heiratete. Nach dem Aussterben der Salier wurde - gegen die AnsprĂŒche Herzog Friedrichs II. - Lothar von SĂŒpplingenburg (Supplinburg) als Nachfolger zum König gewĂ€hlt. Zwei Jahre spĂ€ter stellten einige FĂŒrsten Konrad III. als Gegenkönig gegen Lothar und seine welfische Partei auf. Damit begann der lang andauernde welfisch-staufische Gegensatz. Nach Lothars Tod wurde Konrad III.1138 zum König gewĂ€hlt. Unter seinen Nachfolgern Friedrich I. Barbarossa und Heinrich VI., durch den Sizilien in staufischen Besitz kam, erreichten die Staufer den Höhepunkt ihrer Macht. Unter Friedrich II. verlagerte sich das Zentrum der staufischen Macht nach SĂŒditalien, wĂ€hrend das staufische Königtum im Reich an Durchsetzungskraft verlor. Das Geschlecht erlosch 1268 mit Konradin.

Templer, Mitglieder eines mittelalterlichen Religions- und MilitĂ€rordens, der offiziell der Orden der armen Ritter Christi hieß. Gemeinhin bekannt als die Ritter des Tempels von Salomon oder die Tempelherren, da ihr erstes Ordenshaus nahe der Stelle gelegen war, an welcher das als Salomonischer Tempel bezeichnete GebĂ€ude stand. Der Orden entstand aus einem Bund, der 1119 von den beiden französischen Rittern Hugo von Payens und Godefroy de Sant Omer in Jerusalem geschlossen wurde. Sein Ziel war der Schutz von Pilgern, die nach dem ersten Kreuzzug PalĂ€stina besuchen wollten. Die militĂ€rische Ausrichtung, die den Orden von Beginn an bestimmte, unterschied ihn von den beiden anderen großen religiösen Rittergemeinschaften des 12. Jahrhunderts, dem Johanniterorden und dem Deutschen Orden, die als karitative Institutionen angelegt waren.

Trias (vor 248-206 Jahren) Beginn des Erdmittelalters (Mesozoikum). "Trias" bedeutet "Dreiheit": Buntsandstein (Unter-Trias), Muschelkalk (Mittel-Trias) und Keuper (Ober-Trias). Muschelkalk und Keuper haben unsere Umgebung vielfÀltig geprÀgt (Geologie).

Ungarnsturm Über fast zwei Jahrhunderte fielen HeerzĂŒge der Ungarn ĂŒber Westeuropa her. Ihre PlĂŒnderungen reichten bis in die Norddeutsche Tiefebene und trafen auch die Königslandschaft am Harznordrand. Erst 955 wurde auf BS Jasperallee 1/Okerlage. Foto: Peter Bankiel 2006dem Lechfeld ein Heer der Ungarn so schwer geschlagen, dass diese BeuterzĂŒge unterblieben.

Victoria Luise, Herzogin von Braunschweig-LĂŒneburg

Walken ursprĂŒnglich "herumschleppen", "wĂ€lzen”, “drehen" oder "formen". Bei der Tuchherstellung war Walken ein Arbeitsvorgang, der mit Filz vorgenommen wurde mit dem Ziel, durch Verfilzung der Fasern im Gewebe Tuch und tuchartigen Stoffe zu erzeugen. Das Walken wurde seit dem Hochmittelalter in Walk(en)mĂŒhlen ausgefĂŒhrt, wobei unter fließendem Wasser mit großen, ĂŒber ein Wasserrad angetriebenen HĂ€mmern auf das Material eingeschlagen wurde. Die ursprĂŒnglichere Methode, insbesondere Wolle zu walken, ist, den Filz in TĂŒcher einzuschlagen und rollend zu kneten. Diese Methode wird bei zentralasiatischen Steppenvölkern noch heutzutage angewandt, indem große Rollen aus Filz von Pferden herumgeschleppt werden. Siehe auch: ALTENAUTAL/ KĂŒblingen

Welfen, seit dem 8. Jahrhundert nachweisbares FĂŒrstengeschlecht. Zwei Linien, die Ă€ltere (1055 ausgestorben) und die jĂŒngere, der Heinrich der Stolze und Heinrich der Löwe angehörten. Zu den Nebenlinien der letzteren gehört Braunschweig-LĂŒneburg (regiert bis 1866 in Hannover, bis 1918 in Braunschweig und von 1714 bis 1901 in Großbritannien).

Zisterzienser, ein römisch-katholischer Orden, der 1098 im französischen CĂźteaux (lat. Cistercium) von einer Gruppe von Benediktinermönchen unter der Leitung Robert von Molesmes gegrĂŒndet wurde. Die Gemeinschaft unterwarf sich dem Ziel, streng nach den Ordensregeln zu leben, die Benedikt von Nursia 540 fĂŒr seine Mönche aufgestellt hatte. Als Teil dieser Regeln befĂŒrworteten sie strenge Askese sowie Handarbeit und lehnten Einnahmen aus der Verpachtung von LĂ€ndereien ab.
         Die Zisterzienser erlangten durch ihre KolonisationstĂ€tigkeit im 12. und 13. Jahrhundert, besonders in entlegenen Waldgebieten, hervorragende Bedeutung. Sie schufen landwirtschaftliche Musterbetriebe, förderten Obst- und Weinbau, Pferde-und Fischzucht, Bergbau und Wollhandel, trugen aber auch sehr zur Verbreitung und BlĂŒte hochmittelalterlicher Kultur bei. Sie beeinflussten die gotische Architektur in ganz Europa und widmeten einen betrĂ€chtlichen Teil ihrer Zeit dem Zusammentragen und der VervielfĂ€ltigung von Handschriften fĂŒr ihre Bibliotheken. Maßgebliches Kennzeichen des Ordens war die streng hierarchische Gliederung in Mutter- und Tochterklöster („Filiation"), wobei die Mutterklöster immer eine Aufsicht ĂŒber die Tochterklöster hatten. Sie verfĂŒgten ĂŒber eine gemeinsame Baukultur, die sich noch heute in einem verbindlichen Grundriss Ă€ußert.
         Eine Zeitspanne des RĂŒckgangs nach dem 13. Jahrhundert wurde vom Aufschwung neuer reformierter Zisterziensergruppen gefolgt. Die bedeutendste unter ihnen war die sich im 17. Jahrhundert abspaltende Gruppe von La Trappe. Diese Trappisten entwickelten sich schließlich zu einem eigenstĂ€ndigen Orden, den der "Zisterzienser strenger Observanz". Im 20. Jahrhundert erlangte der Zisterzienserorden besonders durch schulische TĂ€tigkeit grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Daneben begann eine, wenn auch beschrĂ€nkte, MissionstĂ€tigkeit in SĂŒdamerika.
Entwicklung in Niedersachsen: Als erstes Zisterzienserkloster in Niedersachsen wurde 1135 das Kloster Amelungsborn gegrĂŒndet und zwar durch Graf Siegfried IV. von Boyneburg, den letzten weltlichen Sproß des Northeimer Grafengeschlechts. Die "villa Amelungsborn", die ihren Namen nach der im Klosterareal noch heute nachweisbaren Quelle, dem "Born" des Amelung trĂ€gt, gehörte zu den ErbgĂŒtern des FĂŒrstengeschlechts.
Klosterkirche Riddagshausen         Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Klosters ermöglichten die Ausbreitung des Ordens. Bereits 1138 stellte Amelungsborn den GrĂŒndungsabt fĂŒr Kloster Mariental bei Helmstedt. 1145 entsandte Amelungsborn einen vollstĂ€ndigen Konvent zur GrĂŒndung des Klosters Riddagshausen bei Braunschweig. Dort legten die OrdensbrĂŒder eine Teichlandschaft fĂŒr die Fischzucht an, die heute Naturschutzgebiet ist; von den ehemals 28 Teichen existieren heute noch elf.
         Amelungsborn wurde nicht aufgehoben, als Abt und Konvent das Augsburgische Bekenntnis annahmen. 1655 erließ der Herzog eine neue Klosterordnung und bestellte den in Holzminden neu eingesetzten Generalsuperintendenten zum Abt des Klosters. 1760 wurde die Klosterschule nach Holzminden verlegt und mit der dortigen Stadtschule vereinigt. Um 1810 endet jeder korporative Zusammenhalt, obgleich das Amt des Abtes auch im 19. Jh. weiter bestehen blieb. Als 1875 die schulischen Aufgaben des Klosters durch die Verstaatlichung der Schule endet, bestand das Abtsamt noch als Ehrentitel fĂŒr hohe braunschweigische Geistlichkeit fort.
         Durch den Gebietsausgleich von 1941 gelangte der Kreis Holzminden zur Provinz und die Kirche zur Landeskirche Hannover. Der Kirchensenat trat in die Rechte des frĂŒheren Landesherrn ein und ĂŒbernahm die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Kloster Amelungsborn. Neue Möglichkeiten brachte der "Loccumer Vertrag", ein Staatsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und den fĂŒnf Landeskirchen. Die zustĂ€ndigen kirchlichen Behörden konnten nun die "PrĂ€laturen" Amelungsborn, Königslutter, Mariental und
Riddagshausen ohne staatliche Mitwirkung regeln.

 

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