Ottovon GuerickeGrüne Zitadelle (Hundertwasser)

Rathaus; Denkmal Ottos I.Landtag und Hundertwasser-Haus

 

MAGDEBURG in aller Kürze!  Magdeburg blickt auf 12 Jahrhunderte Stadtgeschichte zurück. 805 wurde es im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als “Magadaburg” zum ersten Mal erwähnt. Da die Elbe zu jener Zeit noch die Grenze zu den slawischen Stämmen bildete, war es ein Grenzhandelsplatz. In das Licht der Geschichte rückte Magdeburg zur Zeit - Ottos 1., der es zum Erzbistum erhob. Der Ort entwickelte sich in der Folge zu einer blühenden Handelsstadt und bekannte sich frühzeitig zur Reformation.
         Partnerstadt Braunschweigs und Erzbistum. Seit frühester Zeit bestanden enge - wenn auch nicht immer freundschaftliche - Verknüpfungen zu Braunschweig. Heinrich der Löwe (1142-1180), Herzog von Sachsen und Bayern, und Erzbischof Wichmann von Magdeburg (1152-1192) herrschten über weite Strecken ihrer Regierungszeit in zwei unmittelbar benachbarten Territorien nebeneinander. Diese Zeit war von langen Friedenszeiten und einem erstaunlich großen gegenseitigen Vertrauen geprägt, aber auch von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen, besonders zwischen 1166 und 1170 sowie in der Zeit von 1179 bis 1181.
         In Norddeutschland formierte sich in den Jahren bis 1166 eine Koalition von Fürsten, der sich in diesem Jahr auch Wichmann anschloss. Der vom Welfenherzog betriebene energische Ausbau der Burg Haldensleben und der damit verbundene Aufschwung von Neuhaldensleben als Kaufmannssiedlung unmittelbar vor den Toren der erzbischöflichen Metropole Magdeburg musste sowohl den Erzbischof wie auch die Magdeburger Kaufleute erheblich beunruhigen. Die Belagerung Haldenslebens durch die Truppen des Erzbischofs im Winter 1166/67 blieb allerdings erfolglos.
         Der noch 1167 ausbrechende heftige Krieg zwischen dem anti-welfischen Bündnis und Heinrich dem Löwen wogte hin und her, bis Kaiser Friedrich Barbarossa als Schlichter eingriff und nach mehreren Verhandlungen und immer wieder aufflackernden Kämpfen auf dem Erfurter Reichstag vom 24. Juni 1170 den Frieden herstellen konnte. Es folgten Jahre des Friedens, bis der vom Kaiser betriebene Sturz Herzog Heinrichs in den Jahren 1179 bis 1181 schwere Kämpfe zur Folge hatte, in die auch Wichmann verwickelt wurde. Den Auftakt zu diesem Krieg bildete die Zerstörung Halberstadts durch die Truppen Heinrichs des Löwen (1179). Der Magdeburger antwortete mit Angriffen auf Haldensleben. Nach der Eroberung der Stadt am 3. Mai 1181 wurde der Ort den magdeburgischen Bürgern zur Zerstörung überlassen. Heinrich der Löwe musste nach England in die Verbannung gehen. Nach einem Artikel von Mattias Puhle in der BZ vom 08.06.2005
             Im Laufe des 13. Jahrhunderts wuchsen Magedburg und Braunschweig in die entstehende Hanse hinein: aufgrund von Ratsgremien waren sie in der Lage, gegenüber ihren fürstlichen Staftherren eine eigene Politik durchzusetzen. Im 14. und 15. Jahrhundert waren beide Partner in der Lage, das Sächsische Quartier der Hanse zu prägen und wie auch Hannover, Göttingen, Halberstadt, Halle, Stendal und Quedlinburg den Erhalt städtischer Autonomie gegenüber den Territorialfürsten durchzusetzen. Vom beginnenden 16. Jahrhundert an verlor das Bündnis an Bedeutung, noch bevor das Ende der Hanse in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eingeleitet wurde.
         Während des Dreißigjährigen Krieges, am 10. Mai 1631,  wurde die Stadt durch Tilly fast vollständig zerstört und zur Plünderung freigegeben. An Gebäuden blieben nur der Dom, das Kloster “Unser Lieben Frauen” und wenige Wohnhäuser erhalten. Von etwa 30.000 Einwohnern wurden 20.000 an diesem schicksalschweren Tag getötet. die Bestimmungen des Westfählischen Friedens besagten, dass die Stadt nach dem Tode des damaligen Administrators, des evangelischen Erzbischofs, an das Land Brandenburg fallen solle. Doch hatte Magdeburg dem Administrator schon vor 1648 die Huldigung verweigert, da es sich als freie Stadt begriff. 1666 machte Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688), der “Große Kurfürst”, dem ein Ende und erzwang die Unterwerfung nach Belagerung. Danach des 17. Jahrhunderts wurde Magdeburg zur stärksten preußischen Festung ausgebaut. Allerdings kapitulierte diese 1806 vor Napoleon und gehörte danach bis 1814 zum Königreich Westfalen, das von Napoleons Bruder Jerome regiert wurde. Ab 1816 war es Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen und entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Industriestadt.
           Schwer war der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg: durch die Luftangriffe im Herbst 1944 und am 16. Januar 1945 wurden 90 % des Stadtzentrums durch anglo-amerikanische Bombenangriffe zerstört. Ab 1952 war Magdeburg Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes und wurde zu DDR-Zeiten zu einem Zentrum des Schwermaschinenbaus. Seit 1990 ist es Hauptstadt des neuen Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

 

Gedenkstätte Deutsche Einheit

Marien~

Radtouren

 

WachturmMARIENBORN ,im Bördekreis gelegen, früher ein weltweit bekanntes Symbol der Teilung Europas, wandelt sich vom Bollwerk zu einem Ort des Gedenkens, des politischen Lemens, der Begegnung Teile der seinerzeit größten Übergangsstelle zwischen beiden deutschen Staaten werden derzeit originalgetreu wieder aufgebaut: In Kürze soll die Sanierung abgeschlossen und der Urzustand von 1989 wiederhergestellt sein.
         Im Sommer 1945 richteten die alliierten Siegermächte den Grenzkontrollpunkt  Marienbom-Helmstedt ein. Die DDR baute ihn Anfang der 70er Jahre für rund 70 Millionen Ost-Mark zu einer Festung an der Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und dem Westteil Berlins aus. Zuletzt versahen auf dem 35 Hektar großen Gelände 1000 DDR-Grenzbeamte, Zöllner, Stasimitarbeiter und Zivilangestellte ihren Dienst, sie fertigten von 1984 bis 1989 rund 10,5 Millionen Personenwagen und Motorräder, 4,9 Millionen Lastwagen und 140 000 Busse ab - zusammen 34,6 Millionen Reisende. Die meisten Ostdeutschen bekamen den Übergang erst nach Maueröffnung zu sehen, vorher war es ihnen nicht gestattet, im Sperrgebiet so nah an die „Westgrenze" heranzukommen, geschweige denn sie zu überschreiten.
Uebergangsstelle         Kernstück der Gedenkstätte ist das Stabsgebäude, in dem früher die Kommandeure der DDR-Grenztruppen und die zur Stasi gehörende „Passkontrolleinheit" saßen. Heute befindet sich hier ein Dokumentationszentrum. In der Dauerausstellung geht es um Ursachen für die deutsche Teilung, um die Ausbildung  der  DDR-Grenzsoldaten, Fluchtversuche, den systematischen Ausbau und schließlich Abbau von Mauer und Stacheldraht.
           Alle Abfertigungsgebäude wurden größer als nötig gebaut, um die Reisenden einzuschüchtern, die Stasi nannte das operative Psychologie. Als Blickfang gilt ein graues, überdachtes Terminal mit Kontrollhäuschen, in denen Stasi-Mitarbeiter penibel jeden Pass bei Reisenden fotografierten und registrierten. Erneuert wurde ein 60 Meter langes Transportband aus Gummi, auf dem die Pässe zur eigentlichen Kontrolle transportiert wurden. Erhalten ist auch eine Kontrollbox, in der der DDR-Zoll westdeutsche Fahrzeuge bei der Ausreise nach verbotenen Waren oder versteckten DDR-Flüchtlingen durchsuchte, selbst Särge wurden geöffnet. Vom „Führungsturm" aus hatten die Verantwortlichen des Bollwerks einen Überblick über das Areal; bei Alarm lösten sie „Firn" aus, einen Betonrammbock, der etwa bei Fluchtversuchen auf die Fahrbahn Richtung Westen schnellte, um diese zu blockieren.
         Das Land Sachsen-Anhalt ist Träger der Gedenkstätte. So ist dafür gesorgt, dass mehr als 14 Jahre nach der Maueröffnung das DDR-Grenzregime an der Autobahn 2 allgegenwärtig ist, während anderswo in Deutschland kaum noch Zeugnisse der jahrzehntelangen Trennung zu sehen sind. Nach einem Atikel in der BZ vom 15.04.03

Marienborn

Marienborn: kirche

 

Boerdekreis

Marienborn: Quelle

Marienbrunnen

 Marienborn" existierte als Sichtvermerk in Millionen Reisepässen. Doch den kleinen, verwunschenen Ort gleichen Namens selbst hat kaum jemand zu Gesicht bekommen. 447 Einwohner zählt er, gehört zum Bördekreis in Sachsen-Anhalt und bildet gemeinsam mit den Nachbarorten Harbke, Völpke und Sommersdorf die Verwaltungsgemeinschaft Ost-Lappwald.
         Wer weiß schon, dass Marienborn im Ost-Lappwald, direkt vor den Toren Helmstedts, einer der ältesten Wallfahrtsorte Deutschlands ist? Im Schatten der großen Weltpolitik schlummerte die Marienlegende im Sperrgebiet des real existierenden Sozialismus. Doch zieht sie Pilger aus ganz Deutschland und darüber hinaus an, denn hier erschien um das Jahr 1000 (zu einer Zeit, zu der schon wichtige Handelswege wie der “Bierweg" durch das berüchtigte “Mordthal" führten) einem  frommen Hirten die Jungfrau Maria. Dort, wo eine Marienstatue vom Himmel gefallen sein soll und nach der Überlieferung ein Hospital und Armenasyl gegründet wurden, entsprang am Ende des 12. Jahrhundes ein Quell (“Marienborn”) mit heilender Wirkung.
         Zu den den Schätzen des Ortes gehört die uralte Klosterkirche (um 1200) mit Kreuzgang (erbaut im 15. Jahrhundert) und geschnitzten, vergoldeten Flügelaltaren, das Pfarrhaus, die an einen römischen Tempel erinnernde Orangerie und die Brunnenkapelle, vom braunschweigischen Hofbaumeister Peter Joseph Krahe (1758 -1840) auf  alten Fundamenten errichtet. Historische Verbindungslinien weisen auch auf das Kloster Marienberg bei Helmstedt. Im schroffen Kontrast befinden sich die Ruinen und geborstenen Dächer des weitläufigen ehemaligen Kloster- und Rittergutes, das in 40 Jahren als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) heruntergekommen ist.
         Kein Zweifel - hier im Kraftfeld zwischen Braunschweig und Magdeburg liegt ein wahres Kleinod  im Dornröschenschlaf. Im weltabgeschiedenen Umfeld, wo Hügelgräber, Opfersteine und geheimnisvolle Kultstätten vorchristlicher Zeit wie der “Teufelsgrund' und die “Räuberhauptmanns-Höhle" zu entdecken sind, locken Wanderwege durch ausgedehnte Buchenwälder.
Gekürzt nach Henning Noske, Ortsportrait Marienborn, BZ 

Empfehlung: eine Rundtour (Fahrrad; 18 km, 90 Min) Harbke - Gedenkstätte Deutsche Teilung - Marienborn (Ort und Wallfahrtsstätte) - Harbke; teilweise auf befestigten Waldwegen.   ANSICHT   Übersichtskarte      

 

Marientor_Naumburg

 

NAUMBURG/Saale ,am Zusammenfluss von Saale und Unstrut gelegen, gilt als schönste Kleinstadt Mitteldeutschlands. Im Zentrum der mitteldeutschen Burgen- und Weinregion gelegen, verfügt das ehemalige "Modell für Altstadtsanierung" über eine, seit der Wendezeit liebevoll restaurierte Innenstadt mit unzähligen historischen und baulichen Schmuckstücken.
         Naumburg leitet seinen Namen von der "neweburg" oder "Nuwenburg" her. Ekkehard I., ein Markgraf von Meißen und Herrscher über Thüringen, ließ diese Burg um das Jahr 1000 als "Neue Burg" der Ekkehardinger errichten. Er war einer der mächtigsten Herren seiner Zeit. Im Jahre 1002 starb Kaiser Otto III. unerwartet früh und kinderlos, worauf sich Ekkehard I. Hoffnung auf die deutsche Krone machte. Er wurde jedoch am 30. April im gleichen Jahr im Harzkloster Pöhlde ermordet, noch bevor die Entscheidung im Thronstreit gefallen war. Dieser Mord war ein politischer Mord der ihn als Mitbewerber um die Königswürde ausschließen sollte. Ekkehards Söhne, die Markgrafen Hermann und Ekkehard II., übernahmen ein schweres Erbe und bauten die Burg zielstrebig aus.
         Die Geschichte des Doms "St. Peter und Paul" ist mit den ersten Jahrhunderten der Entwicklung der Stadt eng verknüpft. Er verdankt sein Entstehen der Verlegung von Hochstift und Bischofsitz aus der königlichen Burg in Zeitz nach Naumburg, in die Familienburg der Ekkehardinger. Ein wichtiger Grund für diese Verlegung ergab sich aus der unsicheren Lage von Zeitz an der slawischen Grenze, da es oft von feindlichen Anfällen der Böhmen und Wenden belästigt wurde. Der damalige Zeitzer Bischof konnte sehr zufrieden sein, in den Schutz einer der modernsten Burgen zu kommen. Außerdem erhielt er reiche Schenkungen der Naumburger Burgherrn, der kinderlosen Markgrafen Hermann und Ekkehard II., die damit rechnen konnten, dass ihr neuer Familiensitz in Naumburg durch hierdurch erheblich an Ansehen und Bedeutung gewänne. Die Besitzer, die Brüder Hermann und Ekkehard II. blieben kinderlos. Unmittelbar nach der Bischofssitzverlegung wurde östlich der Burg der erste frühromanische Dom erbaut.
         Heute gilt der Naumburger Dom als eines der bedeutendsten Beispiele der Baukunst der späten Romanik und der frühen Gotik. Er ist das viertürmige Wahrzeichen der Stadt, das die Lebensarbeit eines Bildhauers birgt, der sich unter seinen Zeitgenossen auf fast rätselhafte Weise hervorhebt. Weltbekannt wurde er durch seine Ausstattung, insbesondere die 1250 geschaffenen Werke, die Stifterstandbilder, die Kreuzigungsgruppe und die Reliefs der Passion Christi. In der Mitte befinden sich die beiden Hauptstifterpaare, die letzten Besitzer der Naumburger Burg, eben Markgraf Hermann neben seiner Gemahlin, der lächelnden
Reglindis, eine polnische Königstochter, sowie Markgraf Ekkehard und Uta, eine Grafentochter aus Ballenstedt im Harz.
Warum wurde ausgerechnet Uta so berühmt? Die Markgrafen, Hermann und Ekkehard II., haben ihren gesamten Besitz der Kirche gestiftet, was sie von weiteren Stiftern abhebt, die ihr nur einen Teil ihres Besitzes widmeten. Alle vier Hauptstifter sind an sich in ihrer Gesamtheit zu sehen, doch hat man in der Zeit des Nationalsozialismus in den Lehrbüchern  Uta und den Bamberger Reiter zu "idealen Verkörperungen" der Deutschen, als Ahnen der germanischen Rasse, hochstilisiert. Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluß der Kreuzworträtsel erwähnen, die vorwiegend nach der Uta fragen. Infolgedessen werden die Leute nur auf sie aufmerksam gemacht. Eigentlich gehören beide aber untrennbar zusammen.
Die Stadt hat weit mehr zu bieten als den Dom: Die spätmittelalterliche Wenzelskirche mit der barocken Hildebrandt-Orgel von 1746, das spätmittelalterliche Marientor, das Nietzsche-Haus, das Stadtmuseum im romanischen Haus zur Hohen Lilie und nicht zuletzt ein Stadtbild, das noch heute geprägt ist von den imposanten bürgerlichen Wohn- und Geschäftsbauten der Renaissance. Der Naumburger Marktplatz ist unbestritten einer der schönsten Plätze Deutschlands.
Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Haus zur “Hohen Lilie" konzentriert sich auf einen thematischen Schwerpunkt: die Geschichte des Naumburger Bürgertums in ihren verschiedenen Facetten. Das größte Ausstellungsstück ist jedoch das 750-Jahre alte Gebäude selbst. Interaktive Computer-Stationen, Diashows und wechselnde Video-Projektionen runden das Informationsangebot auf zeitgemäße Weise ab. Im Nietzsche-Haus dokumentiert eine Dauerausstellung Leben und Werk des Philosophen, während eine in den Ausstellungsräumen aufgestellte Hausbibliothek dem Besucher Gelegenheit gibt, sich unbefangen mit dem Werk Nietzsches bekannt zu machen. Der Wenzelsturm mit seiner Türmerwhnung und die darüber liegende Laterne bieten einen grandiosen Ausblick über die Naumburger Altstadt. Eine weitere museale Einrichtung, das Marientor als weitere museale Einrichtungen rundet mit seiner Ausstellung zur Geschichte der Naumburger Stadtbefestigung gezeigt das kulturelle Profil Naumburgs ab.
         Neben der Innenstadt lockt die reizvolle Umgebung mit Burgen, Weinbergen und viel Grün, zumal sie über verschiedene Radwanderwege oder bei einer kleinen Kanufahrt erreicht werden kann.

 

NEBRA liegt in einem der schönsten Landstriche Sachsen-Anhalts, im Herzen einer alten Kulturlandschaft. Der Ort wird durch die 13. Weinstraße und die Straße der Romanik erschlossen, die ihn Querfurt kommend führt in Richtung Memleben durchquert
         Seit Jahrtausenden zieht es die Menschen in das Tal der Unstrut, das mit seinem milden Klima lockt. Nicht zuletzt der sensationelle Fund der Himmelsscheibe von Nebra“ unterstreicht die Existenz eines uralten Siedlungsgebietes.
Die Himmelsscheibe gehört wohl zu den bedeutendsten archäologischen Funden des zwanzigsten Jahrhunderts. Dieser Fund aus der frühen Bronzezeit wurde zusammen mit anderen Bronzegegenständen im Ziegelrodaer Forst bei Wangen auf dem Mittelberg entdeckt und zwar in einer ringförmigen Wallanlage. Dort waren sie vor 3600 Jahren deponiert worden. Hier wurden sie 1999 durch Raubgräber entdeckt, bevor sie im Jahre 2002 kamen in den Besitz des Landes Sachsen-Anhalt kamen und der Öffentlichkeit im Landesmuseum für Vorgeschichte (Halle) zugänglich gemacht wurden. Führungen zum Fundort gibt es ab Ortsteil Kleinwangen. Die Himmelsscheibe ist die erste konkrete Sternenabbildung der Welt und ein Schlüsselfund der Astronomiegeschichte. Auf der Scheibe mit einem Durchmesser von 32 cm  finden sich Sonn, Mond und Plejaden (Sterne), gefertigt aus Goldblech, dazu zwei Horizontbögen und die gefiederte Himmelsbarke. Denkt man sich zwei Linien, die vom Mittelpinkt aus die Horizontbögen streifen, markiert der Winkel von 82° den Abstand der Sonnenaufgänge zwischen Winter- und Sommersondenwende; es gibt aber auch andere Interpretationen.
Heute setzt die Kleinstadt mit ihrer landschaftlich reizvollen Lage vor allem auf den Tourismus - zu recht, wie der herrlichen Ausblick vom Nebraer Schloßpark ins
Unstruttal zeigt. Um die Landschaft mit seinen Buntsandsteinfelsen kennenzulernen, empfiehlt sich besonders der „Geologische Lehrpfad“ nahe der Stadt, auf dem man weiterführend bis Wangen und zum berühmten Fundort auf den Mittelberg wandern kann. Noch heute prägt der Buntsandstein das Bild der Stadt. Fast jedes zweite Haus des Zentrums ist aus diesem gebaut, der in den nahen Steinbrüchen abgebaut wurden.

NORDHUSEN, Turmruine. Zwischen Bebertal (II) und Hundisburg am Fluss Beber gelegen und Teil der “Straße der Romanik”, ist das einprägsame Bauwerk der letzte sichtbare Rest des im 15. Jahrhundert wüst gewordenen Dorfes Nordhusen. Mitte des 12. Jahrhunderts erhielt die Kirche einen Westquerturm von überdurchschnittlichen Ausmaßen. Die Turmruine ist Zeugnis des . Die weiten Rundbogenöffnungen im Erdgeschoss verbanden ihn mit dem längst verschwundenen Kirchenschiff. Von den Schallöffnungen des Glockengeschosses sind zwei auf den Schmalseiten und fünf auf der breiten Ostseite erhalten. Die Ruine besteht aus Bruchsteinmauerwerk, besitzt heute kein Dach mehr, doch weisen die Giebel auf ein früheres Satteldach hin.
       Erst 1218 urkundlich erwähnt, verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt seit dem 13. Jahrhundert von Nordhusen nach Hundisburg. Mit der Anlage des Landschaftsparks Althaldensleben-Hundisburg erhielt der Kirchturm im 19. Jahrhundert als malerischer Blickpunkt eine neue Funktion und wurde mit Bäumen umpflanzt. Es gibt Blickwinkel, aus denen die Ruine vor der Kulisse eines Steinbruchsees wie ein verfallenes Kloster auf einer schottischen Felseninsel wirkt.

Osterwiek 1641

 

Oebisfelde, der "Ort auf einer flachen Wieseninsel" (eine der Namensdeutungcn), zeigt in seinem Wappen eine Eule. Dieses Symbol der Wachsamkeit mahnt die Bürger; mit nachthellen Augen, scharfem Gebör und nimmermüder Aufmerksamkeit Ruhe und Sicherheit in ihrer Stadl zu bewachen und zu bewahren. Annähernd 120 Jahre lang wurde die Stadt durch die Eisenbahn geprägt: Hunderte von Menschen arbeiteten in den verschiedenen Betrieben der Deutschen Reichsbahn. Als Grenzbahnhof zwischen der DDR und der BRD wurde Oebisfelde den Reisenden zum Begriff. Durch seine Lage an der Innerdeutschen Grenze, wurde es über Jahrzehnte von seinem historischen Umfeld getrennt und konnte  nur mit Sondergenehmigung betreten werden
           In einer Schenkungsurkunde (1014) ist der Name "Ocisfelde" zu lesen. 1226 wird "Ovesuelde" als Stadt erwähnt. Die Katharinenkirche wird 1314 erstmals genannt. 1337 wütet die Pest. 1448 bestätigt Erzbischof Friedrich die Privilegien der Stadt. 1523 erhält die Stadt das Recht, Märkte abzuhalten. Im Dreißigjährigen Krieg wird Oebisfelde vielfach geplündert und verwüstet. Allein an der Ruhr stirbt die Hälfte der Bevölkerung. 1707 verlegt Ludwig Georg von Hessen seinen Wohnsitz für mehrere Jahre hierher und lässt die Hauptgebäude der Burg herrichten, die 1694 durch Tausch an die Landgrafen von Hessen-Homburg gekommen war. 1916 werden Burg und Amt an eine Siedlungsgemeinschaff verkauft.
           Gegen Endes des Zweiten Weltkrieges wurde ein Güterzug mit Häftlingen des KZ Neuengamme drei Tage lang auf einem Nebengleis des Bahnhofs Buchhorst abgestellt. In dieser Zeit verstarben mindestens 53 der Todgeweihten, wurden zunächst im Wald verscharrt, bevor sie in Einzelgräbern auf einem Ehrenfriedhof begraben wurden. 1945 rücken die Alliierten ein. Ab dem 1. Juli d.J.gehört Oebisfelde zur sowjetischen Besatzungszone. Die Geschichte als Stadt an der Grenze, zwischen den beiden Weltsystemen beginnt. In den folgenden Jahrzehnten gelten für die Bewohner des "Sperrgebietes" besondere Regeln, deren Einhaltung streng kontrolliert wird. 1989 wird die Grenze geöffnet- auch in Oebisfelde. Die Bürger können sich wieder frei bewegen, und Ihre Stadt steht allen offen. 1990 wird die Neugestaltung des Marktplatzesin Angriff genommen, der innerstädtischen Kern einschließlich der Burg wird saniert. Eine Verwaltungsgemeinschaft wird gegründet und sieben Dörfer werden eingemeindet. Seit dem 1. Juli 2007 gehört Oebisfelde zum Landkreis Börde. Bis zum 30. Juni 2007 war es Teil des Ohrekreises, nachdem es Jahrhunderte lang als Teil der Altmark galt.

 

EulenspiegelhausoSTERWIECK ,einst Seligenstadt, dann “gemeiniglich Asterwiek” genannt, liegt am Südhang des Fallsteins im Landkreis Halberstadt. Der Ort wird erstmals erwähnt als Karl der Große 780 in seinen Feldzügen gegen die heidnischen Sachsen die Oker überschritt und “an dem Orte Salingenstede" eine Kirche gründete. Diese erste Kirche war dem heiligen Stephanus gewidmed und wurde zum Sitz eines Missionszentrums, zu dessen Leiter Hildegrim ernannt wurde.  Von dieser ersten Kirche, wahrscheinlich ein Holzbau, ist nichts mehr erhalten. Wann das Missionszentrum von Seligenstadt nach Halberstadt verlegt wurde, ist nicht bekannt; als wahrscheinlich gilt die Zeit um 800. 974 gab Kaiser Otto II. dem Bistum “Münze und Zoll in Seligenstadt”. Die Urkunde vom 1. April 974 wurde zur Grundlage für die 1000-Jahr-Feier 1974. Otto II. verlieh dem Ort auch das Markt- und Verkehrsrecht (mercatus), ferner wurde er zur ältesten Münzstätte im Bistum Halberstadt. Zollfreiheit und das Recht, Zölle zu erheben, waren weitere bedeutende Privilegien. Historische Untersuchungen belegen, dass es zunächst ein östlich gelegener Ortsteil war, der ”Osterwiek” genannt wurde; die bedeutet ursprünglich “Stapelplatz” reisender Kaufleute (wic = Handelsplatz). Schriftlich begegnet und der Name “Ostrewic” erstmals 1073 in einem Brief des Erzbischofs Liemar von Bremen an die Bischöfe Hezilo von Hildesheim und Burchard II. von Halberstadt. Darin geht es um seine Fehde mit dem Bischof von Verden und Graf Hermann von Lüneburg.
         Die Stadt ist 1511 fast völlig abgebrannt, viele der danach errichteten Häuser überstanden aber die nachfolgenden Feuersbrünste, zuletzt 1844. Der Kern der Innenstadt wurde bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts saniert: 100 Häuser standen unter Denkmalschutz, inzwischen ist die gesamte Stadt mit ihren insgesamt 400 Fachwerkhäusern geschützt. Neben der nur zehn Kilometer entfernten Partnerstadt Hornburg gehört die 45400 Einwohner zählende Gemeinde heute zu den schönsten  Fachwerkstädten Deutschlands. In der Abgeschiedenheit, in die der Ort nach der Verlegung wichtiger Straßen geraten war, gediehen hier einmalige Kunstwerke und Denkmalschützer schwärmen von einem fast vollständig geschlossenen Innenstadtensemble sämtlicher niedersächsischer Fachwerkstile aus 500 Jahren: der Niedersächsische Stil bietet Flechtbänder und Schiffskehlen, zur Zeit der Renaissance waren neben lateinischen Versen unentwirrbare Zauberknoten, Runen und Lebensbäume die Mode. Dass die gemeinsame niedersächsische Fachwerktradtion verbindet, zeigt die offizielle Aufnahme von Osterwieks und Wernigerode in die “Deutsche Fachwerkstraße”, deren Verlauf bereits so bedeutende Orte wie Celle, Quedlinburg und Goslar einschließt.

Schäferhof

St. Stephani

Die einzige noch vollständige Hofanlage inmitten der Stadt ist der Schäferhof, der nach einer Balkeninschrift auf 1527 zurückgeht. Der zehneckige Taubenturm stammt aud dem Jahr 1702.Inzwischen ist man allerdings der Meinung, dass das benachbarte Hochständerhaus um etliches älter sein könnte und möglicherweise das älteste Haus der Stadt ist
           Die heutige St. Stephanikirche ist eine der beiden ältesten Kirchen von Osterwiek. Ihre beiden 53 und 54 m hohen Türme stammen aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunders, wobei anzumerken bleibt, dass die Turmspitzen im 16. Jahrhundert hinzugefügt und 1983 neu mit Schiefer gedeckt wurden. Das Westwerk der Kirche ist romanischen Ursprungs, während der Chor noch im Jahr der Reformation, 1512, umgebaut wurde. Dazwischen liegt das Langhaus, dessen Vorgänger, durch Hochwasser und Alter baufällig geworden, 1552-1557 erneuert wurde. Dabei gelang den Baumeistern das Kunststück, Chor und den berühmten Altar von 1485 im katholischen Charakter zu belassen, während die Halle spürbar den Geist der Reformation atmet.

    Mit dem Aschermittwoch beginnt die siebenwöchige Fastenzeit vor Ostern. Dem regelmäßigen Kirchenbesucher  wird dies zumeist dadurch augenfällig, dass Altäre mit Tüchern verhängt, Flügelaltäre jedoch geschlossen werden. Anders in Osterwieck: hier ist bis zum Osterfest die Passionsseite des prächtigen Schnitzaltars zu sehen. Während auf der "Festtagsseite" mit der Marienkrönung im Zentrum und Aposteln und Heiligen auf seinen beiden seitlichen Doppelflügeln goldener Glanz vorherrscht, werden die 16 drastischen Bilder über das Passionsgeschehen von der grellen roten Farbe der Märtyrer bestimmt. (BILD).

St. Stephani ist damit der erste reformatorische Stadtkirchenbau. Die Hornburger Kirche ist jünger und für die Wolfenbüttler Hauptkirche war das Kirchenschiff von Osterwieck sogar Vorbild. In die Arkadenbögen eingearbeitet, findet man 240 Sandsteinreliefs, die vom ungeheuren Selbstbewusstsein der Familien, Handwerker und Zünfte zeugen, welche sich dort verewigen ließen. Der Besucher sollte allerdings nicht nur die auffälligen Schmucksteine betrachten, sondern auch die ungewöhnlichen Zeichen und Zinken in den normalen Mauersteinen. Solche Gravuren brachten Steinmetze an, die die Kirche quasi als Werbefläche benutzten.
         Osterwieck machte immer wieder auf sich aufmerksam, so im 18. und 19. Jahrhundert durch seine Handschuhindustrie. Nach der Wende schloss ein Betrieb nach dem anderen seine Tore, lediglich die Lackfarbenfabrik arbeitet noch. Große Hoffnung verbindet sich jetzt mit dem Fremdenverkehr.
Heimatmuseum: Das im alten Rathaus von 1554 beherbegte Museum zeigt parterre eine Sammlung von Vorgeschichtsfunden, im großen Ratssaal Zeugnisse der Stadtgeschichte (Hochzeitsteller von 1480, Kriegskasse, Türschlösser und -klopfer, Kaminofen mit Meißner Kacheln). Schuhmacherwerkstatt und Waffenkammer ergänzen den Bestand. Der kleine Ratssaal gibt einen Einblick in die Geschichte des Fachwerkbaus. Eine Rarität ist das Osterwieker Ledergeld von 1922/23 
ANSICHTEN     Stadtplan Baustile
 

 

 

 

PABSTORF

 

Schloss Plötzkau, Pfingsten 2006

PLÖTZKAU wird erstmals 1049 in sächsischen und Magdeburger Annalen erwähnt. Die Edlen von Kakelingen kamen aus dem Raum Hecklingen und errichteten hier eine Höhenburg an der Saale. Bernhard I. führte ab 1069 den Titel Graf von Plötzkau. 1139 zerstörten die Welfen die Burg. Graf Bernhard II. bemühte sich um Ausgleich durch seine Teilnahme an einem Kreuzzug, starb aber 1147 ohne Nachkommen im Morgenland.

    Der Sage nach beeinflußten zauberkundige Zwerge das Geschehen zur damaligen Zeit. So ist der frühe Tod der Grafen Konrad und Bernhard darauf zurückzuführen, dass ihr Vater Helprich den Zwergen ein kostbares Wunderhorn entrissen hat und es trotz eines düsteren Orakels  behielt.

1152 wurde Albrecht von Askanien (Albrecht der Bär) von König Barbarossa (Friedrich I.) als Herrscher über Plötzkau eingesetzt. Als er 1170 starb wurde sein Sohn Bernhard erst Graf von Anhalt und dann, 1180, Herzog von Sachsen. Die Burg war bis 1400 Rittersitz.
         Seit dem Tod der Herren von Freckleben 1436 war Plötzkau als erledigtes Lehen anhaltischer Besitz. Fürst Bernhard begann 1566 mit dem Bau des Schlosses, das 1573 durch Fürst Joachim Ernst vollendet wurde. 1623 erhielt Plötzkau eine Schar Lehensreiter und 20 Kriegsknechte. Damit besaß das souveräne Fürstentum eine eigene Armee. August von Anhalt-Plötzkau regierte die 40 Quadratkilometer Land mit 2000 Bewohnern, die in den Orten Plötzkau, Großwirschleben, Bründel, Bullenstedt, Osmarsleben, Aderstedt und einem Teil des Dorfes Gröna lebten, als absoluter Herrscher.
Anhalt-Plötzkau war der kleinste jemals in Deutschland existierende souveräne Staat.
         Als das Fürstentum Anhalt-Plötzkau erlosch, traten die Fürsten Friedrich und Wilhelm von Harzgerode-Bernburg bis zum Tode Wilhelms im Jahre 1709 das Erbe an, danach fiel Plötzkau als Amt an Anhalt-Bernburg zurück. 1741 waren eine japanische Lackwarenfabrik und danach eine Tuchwarenfabrik auf dem Schloss untergebracht. Ab 1778 wurden Vieh- und Jahrmärkte auf dem Schloss und später im Ort abgehalten. Die herbstliche Pflaumennachlese war mit einem großen Pflaumenkuchenbacken verbunden. So entstand der Pflaumenkuchenmarkt. Von 1841 bis 1884 war das Schloss eine Straf- und Besserungsanstalt für "
Trunkenbolde, Landstreicher und arbeitsscheue Elemente" und wurde am 1.10.1884 Teil der Domäne. Nach der Wende begann die Restaurierung der Schlossanlage, die heute zu den bedeutenden Renaissancebauten in Sachsen-Anhalt zählt.

    Wahrzeichen von Plötzkau ist der 37 Meter hohe Begfried des Schlosses. Umgeben vom Naturschutzgebiet des Auenwaldes und über Radwege (Saale-Radwanderweg oder Burgenweg) innerhalb 45 Minuten von Bernburg aus zu erreichen. Auf der Höhe von Gröna (Schloss aus dem 18. Jahrhundert) über eine Fußgängerbrücke zu erreichen

 

 

QUEDLINBURG Was Aachen als Krönungsort Karls des Großen für das fränkische Kaiserreich bedeutete, das war Quedlinburg für das Deutsche Königtum. Die sächsischen Herrscher des 10. Jahrhunderts, die Ottonen, spickten ihre Lieblingspfalz geradezu mit Reliquien und Kleinodien.
         Quedlinburg wird vom Dom, der Stiftskirche St. Servatii überragt, die für viele die "Wiege der Deutschen Geschichte" ist, und und heute DEN Höhepunkt der Straße der Romanik darstellt. Ab 922 ließ Heinrich I. hier seine Lieblingspfalz errichten. Nach seinem Tod ließ seine Frau Mathilde Heinrich in der Basilika beisetzen und die Pfalz in ein Damenstift umbauen. Übrigens ist das Grab Heinrichs I. nie gefunden worden - auch wenn sich Heinrich Himmler und seine SS die Stiftskirche aneigneten und zäh nach den Überresten ihres "Ahnherrren" suchten. Die Gebeine, die sie 1936 präsentierten waren zwar echt, gehen aber nicht auf Heinrichs I zurück. Die Kriminalstory des Domschatzes, dessen wertvollste Stücke 1945 von US Oberleutnant Joe Meador geraubt wurde, ist bekannt. Seit 1993 ist der Domschatz, darunter das weltberühmte Samuhel-Evangeliar und der Kamm Heinrichs I. wieder in St. Servatii zu besichtigen. Anfang des 21. Jahrhunderst gab es eine Schreckensmeldung: der Schlossberg rutscht! 12 Millionen Euro müssen mindestensd aufgebracht werden, um dem unterhöhlten Berg seine Stabilität zurückzugeben.
Brauhaus Quedlinburg       Quedlinburg hat noch viel mehr zu bieten, gilt es mit seinen 800 Einzeldenkmalen und 1300 Fachwerkhäusern (600 in der Kernstadt) aus sechs Jahrhunderten doch heute als größts Flächendenkmal Deutschlands - 1994 wurde es zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Auf dem 1150 angelegten Marktplatz der Altstadt befindet sich das sanierte Rathaus, ein prächtiger Renaissancebau, der auf das Jahr 1616 zurückgeht. Davor befindet sich der 2,75 "große" Roland (einer der keinsten Deutschlands) , den die Kaufleute Anfang des 15. Jahrhunderts als Zeichen von Unabhängigkeit und Reichtum errichteten. Im Ständerbau, in der "Hölle", Hausnummer 11, dem ältesten Fachwerkhaus aus dem 14. Jahrhundert, ist ein Museum zur Geschichte des Fachwerks zu finden. Die verbaute Eiche wurde auf 1250 datiert, das wurde um 1250 geschlagen. Unterhalb des Domes, am Finkenherd, befindet sich - als reizvoller Kontrast zu den geschichtstrchtigen Baudenkmälern - die Lyonel-Feininger Galerie. Der Deutsch-Amerikanische Grafiker und Maler gehört zu den bedeutendsten Vertretern der klassischen Moderne. Er selbst war nie hier, doch einer seiner Schüler, Architekt Hermann Klumpp wurde hier geboren und rettete einen bedeutenden Teil der Werke vor dem zugriff der Nazis.

REGENSTEIN Das Sandsteinmassiv des Regensteins mit 75 tiefem nördlichen Steilabfall ist prädestiniert für die Anlage einer Höhenburg. Der Felsen besteht aus einem Sandstein der Kreidezeit (Obere Kreide, "Heidelbergschichten"), der sich leicht bearbeiten lässt und erlaubte, ein System aus künstlichen Gängen und Kammern anzulegen. Aus diesem Grunde wirkt der obere Teil des Felsens recht löcherig. Zu unterscheiden sind zwei große Bauepochen:

  • Aufbau, Bestand und Verfall der mittelalterlichen Burg
  • die Errichtung einer barocken Festungsanlage, die noch im Verlauf des siebenjährigen Krieges auf Befehl Friedrichs des Großen 1759 geschleift wird. Der Felsen selbst blieb preußisch und bildet bis 1945 eine eigene Zwerggemeinde inmitten des braunschweigischen Landkreises Blankenburg.

Die Zeit der Grafen Die bekannte Geschichte beginnt 1169 mit Konrad I. von Regenstein, der als Sproß des Blankenburger Grafenhauses den Felsen zugewiesen bekommt und hier eine eigene Herrschaft errichtet. Die Grafschaft und ihre drei Teilgebiete wurden als Lehen von den Halberstädter Bischöfen vergeben, doch beanspruchte Heinrich der Löwe für den Felsen Regenstein Oberlehenshoheit. Konrad gerät - als Parteigänger der Welfen - in die Auseinandersetzungen zwischen Heinrich dem Löwen und Friedrich Barbarossa. Die Burg wird 1180 zerstört. Die Blankenburger bauen Burg Regenstein (auch "Reinstein" genannt) wieder auf. Teile dieser Anlage, wie die Grundgeschosse des Bergfriedes, sind erhalten.
           Seit 1368 gibt es wieder eine Gesamtherrschaft, allerdings zieht das Grafenhaus Blankenburg-Regenstein die bequemere Residenz auf der Blankenburg vor. Daraufhin ist Burg Regenstein zeitweise unbewohnt und wird in einer Besitzbestätigung von 1491 gar nicht mehr aufgeführt: der Verfall hatte begonnen. Bereits im 16. Jh. mehren sich Berichte über die recht eindrucksvolle Ruine.

Preußische Festung 1599 ist das Grafenhaus Blankenburg-Regenstein ausgestorben. Obgleich der Erbvertrag den Braunschweiger Herzögen die Grafschaft sicherte, gab es einen Heimfall des Lehens an Halberstadt, dessen Bischof Braunschweiger Herzog und Welfe war. Das Bistum Halberstadt gelangt nach dem Dreißigjährigen Krieg an Brandenburg-Preußen (1648), und die neuen Herren erheben jetzt auch Anspruch auf den Regenstein. 1662 läßt der Große Kurfürst den Felsen militärisch besetzen. Als die militärische Präsenz Preußens expandiert, entsteht eine Festung mit gewaltigen Eckbastionen, die sich über insgesamt 1,5 Hektar Fläche erstreckt. 1687 stehen 150 Mann in der Festung, man verfügt über 13 Geschütze, 3300 Kanonenkugeln und 12.000 Handgranaten. Die barocke Bergfestung mit ihren 35 Bastionen, Toranlage, Grabensystem und Geschützplattformen ist sind noch heute zu besichtigen. Zur Burg gehört der Ritterliche Adler- und Falkenhof, auf dem von März bis Oktober Flugdemonstartionen stattfinden.
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ROSEBURG westlich von Ballenstedt bei der Gemeinde Rieder gelegen täuscht die Roseburg mit ihren Türmen und Zinnen ein ehrwürdiges Alter vor, doch wurde sie erst Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt. Ein Berliner Architekt kaufte das Gelände und gestaltete hier 1906/07 einen Burgkomplex mit Torhaus, Wartturm, Bergfried, Pallas, Wendeltreppen und anderen Details, wobeiOriginalgegenstände aus früheren Klöstern Verwendung fanden. Zwischen wertvollen Gehölzen finden sich so Statuen, Putten, Brunnen, Wasserspiele und Brücken. Die imitierte Romantik breitet sich auf historischem Gelände aus; fast an gleicher Stelle stand die 964 urkundlich erwähnte Rudolfsburg. Schon nach wenigen Jahrzehnten war die private Roseburg vom Verfall bedroht. Seit 1967 laufen Bemühungen zum Erhalt des Baus und des umliegenden Parks. Derzeit wird ein Teil der Anlage als Hotel und Restaurant genutzt.

 

 

Blick vom Rathausturm uber die Neuperver Str.  auf das Neup, Tor und den neugotischen Wasserturm von 1903

Neuperver TorSALZWEDEL Die Anfänge der Salzwedeler Geschichte werden mit der Burg in Verbindung gebracht, die wohl zum Schutz einer strategisch wichtigen Jeetzefurt an der Handelsstraße zwischen Magdeburg und der Salinenstadt Lüneburg angelegt worden ist und die einst den Residenzen der Markgrafen der Nordmark gehörte. Die Stadtgründung geht auf Albrecht den Bären (1100-1170) aus dem Hause der Askanier zurück, der zeitweilig auf der Burg Salzwedel lebte. Der alte Bergfried wurde nachweislich vor 1200 erbaut und gehört mit der Burgmauer und dem Rest der Annenkapelle zu den ältesten Denkmalen der Stadt. Der Ortsname wird als Hinweis auf die Jeetzefurt gesehen, denn ,,-wedel" soll sich von „waten" herleiten und in karolingischer Zeit mag der zwischen Bardowick und Magdeburg erwähnte Handelsstützpunkt „Schezia" hier gelegen haben. Eine verwandte Version sieht  ´ Soltwidele´ als deutlicher Hinweis auf den Salztransport durch die Niederung der Jeetze, entlang der Salzstraße Lüneburg-Magdeburg. Übrigens wird der Name „Salzwedel" erstmals anlässlich einer Belagerung der Burg durch Kaiser Heinrich V. im Jahre 1112  erwähnt, die erste Bezeichnung als „Stadt“ wird auf 1233 datiert.
         Nahe der Burg entstand eine Siedlung, die erstmals 1233 „
civitas" (Stadt im Rechtssinn) erwähnt wird. Schon 1247 entstand die "Neustadt" als planmäßige Gründung im Nordosten der Altstadt. Beide Städte existierten jahrhundertelang als selbstständige Gemeinwesen mit eigener Verwaltungen einem spannungsreichen Wechselverhältnis  nebeneinander. Wiederholte Einigungsversuche blieben erfolglos, bis 1713  die Vereinigung von Alt- und Neustadt durch landesherrlichen Eingriff vollzogen wurde.
         Wenn auch die Quellen für Salzwedels
Hansezeit spärlich sind, wird man davon ausgehen können, dass Salzwedel als Handelsstadt eine tragende Rolle spielte. 1248 wurden Zölle für den Handel mit verschiedenen Waren zwischen Salzwedel und Hamburg sowie Salzwedel und Lübeck festgelegt. 1263 teilte der Lübecker Rat dem Aldermann in Visby auf Gotland mit, dass Salzwedel in die Gemeinschaft aufgenommen sei. Den Wohlstand der mittelalterlichen Doppelstadt veranschaulichen noch heute die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die beiden Pfarrkirchen von Altstadt (St. Marien) und Neustadt (St. Katharinen) sowie die als Konzert- und Ausstellungshalle genutzte Mönchskirche , einst Kirche des 1280 erwähnten Franziskanerklosters. Zahlreiche andere Bauwerke wie die Kirche St. Nikolai, das Annenkloster, der größte Teil des Augustiner-Chorherren-Stifts St. Spiritus , fast alle Stadttore, die Befestigung zwischen den beiden Städten, die Hospitäler, der Turm der Lorenzkirche oder das Neustädter Rathaus fielen der Zeit zum Opfer.
         Der Ausbau der Landesherrschaft seit dem 15. Jahrhundert begrenzte die Selbstständigkeit, beendete die wirtschaftliche Blüte jedoch nicht unmittelbar. Einer der wesentlichen Einschnitte der Salzwedeler Geschichte ist 1488 die Niederschlagung des
Bierzieseaufstands durch den brandenburgischen Kurfürsten Johann Cicero betrachtet: die Stadt verlor wesentliche Rechte wie die Gerichtsbarkeit, das Recht der freien Ratswahl, das Statutenrecht und das Bündnisrecht. Der Austritt aus der Hanse erfolgte erst 30 Jahre später. Bei Versuchen zum Wiedereintritt in die Hanse 1554/55 versprach man, die kurfürstliche Genehmigung einzuholen - allerdings vergebens.
         Noch im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert entstanden Großbauten wie die Propstei (1578 - heute Daneill-Museum), die
Neustädter Lateinschule (1579), der Neubau des Neustädter Rathauses (später Hotel „Schwarzer Adler") mit dem Rathausturm um 1585 oder dem Bau des Neustädter Kaufhauses zwischen 1608 und 1619, das später zum Rathaus wurde, ehe es 1895 abbrannte. Auch einige mit reicherem Schnitzwerk verzierte Fachwerkhäuser wie das Ritterhaus (Radestraße 9), das „Adam-und-Eva Portal" (Schmiedestraße 27) oder das Brauhaus Altperverstraße 20 stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg blieb Salzwedel von Belagerungen, Brandschatzungen und Plünderungen verschont, erlitt aber durch Einquartierungen und die Forderungen verschiedener Heere enorme finanzielle und wirtschaftliche Verluste.. Die Vereinigung beider Städte 1713 mag daher als Versuch gesehen werden, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Verwaltung effektiv zu gestalten. Überhaupt war das 18. Jahrhundert für Salzwedel ein Jahrhundert des Zusammenwachsens. So wurden 1744 die die Lateinschulen zu einem städtischen Gymnasium vereinigt und 1763 fusionierten die zwei Schützengilden. Die Besetzung Salzwedels 1757 durch französische Truppen blieb ohne größere Auswirkungen auf die Stadtgeschichte. Wichtiger wurde die Zugehörigkeit zum „Königreich Westfalen" zwischen 1807 und 1813, als Salzwedel zu einer Distrikthauptstadt im Elbedepartement wurde. Bis zu dieser Zeit waren die mittelalterlichen  Rechtsverhältnisse weitgehend erhalten geblieben. Im 19. Jahrhundert kam es zu weiteren wirtschaftlichen Veränderungen: das in Gilden organisierte Handwerk wurde durch die im Königreich Westfalen proklamierte Gewerbefreiheit geschädigt, der Niedergang der bis zur frühen Neuzeit wichtigen Salzwedeler Textilproduktion wird vor allem auf den zu späten Übergang zu industrialisierten Fertigungsmethoden zurückgeführt.
         Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Industrialisierung auch Salzwedel; mittelständische Industrie entstand, wie die Knochenverarbeitung von Neukranz die Loewesche Eisengießerei, die Zuckerfabrik und die Bergschlossbrauerei. 1870 wurde die erste Eisenbahnlinie (Salzwedel - Stendal) in Betrieb genommen, die 1873 bis Uelzen erweitert wurde. 1876 begann in Salzwedel die Nutzung der Elektrizität, 1893 wurde das städtische Gaswerk eröffnet.
         Schwere Schäden im Bahnhofsbereich und über 300 Tote forderte ein Bombenangriff im Februar 1945 - weitere Zerstörungen hatte Salzwedel im 2. Weltkrieg nicht zu beklagen. Bis zur Wende 1989/90 lag die Stadt im Grenzgebiet, abgeschnitten vom früheren niedersächsischen „Hinterland" und nur durch die 1968 einsetzende Erdgasförderung von wirtschaftlichem Interesse. Seit der Grenzöffnung liegt Salzwedel wieder „mittendrin". Der Tourismus erlangt in diesem Zusammenhang große Bedeutung. Als Kreisstadt des „Altmarkkreises Salzwedel " (durch die Gebietsreform aus den Altkreisen Salzwedel, Gardelegen und Klötze hervorgegangen) erfüllt es wichtige übergeordnete Funktionen.

Freydancksche Jugendstil-Villa (heute Bibliothek)Rathausturm

Hochständerhaus (15.-16. Jh)Danneilmuseum (Probstei von 1577/-78)Torhaus

Besondere Sehenswürdigkeiten (Stadtrundgang / Version 2):

  • Bergfried - der Burg Salzwedel aus dem 12. Jahrhundert. Gehört mit der Burgmauer und Resten der Annen-Kapelle zu den ältesten Denkmalen.
    • Puparschbierbrunnen – derbhumorige Reminiszenz nach dem Motto “Besser Verkneifen!”. Dieser modern gestaltete Brunnen am Eingang zum Burggarten erinnert an Salzwedels vergangene Bierbrautradition, an Zeiten, als man das Brauwasser noch aus der Jeetze schöpfen und deshalb rein halten sollte.Das Schild sagt: "Allen wird bekanntgemacht, daß keiner in die Jeetze kackt, denn morgen wird gebraut".
  • Stadtmauer - 13./14. Jahrhundert, ursprünglich 5 m hoch, zu 65 % erhalten.
  • Marienkirche - war im Mittetalter Propsteikirche und Hauptpfarrkirche der Altstadt. Die Bauphasen lassen sich vom 12. bis zum späten 15. Jahrhundert verfolgen. Der fast 87 Meter hoher schiefer Turm ist eine Landmarke und prägt weiterhin sichtbar, die Stadtsilhouette.
  • Ehemalige Franziskaner Klosterkirche, heute Mönchskirche genannt. 1250 errichtet und im 15. Jahrhundert zur zweischiffigen Hallenkirche erweitert.
  • Jenny  MarxHansehof - Handelshof am Jeetze/Dumme Zusammenfluss. Fachwerk-Ensemble 16. -17. Jahrhundert. Die Jeetze wurde durch die Zuleitung der Dumme im 13. Jahrhundert ab Salzwedel schiffbar und bildete damit eine wesentliche Voraussetzung für die Bedeutung der Stadt in der Hanse.
  • Ehemaliges Rathaus der Altstadt - errichtet 1509 auf einem Vorgängerbau (Kaufhaus der Gewandschneider). An diesem Platz kreuzten sich die Fernhandelsstraße Magdeburg-Lübeck/Hamburg über Lüneburg (Satzstraße) sowie Braunschweig - Hitzacker (Elbe). Bis 1713 Rathaus der Altstadt. Nach der Vereinigung der beidenwurde das Rathaus der Neustadt wurde Sitz der Salzwedeler Ratsherren. Das alte Rathaus, ab 1855 Justizgebäude, beherbergt heute das Kreisgericht.
  • Lorenzkirche - ursprünglich dreischiffige Backstein-Basilika, erbaut im südlichen Vorgelände der Burg um Mitte des 13. Jahrhunderts. Werk des Übergangs von der Romanik zur Gotik. Ende des 15. Jahrhunderts spätgotische Erneuerung der Gewölbe im Hauptschiff. 1692 Verwendung als Salzmagazin und Abbruch der Seitenschiffe, 1794 Abbruch des Westturmes. Seit 1859 katholische Kirche.
  • Steintor - Erbaut um 1530, letztes Stadttor der Neustadt, daneben Rest eines älteren Rundturmes (Gefängnisturm)
  • Karlsturm - Erbaut Ende des 14. Jahrhunderts. Der einzige erhaltene Turm eines Vortores gehörte zur Altperver Toranlage. Das Haupttor am Jeetze-Umfluter (Stadtgraben), ist nur 150 m entfernt.
  • Danneilmuseen - Stammhaus ist die frühere Probstei und Sitz der Pröpste von St. Marien. Das nach Johann Friedrich Danneil benannte, reich verzierte dreigeschossige Fachwerkgebäude ist heute regionalgeschichtliches Museum.
    • Jenny-Marx-Haus - Geburtshaus der Jenny von Wesphalen, spätere Frau von Karl Marx. Heute Museum mit einer Ausstellung zur nazionalsozialistischen Geschichte. Im Museumsgarten wachsen historische Rosen und dort findet man auch die Bronzeplastik der Jenny Marx.

SANGERSHAUSEN  am Ostrand der Goldenen Aue im südlichen Harzvorland, wurde bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Aus der Marktsiedlung entwickelte sich später eine mittelalterliche Stadt. Heute wird diese durch das stattliche Rathaus und die Stadtpfarrkirche St. Jacobi aus dem 14. und 15. Jahrhundert geprägt. Das besondere Interesse der Besucher gilt darüber hinaus der Ulrichskirche, einem romanischen Bau aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, der häufig mit der Stiftskirche in Quedlinburg vewrglichen wird. Im gut erhaltenen Stadstkern gibt es zahlreiche Bürgerhäser aud dem 16. und 17. Jahrhundert.

 

Schlanstedt: Burg

Schlanstedt: strubes Labor

SCHLANSTEDT , ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Huy, ist ein Dorf von 2000 Einwohnern in Sachsen-Anhalt. Idyllisch gelegen im Harzvorland - kurz vor Halberstadt und etwa 50 km von Magdeburg entfernt. Die Sage (und nur diese) interpretiert den Ortsnamen als “Schlammstedt”:

by Slammstedt is sump und kot
do fand de grave sinen dod;
up ören höhen wasst gut brod

Im Schlamm (dem Großen Bruch) sei danach 933 unter König Heinrich I. in der großen Schlacht gegen die räuberischen Hunnen (wie die Ungarn damals genannt wurden) Graf Stefan von Regenstein umgekommen. Seine Gattin Theolinde habe zu seinem Andenken hier eine kleine hölzerne Kapelle errichtet, das erste Gebäude von Schlanstedt. Später hat sich ein sohn westlich davon ein festes Haus gebaut, die eigentliche Burg, die noch heute steht.
       Tatsächlich wird “Slansteten” erstmals 1056 erwähnt, als Papst Victor II. dem Stift "S. Simon und Judä" in Goslar hier Besitz bestätigt, 1084, als das Kloster Huysburg in “Slanstidde” eine halbe und 1193 als das Stift “Unserer Lieben Frau” in  “Slonstide” zweieinhalb Hufen erhält. Aufgrund seiner Lage beherrschte Schloss Schlanstedt von seiner Anhöhe aus die Region zwischen Huy und dem Bruche; bis 1344 hatten die Grafen von Regenstein Schloss und Dorf in Besitz nahmen. Noch im 14. Jahrhundert  wurde die Burg von den Halberstädter Domherren den Regensteiner Grafen abgejagt und zum Renaissance-Schloss umgestaltet. Im Jahre 1390 stirbt der Halberstädter Bischof, sein Nachfolger wird Graf Ernst von Hohenstein, Probst zu Goslar, ein Mann starken Körperbaus, der mit niemandem in Frieden leben kann. Der Papst gibt seine Zustimmung zu seiner Ernennung nur zögernd und auf nachhaltiges Drängen der Domherren.Der Bischof selbst weilt oft auf der Burg bei den Burgmännern Hans und Heinrich. 1410 bis 1419 regiert Bischof Albert IV, Graf von Wernigerode. Niemand ist zu dieser Zeit seines Eigentums und seines Lebens sicher. Besonders die Grafen Schwichtelt von der Harzburg und die Quitzows versetzen das land in Furcht und Schrecken. Von 1419 bis 1437 regiert Bischof Johannes von Hoym. Auch er muss versuchen, Einfälle seiner Gegner durch schlagkräftige Soldaten abzuwehren.

    alte ZuckerfabrikSchlanstedt und die Geschichte der Pflanzenzucht 1933 kam der Bankierssohn Arnold-August Rimpau (geb.1814 in Braunschweig, gest. 1892 in Langenstein) als Volontär auf die Domäne Schlanstedt. Bereits 1839 baute er im Unterdorf die erste Zuckerfabrik des Landkreises Oschersleben - ein Betrieb, dessen Gebäude noch heute als Wahrzeichen das Ortsbild bestimmen. 1860 wurde daneben eine Spiritusbrennerei errichtet, die zur Ausweitung des Kartoffelanbaus führte. Im Ackerbau hatte mittlerweile die Frucht-Wechselwirtschaft die mittelalterliche Dreifelderwirtschaft verdrängt, wodurch die Erträge enorm gestiegen waren. Dennoch konnte die gesteigerte Nachfrage mit den alten Landsorten nicht mehr befriedigt werden, es begann das Zeitalter der Intensivsorten und damit der Züchtungsforschung. Ab 1867 beschäftigte sich der Sohn des ursprünglichen Domänenpächters, Wilhelm Rimpau, mit der Veredelungsauslese. Offensichtlich waren die Bedingungen in Schlanstedt hierfür ideal: neben den Standortbedingungen gab es praktische Landwirte, die sich den modernen Herausforderungen stellten. Mitte der 70er Jahre des vorletzten Jahrhunderts begann er mit der Züchtung von Zuckerrüben: in jedem Zimmer seiner Wohnung auf der Domäne wurde eine Pflanze zur Blüte gebracht. Die Tür zwischen zwei Räumen wurde fest verschlossen, so dass es zu keiner Fremdbefruchtung kommen konnte; die Polarisation wurde zur Bestimmung des Zuckergehaltes eingeführt. So entstand die "Original Rimpaus Klein Wanzleber Zuckerrübe".

Als bahnbrechend galt dann die Züchtung eines fertilen Bastards aus Roggen und Weizen, des "Triticale rimpauii", der ersten künstlichen Kulturpflanze überhaupt Welt. Angeregt durch diese Erfolge stellte ein zweiter Pionier in der Deutschen Pflanzenzüchtung, Friedrich Strube Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts erste eigene Versuche an. Nach ersten Erfolgen gründete er 1877 auf seinem alten Stammhof an der Breiten Straße die später zu seinen Ehren benannte "Friedrich Strube Saatzucht". 1892 wurde ein neuer Wirtschaftshof mit Getreidereinigungsspeicher errichtet, 1894 folgte ein Gewächshaus. Der weitere Ausbau schritt dann unter seinem Sohn Hermann rasch voran. Die Forschung wurde in das schlossartig angelegte Gebäude, "Strube´s Labor", übertragten, wo sie auch heute wieder ihre Heimstatt hat. Im September 1945 wurde der Stammsitz Schlanstedt in der sowjetischen Besatzungszone entschädigungslos enteignet. Mit dem geretteten Zuchtmaterial wurde die Zucht 1946 zunächst auf der  vom Staat gepachteten Schlossdomäne in Schöningen, später in Söllingen fortgesetzt.

Seit Herbst 1991 betreibt die Friedrich Strube KG  in Schlanstedt wieder eine eigene Landwirtschaft. 1992 werden Teile des ehemaligen Besitzes in Schlanstedt zurückgekauft und erneut zur Saatzucht eingesetzt. Damit verbindet sich der Name "Friedrich Strube Saatzucht KG" seit nunmehr 127 Jahren mit der erfolgreichen Züchtung landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Zusammen mit dem Partnerunternehmen Dieckmann ist dies das letzte unabhängige private Züchterhaus in Deutschland.

Im Oktober 1989 öffneten die Heimatstuben Schlanstedt, zunächst in drei Räumen der Burg ihre Pforten. Im Herbst 2003 fanden sie in der inzwischen aufgegebenen Schule des Ortes ihre endgültige Bleibe. Neben vielseitigen Sammlungen aus Großelterns Tagen (Haushaltsgeräte und Technik: Cameras, Rechenmaschinen...) und aus der Geschichte der DDR wird hier an die Pionierleistungen der Rimpaus und Strubes erinnert. Sehr empfehlenswert! An die große Tradition der Saatgutzüchtung erinnert das Feldbahnmuseum, das seit 1994 aufgebaut wird. Hier gibt es eine Vorführstrecke, die dem historischen Trassenverlauf folgt, zusammen mit einem Betriebshof und einer Umsetztanlage. 10 Lokomotiven, 50 Waggons und eine Ausstellung historischer Landtechnik runden das Bild ab.
 

SOMMERSCHENBURG   war der Stammsitz der Pfalzgrafen gleichen Namens, die nach dem König nicht nur die höchste richterliche Stellung im Reich innehatten, sondern auch die Funktion eines ersten Verwaltungsbeamten ausübten. Aus der Zeit dieser berühmten Fürsten stammt allenfalls noch der wuchtige Bergfried des Schlosses. Neue Bedeutung erlangte der Ort, als der preußische König Friedrich Wilhelm III. Sommerschenburg dem Generalfeldmarschall Neidhardt von Gneisenau schenkte und zwar für dessen Verdienste in den Freiheitskriegen. Das Mausoleum der Familie von Gneisenau liegt am Rande des englischen Parks.

Stendal-Stadtwappen

STENDAL an der Uchte, das historische Zentrum der Altmark und heutige Kreisstadt, wird erstmals 1022 als Besitzung des Michaelisklosters im Bistum Hildesheim als Dorf "Steinedal" erwähnt. Prächtige Gebäude im Stil der Backsteingotik sind in der von Albrecht dem Bär im Jahre 1165 gegründeten Stadt bis heute erhalten. Die älteste Pfarrkirche der ehemaligen Hansestadt ist die Petrikirche, die im 15. Jahrhundert ein neues Gewölbe erhält. Der mit Holzfiguren geschmückte Backsteinlettner ist im 14. Jh. gescharfen worden. Im Chor der Jakobikirche befinden sich spätgotische Glasgemälde mit Szenen aus dem Leben der Apostel. Das Stendaler Rathaus mit seiner offenen Gerichtslaube und dem Roland ist ein Werk des 15. Jahrhundertds. Der Bau der Stiftskirche St. Nikolaus wurde im Jahre 1188 von den Augustiner Chorherren begonnen - die Verglasung zeigt auf 1200 Feldern Szenen aus dem Leben Christi und der Heiligen. Von Stendals Stadbefestigung steht noch das Tangermünder Tor von 1300 und der wuchtige Uenglinger Torturm von 1440, der mit Blendfriesen, Ecktürmchen und Zinnen zu den schönsten Backsteintürmen zählt. Stendals bekanntester Sohn ist Johann Joachim Winckelmann, der  „Vater der Kunstgeschichte". Der französische Schriftsteller Henri Beyle wählte ihm zu Ehren als Pseudonym den Namen „Stendal".

 

Rathaus

Schloss

STOLBERG ist eine kleine, mittelalterliche Stadt im Südharz nahe Nordhausen. Am Schnittpunkt von vier Tälern gelegen entstand im 12. Jahrhundet die Burg zusammen mit der Stadt. In einer Höhenlage von 300 - 350 m wurde der Ort mit seinen herrlichen Buchen- und Mischwäldern der Ausgangspunkt für erholsame Wanderungen. Sein Reiz ist aber nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch sein prachtvolles geschlossenes Stadtbild begründet.
           Über der Stadt thront auf einem nach drei Seiten abfallenden Berg das Schloss (die frühere “Burg”). Sein ältester Teil, der Rundturm, stammt aus der Zeit um 1200, doch wurden seine neueren Teile zwischen 1539 und 1547 im Stil der Renaissance erbaut. Im Südostflügel befindet sich der klassizistische Rote Saal, ein Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Derzeit wird die Anlage durch die Deutsche Denkmalstiftung Quedlinburg komplett restauriert.

Die Strammreihe der Grafen von Stolberg beginnt um 1200. 1645 teilt sich das Geschlecht in die Linien

  • Stolberg-Wernigerode, von der sich später Stolberg-Geldern abzweigte - das Geschlecht der Reichsfürsten existierte von 1742 bis 1804
  • Stolberg-Stolberg, von der sich  Stolberg-Roßla abspaltete (1706-1893)

Am besten beginnt seinen Spaziergang durch die "Historische Europastadt" (diesen Titel trägt der Ort seit Januar 1993) vor dem kuriosen Rathaus. Neben der großen Sonnenuhr von 1724 erkennt man das Stolberger Wappen sowie die Symbolfiguren Justitia und Minerva. Die oberen Etagen erreicht man übrigens nur über die an der östlichen Giebelseite vorbeiführende Stiege, denn der Bau besitzt keine Innentreppe - ein bauliches Kuriosum. Doch Schilda hat nicht mitgebaut: Bereits 1452 wurde begonnen, das Erdgeschoss zu errichten, das zunächst als Kaufhaus und erst seit 1454 als Rathaus genutzt wurde. Durch den Verzicht auf den nachträglichen Einbau eines inneren Treppenhauses konnten die weiteren Aufstockungsarbeiten und die Vollendung ohne Veränderung des Grundrisses und ohne Platzverlust erfolgen. Der Bau besaß ursprünglich zwölf Türen (12 Monate), 52 Fenster (52 Wochen) und hatte insgesamt 365 Fensterscheiben (365 Tage) - ein symbolischer Kalender. Seine heutige Gestalt erhielt es um 1600. Vor dem Rathaus befindet sich das Denkmal von Thomas Müntzer, dem legendäre Bauernführer, welcher in Stolberg geboren wurde. Die Rathaustreppe führt gleichzeitig zur spätgotischen St.-Martini-Kirche hoch, in der am 21. April 1525 Martin Luther gegen den Bauernaufstand predigte.
Alte Münze Stolberg         Eines der schönsten Häuser Stolbergs – die Alte Münze – steht in der Niedergasse 19. Über das Entstehungsjahr informiert eine gut sichtbare Inschrift über der Toreinfahrt,
„Anno domini 1535 Am tage Kiliani mit gots hilfe gericht, Kilian Kessler, Hans Bunt – laus deo” (lobet den Herrn). Erbauer des stattlichen Fachwerkhauses war der Münz- und Bürgermeister Kilian Kessler (gest. 1571). Das Gebäude wurde als Werkstatt und Wohnhaus erbaut und genutzt, vorher besaß Kessler auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Niedergasse 24 ein Wohnhaus.

    Die Münzprägung hat in Stolberg eine lange Tradition - bekannt sind etwa 1500 Prägungen. Die ersten Münzen, Brakteaten mit Hirschgeweih oder Hirschdarstellungen, wurden zu Beginn des 13. Jahrhunderts hergestellt, vom dem Ende des 14. Jahrhunderts sind Hohlpfennige bekannt. Heinrich von Stolberg erhielt 1467 das Recht, Münzen mit seinem Wappen zu schlagen. Zum Ende des 15. Jahrhunderts wurden Groschen geprägt, 1546 der erste Taler. Das Münzmetall kam vorwiegend aus den gräflichen Bergwerken der Umgebung, es musste jedoch auch Material hinzugekauft werden. Nach der erneuten Aufnahme der Münzprägung durch die Grafen kam Johann Jeremias Gründler, einer der berühmtesten Münzmeister seiner Zeit, nach Stolberg. Der Münzmeister vereinbarte mit dem Münzherrn eine Pauschalsumme, den Schlagschatz. Dafür hatte der Münzmeister den gesamten Herstellungsvorgang der Münzen zu organisieren und die Münzgeräte bereitzustellen. Dabei trug er sämtliche geschäftliche Risiken. Es ist ein Zufall, dass in Stolberg die Münzstätte so komplex erhalten geblieben ist, denn andernorts gingen fast alle Einrichtungen von Münzstätten verloren gegangen, weil alte Geräte oftmals eingeschmolzen und wiederverwendet wurden. Damit ist diese historische Prägestätte nicht nur ein regionalgeschichtliches, sondern auch ein unschätzbares technisches Denkmal.

STRÖBECK - seit dem 14. Oktober 1990 heißt der bei Hakberstadt gelegene Ort auch amtlich "Schachdorf Ströbeck".
         In der Tat: Ströbeck und Schach - das gehört seit mehr akls einem Jahrtausend zusammen. 995 wurde das Dorf erstmals in einer Schenkungsurkunde Ottos des II. an das Kloster Drübeck erwähnt. Die weltweite Kunde von der Existenz eines Ortes, in dem die Schach spielenden Bauern nicht zu schlagen sind, verdankt Ströbeck Herzog August II. von Braunschweig-Lüneburg. Er veröffentlichte unter dem Namen
Gustavus Selenus im Jahre 1616 ein Schachbuch in deutscher Sprache, in dem er den Bewohnern des Dorfes ein ganzes Kapitel widmet. Ausführlich beschrieb er die damals üblichen drei Arten des Schachspiels. Generationen von Schachhistorikern in aller Welt zerbrechen sich seitdem die Köpfe bei der Analyse dieser teilweise eigenartigen Spielweisen.
           Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Ströbecker Schachspiel in einem 1601 in Wittenberg erschienenen Buch von Petrus Heigius. Das Werk befasst sich mit erlaubten und unerlaubten Spielen. In lateinischer Sprache ist zu lesen, dass die Ströbecker so gut spielen, dass sie jeden Fremden besiegen. Seit 1689 gilt das Spiel mit lebenden Figuren eine ganz besondere Attraktion - es wird noch heute zu besonderen Anlässen auf dem „Platz am Schachspiel" gespielt. Hier befindet sich eine durch schwarz-weißes Pflaster aus Marmor gefertigtes, 8 x 8 m messende Anlage.
           Auch sonst ist das Schachbrett im Schachdorf allgegenwärtig. Die Wetterfahne am Turm der St. Pankratius-Kirche führt es, an vielen Häusern ist es zu sehen und es ist Bestandteil des Ortswappens. Auch es gibt ein Lied - klar, das "Schachlied". Die Gründung des Ströbecker Schachvereins erfolgte im Jahr 1883. Damals wie heute stellt er sich die Aufgabe, die aus der Ströbecker Schule verabschiedeten Schüler durch gemeinsame Spielabende am Schachbrett fortzubilden. Meisterschaften im Ort und darüber hinaus sollen das Interesse am Spiel fördern. In unmittelbarer Nähe vom „Platz am Schachspiel" erinnert der Ströbecker Wehrturm an die Sage vom Fürsten Gunzelin, der im 11. Jahrhundert das Spiel nach Ströbeck gebracht haben soll.

    Mit der Eröffnung des Schachmuseums 1991 ging ein lang gehegter Wunsch der Ströbecker in Erfüllung. Es ist einzigartig in Deutschland. Seit Januar 2006 präsentiert der direkt am „Platz am Schachspiels" gelegene Bau mit einem neuem Ausstellungskonzept und neuen Exponaten. In der unteren Etage sind Ausstellungsstücke zur Ortsgeschichte, historische Schachkostüme, Schachliteratur und Freundschafts- und Jubiläumsgeschenke des Ströbecker Schachvereins ausgestellt. In einer Fernsehsitzecke sind Videofilme aus älterer und jüngster Zeit zu sehen. Erwähnenswert ist ein zehnminütiges Monochrom-Filmdokument über Ströbeck aus dem Jahre 1940. Im oberen Stockwerk des Museums fällt der Blick auf die Abteilung "Schach als Unterrichtsfach seit 1823". Auf einer Ehrentafel werden die Gewinner bis hin zur Gegenwart erwähnt.

 

TANGERMÜNDE 50 Kilometer nördlich von Magdeburg an der Mündung des Flusses Tanger in die Elbe gelegen, gilt Tagermünde als eine der wenigen Industriestädte der Altmark. Der Ort konnte sein mittelalterliches Stadtbild bis in die heutige Zeit bewahren. Die alte Burg und die vor etwa 800 Jahren in ihrem Schutze entstandene Stadt befinden sich auf einer Hochfläche über der Mündung des Tangers in die Elbe. Sie wird von der St. Stephanskirche mit ihrem 87 Meter hohen Nordturm überragt. Das Ensemble wird von der Stadtmauer eingerahmt, deren Backsteinrot sich im Wasser des Flusses spiegelt.  
         Die Burg von Tangermünde wird erstmals 1009 erwähnt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entwickelt sich der einstige Marktflecken zur Stadt. 1373 erwirbt der böhmische König und deutsche Kaiser Karl IV. die Mark Brandenburg, er zieht am 7. September des Jahres mit großem Gefolge in die Burg von Tangermünde ein und machte diese zu seiner Nebenresidenz. Karl IV., der Kaufmann unter den Kaisern, mehrt seinen Reichtum vor allem durch seine Geschäftstüchtigkeit zumal er gewinnbringende Beziehungen zur Hanse pflegt. Mit seinemTod 1378 schwindet die Hoffnung, Tangermünde könnte eine große Rolle
in der Geschichte spielen. Da sein damals minderjähriger Sohn Sigismund sich wenig für die Altmark interessiert, setzt wachsende Unordnung ein und dies ändert sich auch nicht unter der Regierung des Jobst von Mähren. Danach residierten für einige Jahrzehnte die Hohenzollern. Doch so friedlich wie die Tangermünder mit Kaiser Karl IV. gelebt hatten, gestaltete sich ihr Verhältnis zu den Hohenzollern nicht. Schließlich verlegte Kurfürst Johann Cicero seine Residenz 1488 nach Berlin - Cölln.
         Dennoch erlebt die Stadt gerade im 15. Jahrhundert ihre Blüte. Prächtige Backsteinbauten wie das Rathaus und die Stadttore werden errichtet, der Umbau der St. Stephanskirche zur gotischen Hallenkirche wird fortgesetzt. Der Anfang des 17. Jahrhunderts bringt dann das Ende der blühenden Handelsstadt: die Bürger leiden unter den Auswirkungen mehrerer Stadtbrände, des 30-jährigen Krieges und einer Pestepedemie. 1619 wird Margarete Minde, von der der Rat unter Folter das Schuldbekenntnis für den verheerenden Stadtbrand von 1617 erpresste, zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Diese Ereignisse haben immer wieder Künstler stimuliert, sich mit diesem Fall auseinanderzusetzen. Ende des 17. Alte Schule Jahrhunderts ist Tangermünde zu einer unbedeutende Landstadt geworden. Trotz Not und Armut entstanden im schicksalhaften 17. Jahrhundert Fachwerkhäuser mit zum Teil sehr schönen Portalen mit sehenswerten Schmuckformen.
         Die Bauten der zurückliegenden Jahrhunderte und die Stadtmauer mussten der im 19. Jahrhundert einsetzenden Industriealisierung nicht weichen, da sich diese weitestgehend im Norden der Stadt vollzog. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ nur wenige Spuren. So konnte Tangermünde sein ursprüngliches Stadtbild bis in die heutige Zeit bewahren. Sowohl bei einem Stadtrundgang als auch beim Besuch der Museen läßt sich die Vergangenheit nachvollziehen.

    Das Heimatmuseum im alten Rathaus berichtet über die wechselvolle Geschichte der Stadt bis 1900. Das Burgmuseum in der Schlossfreiheit Tangermünde befindet sich im ältesten erhaltenen Wohnhaus (1543). Der Besucher kann sich hier mit der Geschichte der Burg, ihren Funktionen und ihrer Bedeutung vertraut machen. Lohnend ist auch der Besuch der Salzkirche, deren Ambiente dieses Gebäudes sich als idealer Rahmen für die unterschiedlichsten Ausstellungen und für musikalische Veranstaltungen erweist - ergänzt durch die St. Stephanskirche mit ihrer hervorragenden Akustik und der Schererorgel, die zu den zehn wertvollsten historischen Instrumenten gehört.

 


Thale vom Hexentanzplatz aus. Am Horizont:  der Huy

THALE liegt unmittelbar am Eingang zum Bodetal, dem gewaltigsten Felsental nördlich der Alpen. Die Felsen des Hexentanzplatzes und der Rosstrappe erheben sich 250 m hoch zu beiden Seiten des Canyons. Archäologische Funde zeigen, dass beides schon vorchristliche Kultstätten waren.

Bergtheater Thale. Vom Hexentanzplatz aus ist das nach dem Vorbild griechischer Amphitheater gestaltete älteste Naturtheater zugänglich. Gegründet wurde es 1903 durch den Theaterpublizisten Ernst Wachler. Nach nur vier Monaten Bauzeit wurde es am 8. Juli 1903 mit Wachlers "Walpurgisspielen" eröffnet. Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederherstellung wurde es 1945 an die neu gegründeten Städtischen Bühnen Quedlinburg angebunden. Seit 1992 ist die Stadt Thale der Träger. 1949 wird ein überdachter Orchestergraben geschaffen, der Garderobentrakt wird 1966 modernisiert. Mit seinen 1995/96 rekonstruieten Zuschauerrängen bietet das Theater 1300 Besuchern Platz. Der Spielplan wird überwiegend vom Nordharzer Städtebundtheater bestritten.

Sachsenwall, auch als "Heidenwall" oder "Teufelsmauer" bezeichnet. Reste einer bronzezeitlichen Befestigungsanlage der tiefer gelegenen Homburg auf dem äußeren Sporn des Hexentanzplatzes. Die zwischen 750 und 450 v. Chr. errichtete 150 m lange und an der Basis 4 m beite Trockenmauer aus Granitsteinen führt vom Rand des Steinbachtals bis zum Rand des Bodetals. Die Anlage diente wohl als Fluchtburg eines Stammesverbandes. Der Fund eines Opfersteins (jetzt in der Walpurgishalle zu sehen) und einer bronzenen Kultkeule legt eine kultische Nutzung nahe.

 

UMMENDORF Der Ortsname findet sich das erste Mal 1144 in  einer Besitzbestätigung. Seit Ende des 12. Jahrhunderts wird eine Familie mit dieser Herkunftgenannt. Am Anfang stand wohl ein durch den Magdeburger Erzbischof eingesetzter Ministerialer, der hier einen Außenposten seines Territoriums zu sichern hatte - ein Hinweis ist der bis heute erhaltene spätromanische Wohnturm. 1363 sind die von Ummendorf noch im Besitz der Burg, danach wechseln sich unterschiedliche Familien als Lehnsträger ab.
           Der ursprünglich 26 m hohe Wohnturm wird auf 1180 datiert, der älteste Zugang liegt 10 m über dem früheren Hofniveau und führt in das dritte Geschoss. Von dort gelangt man über eine enge Treppe, abwärts in ein weiteres Wohngeschoss. In beiden Räumen sind die offenen Kamine erhalten geblieben. In seiner äußeren, schlanken Gestalt entspricht der quadratische Turm einem Bergfried anzusprechen, jedoch ist dafür seine Ausstattung merkwürdig, die Merkmale einer Wohnung aufweitst. Die älteste Verteidigungsanlage haben wir uns als Rundburg mit Wassergräben und davorliegendem Wall vorzustellen. Zum mittelalterlichen Baubestand könnten noch einige Kellermauern gehören. Die Reste von Rundtürmen  stammen vermutlich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert und gehören zu einem Zwinger, der den Kern in geringem Abstand umschloss.
         1430 wird die Burg Ummendorf das Ziel größerer Militäroperationen der Städte Magdeburg und Braunschweig, die sich gegen Stützpunkte der adligen Straßenräuberei richtete. Die von Veltheim müssen aus Ummendorf weichen. Braunschweig führte den Angriff gegen Destedt am westlichen Elm, wobeidie dortigen Burg vernichtet wurde.
       1463 gelangen die von Meyendorf in den Besitz der Ummendorfer Burg, und errichten sie in der Mitte des 16. Jahrhunderts fast vollständig neu, wobei man sich für die Form eines quadratischen Kastells mit einer Seitenlänge von 50 Metern entschied. 1576 entsteht der achteckige Aufsatz des Turmes, in dem eine mit Stube mit Fenstern eingerichtet wurde. Beachtliche Zeugnisse dieser Zeit sind die Reliefgrabsteine in der nahegelegenen Dorfkirche, die einzelne Mitglieder der Familie von Meyendorf vorstellen. Von der Kirchenausstattung der Renaissance ist ein großer Altaraufsatz erhalten geblieben (um 1580), dazu am Außenbau ein Auferstehungsrelief mit Tod und Teufel (1562).
         Die weitere Geschichte folgt dem Muster vieler kleinerer Burgen im Land: Nach Beschädigungen im 30jährigen Krieg und dem Übergang in die landesherrliche Verwaltung wird die Burg zum Amtssitz bestimmt. Die zugehörigen Ländereien
werden zu einer Domäne zusammengefaßt. Bauliche Veränderungen des 19. und 20. Jahrhunderts zielen auf eine rationellere Nutzung und bewirken eine Vereinfachung der Details, wobei das geschlossene Gesamtbild jedoch erhalten blieb.

    Der Ort hat einiges zu bieten: Börde-Museum, eine agrarethnographische Forschungs- und Sammelstätte, Kräutergarten mit 520 Pflanzenarten der Magdeburger Börde.

 

WALBECK Das Stift Walbeck wurde 942 vom Grafen Lothar II. auf seiner Burg als Hauskloster der Walbecker Grafen gegründet. Anlass zur Klostergründung war, dass sich Lothar 941 an einer Verschwörung des Bayernherzogs Heinrich gegen dessen Bruder König Otto I. beteiligt hatte, die jedoch aufgedeckt wurde. Lothar war zunächst wie die meisten niederrangigen Verschwörer zum Tod verurteilt, erlangte aber durch Fürsprache seiner Freunde eine Begnadigung. Er verlor außer seinen Allodialgütern allen Besitz und wurde zudem zur Errichtung der Kirche verpflichtet, die so in seiner Burg platziert war, dass deren militärischer Wert stark gemindert war. Die in weiten Teilen erhaltene, auf einem Kalksteinfelsen 25 m über dem Allertal gelegene Ruine erlaubt wertvolle Erkenntnisse über die Bautechnik in der Ottonenzeit.

 

WEFERLINGEN (Aller) In landschaftlich reizvoller Lage im unteren Allertal liegt der Ort Weferlingen mit seinem Wahrzeichen, dem “Grau Harm” oder auch  „Grauen Herrmann“, einem mächtigen Bergfried der aus dem Jahre 1300 stammenden Burgruine.
     798 als Sumpfburg zur Verteidigung der Aller-Lappwald-Linie gegen die Slawen errichtet, findet die Burg Weferlingen erstmals urkundliche Erwähnung. Im 17.Jahrhundert siedeln sich Handwerker, Bäcker, Baumeister.... in Weferlingen an, wobei die Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth besonderen Anteil  haben. Es folgen der Klrchneubau und die Einrichtung einer ersten Apotheke.
     So gedeiht Weferlingen zum Königlichen Amt, in dem Handel betrieben wird und in dem sich mit der Kalk- und Ziegelbrennerei die ersten Industriezweige bilden. Die ständig steigender Bevölkerungszahl folgt dem wirtschaftlichen Aufschwung: Post- und Bahnverkehr, Straßenbau, die Errichtung von Schulen und die Gründung einer Zuckerfabrik lassen den Ort aufblühen.
     Mit dem Aufbau der Grenzanlagen 1962 wird es ruhiger. Weferlingen wird zum Randgebiet was sich allerdings positiv auf die Fauna und Flora der umliegenden Landschaftsgebiete auswirkt - noch heute gibt es um Weferlingen die schönsten botanischen Kostbarkeiten. Nach der Grenzöffnung rückt der Ort wieder mehr ins Zentrum. Durch die geografische Nähe zu den Helmstedt, Haldensleben und Magdeburg und mit seiner günstigen Autobahnanbindung wird es wieder attraktiver geworden für wirtschaftliche Investitionen und für den Tourismus. Mit den umliegenden Landschaften und der guten Luft lädt der Flecken Weferlingen Erholungsuchende zum Verweilen ein.

    Leider kennen wir das Weferlinger Schloss nur als Ruine. Seit 1716/17 nicht mehr bewohnt, kam es zum Getreidespeicher herab und wurde im Herbst 1929 durch Feuer zerstört. Von der älteren Anlage sind nur der "Grauer Harm" genannte Turm - seit undenklicher Zeit ohne Dach) und wenige als Gebäudewände genutzte Stücke der anschließenden Ringmauer erhalten. Wenn man sich mit Phantasie in die Vergangenheit zurückversetzt und die Trümmer rekonstruiert, gewinnt man den Eindruck, dass der Bau mit den beiden Seitenflügeln recht stattlich gewesen sein muss. Wir wissen nicht, ob die Schlossanlage baufällig geworden war oder ob sie den Anforderungen der Zeit einfach nicht mehr entsprach.

wERNIGERODE Mitte des 9. Jahrhunderts entstanden hinter dem heutigen Rathaus, auf dem höher gelegenen "Klint", eine Burg und eine kleine Siedlung. Von der Wehrhaftigkeit dieser ersten Burganlage auf dem Bergsporn des Agnesberges  künden bis in die Gegenwart Mauern und Türme. Zwischen 1110 und 1120 erbaut Graf Adalbert eine ringförmige Höhenburg, umgeben von einem tiefen Wallgraben. Den einzigen Zugang ermöglichte eine Zugbrücke. Die urkundliche Nennung eines "Castrum Wernigerode" 1113 und eines Comtes de Wernigerothe 1121 bestätigen diesen Zeitraum. Unsicher ist, ob sich der älteste Burgsitz bereits an der heutigen Stelle befand: eine Legende, die von einer Versetzung der Feste durch einen Riesen berichtet, könnte durchaus einen historischen Hintergrund besitzen. Am Nordrand des Harzes gelegen, findet man Wernigerode am Zusammenfluss der Holtemme (die im oberen teil “Steinerne Renne” genannt wird) mit dem Zillierbaches. Der Ort erstreckt sich damit in zwei Täler, jenes der Holtemme und, in Richtung Elbingerode, in das “Mühlental”.

    Grafschaft und Schloss Graf Adalbert zu Haimar, entstammt einem schwäbischen Grafengeschlecht und besaß eine kleine Grafschaft bei Hildesheim. Seine Niederlassung im Harz erfolgt offenbar unter Heinrich V., dessen Politik die Ansiedlung von königstreuen Adligen und den Bau von Burgen zur Sicherung der kaiserlichen Machtposition im Harz förderte - ein Aspekt, der den Grafen die Reichsunmittelbarkeit sicherte. 1229 verleihen die Grafen zu Wernigerode dem Ort unter der Burg  nach Goslarer Vorbild das Stadtrecht. Bis 1343 gelint es den Grafen, ihren Harzbesitz zu einer landesherrlich regierten Grafschaft mit eigenem Münzrecht auszubauen. Nach einer für die Wernigeröder Grafen unglücklichen Fehde beansprucht der Bischof von Magdeburg 1381 die Lehnshoheit für sich. 1429 stirbt Heinrich Graf zu Wernigerode als letzter männlicher Nachkomme des Wernigeröder Grafengeschlechts. Ein Erbvertrag regelt die Übernahme der Grafschaft durch die Grafen zu Stolberg (Südharz). Schon 1417 hatte Heinrich den Grafen Botho II. d. Ä. zu Stolberg als Mitregenten angenommen - eines der großen Wandgemälde im Festsaal desSchlosses zeigt die Erbhuldigung der Stadt Wernigerode an den Grafen Botho zu Stolberg.

    Die Grafen zu Stolberg bewohnen die Burg Wernigerode nach dem Erbantritt nur zeitweilig. Die Verwaltung der Grafschaft erfolgt von Stolberg aus. Dennoch lassen die Stolberger die Burg Wernigerode um 1500 umfassend erneuern und ausbauen. Mit besonderer Weitsicht lässt vor allem Graf Botho III dieWehranlagen erweitern und verstärken. Nicht zuletzt hierdurch bleibt die Burg während der Bauernunruhen 1525 verschont. 1541 heiratet Graf Wolfgang zu Stolberg Dorothca, die Tochter des letzten Grafen zu Regenstein. Vor der Feier der Hochzeit auf der Burg Wernigerode ließ der Graf umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen. Gemeinsam mit seinem Vater Botho III. bereitet er die Reformierung der Grafschaft vor.

    Während des Dreißigjährigen Krieges hatte die Burg Wernigerode ihre Bedeutung als Verteidigungsanlage bereits verloren, da die Möglichkeit der Beschießung vom höher gelegenen Agnesberg aus eine Verteidigung fast unmöglich machte. Lange Jahre unbewohnt und von wechselnden Truppen geplündert, verwahrlost die Burg. Im Jahre 1645 teiten die gräflichen Brüder Johann Martin und Heinrich Ernst den bisher gemeinschaftlichen Stolberger Besitz, wobei Heinrich Ernst die Grafschaft Wernigerode, den Hohnsteiner Forst und das Amt Elbingerode erhält.  Nach dem Dreißigjährigen Krieg lässt sein Sohn die Burg instandsetzen und erweitert diese zwischen 1672 bis 1676 um einen barocken Flügel. Die Initialen EGzStWI l über einem von Ranken und Wappen umgebenen Fenster, dem ehemaligen Eingangsportal am Sommerbau, weisen auf den Grafen Ernst als Bauherrn hin.

    Auf Graf Ernst folgt 1710 ein Neffe, Graf Christian Ernst, der das Schloss zu seiner ständigen Residenz machte. Er führt das Erstgeburtsrecht ein und regelt 1714 die lehnsherrlichen Verhältnisse mit Kurbrandenburg. Als „aufgeklärter Absolutist" ließ er tiefer gelegenen Lustgarten nach Versailler Vorbild gestalten und eine Orangerie erbauen. 1746 wird die bereits berühmte Stolberg-Wernigerodische Bibliothek im Schloss für die Allgemeinheit geöffnet. Graf Christian Ernst war mit August Hermann Francke befreundet und fühlt sich der Geisteshaltung des Pietismus in aufklärend wirkender Form verhaftet. Der Lustgarten wird Ende des 18. Jahrhunderts zum englischen Park umgestaltet. 1858 übernimmt Graf Otto (seit 1890 Fürst zu Stolberg-Wernigerode) die Regierung der Grafschaft. Der Wunsch zur Schaffung repräsentativerer Wohnverhältnisse, eine steile politische Karriere, die ihn bis 1878 als Vizekanzler ins Zentrum der deutschen Reichspolitik gelangen ließ und enge persönliche Kontakte zum preußischen Königs- und späteren deutschen Kaiserhaus veranlassen den Grafen zum Umbau des Schlosses. Mit der Leitung des Unternehmens wird der Blankenburger Architekt Karl Frühling betraut. Von 1862 bis 1885 entsteht unter Erhalt wertvoller Teile der Vorgängerbauten ein Repräsentationsschloss im neogotischen Stil, das sich damals wie heute in der reizvolle Landschaft Akzente setzt. Das Schloß wird bis 1929 von den Fürsten zu Stolberg-Wernigerode bewohnt

Der dreißigjährige Krieg bringt den Bewohnern der Stadt den wirtschaftlichen Ruin. Wernigerode geht den Weg zur Ackerbürgerstadt. Im Vertrag von 1714 wird die Angliederung von Stadt und Grafschaft an das Königreich Preußen geregelt. Während der Napoleonischen Ära erfolgt die Eingliederung in das Königreich Westfahlen - teuer bezahlt, aber verbunden mit neuen bürgerlichen Freiheiten. Zur erneuten Blüte gelangt die Stadt gegen Ende des 19. Jashrhunderts durch den schrittweisen Wandel zum Industriestandort. Gleichzeitig setzt der Fremdenverkehr ein. Sehenswürdigkeiten:
         Das Rathaus ragt weithin sichtbar über den farbenprächtigen Marktplatz und lädt die Besucher der Stadt mit seinem Spruch im Wappen des Grafen zu Stolberg- Wernigerode ("
Einer acht`s, der andere betracht`s, der dritte verlacht`s, was macht`s") zu einem Stadtbummel ein. Bereits 1277 wird es das erste Mal urkundlich als "gimnasium theatrum" in der Stadtchronik erwähnt.

    Das Gebäude diente lange Zeit als “Spelhus”, also als Stätte mitteralterlicher Vergnügungen wie Gauklerspiele, Tänze oder Hochzeitsfeiern. Gemäß Verordnung ar die Gästezahl bei hochzeiten auf 120 Personen beschränkt. Solche Feiern begannen am Sonnabend und mussten am Abend des Montags beendet sein.Um 1400 wurde es als Gerichtsgebäude genutzt. Bei einem Umbau zwischen 1427 und 1450  entstanden der heutige Ratskeller und die Freitreppe auf der Westseite. Ab 1492 errichtete Andreas Spengel den Fachwerkaufbau und Thomas Hilleborch ergänzte diesen 1497 durch zwei Erkertürme. Nach einem Brand 1528 leitete dessen Sohn Simon den Wiederaufbau und verlagerte die Freitreppe an die Front. 1544 wurde der Umbau zum Rathaus, einem Meisterwerk der Fachwerksbaukunst, vollendet. Sehenswert sind die handgeschnitzten Figuren unter dem Dach und am Erdgeschoß. Anmutige Tänzer, fröhliche Musikanten sowie ernste Stadtbürger und Würdenträger illustrieren Facetten mittelalterlicher Lebensweise.

Ein malerischer Winkel ist der Oberpfarr-Kirchhof hinter dem Rathaus. Haus Gnadenstadt (Nummer 13), eines der schönsten Häuser von Wernigerode, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Teichmühle wurde Mittte des 17. Jahrhunderts errichtet. Das Wasser des ehemaligen Mühlengrabens unterspülten die Grundmauern und ließen es zu Wernigerodes “Schiefem Haus ” werden. Am Marktplatz und in seiner unmittelbaren Umgebung gibt es weitere Attraktionen wie den eindrucksvollen Bau des restaurierten “Gothischen Hauses” , in welchem sich heute ein Hotel befindet. Davor steht der gusseiserne “Wohltäterbrunnen”, der an Persönlichkeiten erinnert, die sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Abseits des Marktplatzes, in der Breiten Straße, gibt es die “Krellsche Schmiede”, die auf das Jahr 1678 zurückgeht Die Hufeisen über der Tür deuten auf seine einstige Bestimmung hin. Unter der Nummer 72 ist das mit einer Fassade ganz aus Holz verzierte Krummelsche Haus von 1674 zu finden. Es zeigt den ganzen Formenreichtum des Barock: kein Quadratzentimeter Front, der nicht  mit dem schnitzmesser in Berührung kam! In der Kochstraße stehtsteht das “Kleinste Haus” der Stadt. Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut, misst es bis zu Dachtraufe 2,20 m, ist 2,95 breit und hat eine 1,70 m hohe Tür. Der einzige Raum bietet 10 Quadratmeter “Wohnfläche”. Im Westen der Altstadt steht ein gut erhaltender Turm der ehemaligen Stadtmauer - der “Westerntorturm”.

Und sonst noch:
 - Johanniskirche (1267-1497), gotisch, wunderschöner Altaraufsatz (1425)
 - Museum über das Leben der gräflichen Familie Stolberg-Wernigerode im 19. Jahrhundert.
 - Die Brockenbahn bringt uns Wernigerode problemlos an ihr Ziel
 
Rathaus Wernigerode: Bildersammlung

 

Westerburg

Westerburg

Westerburg: Grundriss

 

WESTERBURG   An der Straße der Romanik gelegen, befindet sich in diesem Ortsteil von Dedeleben die älteste noch erhaltene Wasserburg Deutschlands; sie ist auch über den 80 km langen Radwanderweg durch den Landkreis Halberstadt zu erreichen.
         Die frühe Besitzgeschichte der Anlage liegt im Ungewissen, doch lassen Grundriss und Lage auf eine alte germanische Siedlung schließen. Diese Vermutung wird durch Funde bestärkt, welche auf einen befestigten Weg durch den Morast des Großen Bruches hinweisen und sich auf den Beginn unserer Zeitrechnung datieren lassen. Man vermutet, dass die Burg selbst 770-780 während der Sachsenkriege Karls des Großen als vorgeschobener fränkischer Stützpunkt gegründet wurde. In das Areal eines 350 x 300 m großer Ringwalls mit Wassergraben wurde im 11. Jahrhundert eine ovale Rundburg von 60 x 80 m Größe mit einem runden Bergfried eingefügt.
           Die erste urkundliche Erwähnung der Westerburg erfolgt 1052, als Kaiser Heinrich III. das Gebiet den Bischöfen von Halberstadt schenkt. 1180 erhalten die Regensteiner Grafen die Burg zum Lehen und bauen sie zu einer ihrer stärksten Festungern aus. Gegen Ende des  13. Jahrhunderts erfolgt der Umbau zu einer Wohnanlage, wobei die Ringmauer  mit einer Stärke bis zu 1,95 Metern zugleich die Außenwand der  Häuser bildet. Nach dem Ableben des letzten Regensteiner Grafen fällt die Burg wieder unter Halberstädter Verwaltungsrecht. Im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte wechseln die Besitzer der alten Festungsanlage ständig:

  • 1599 fällt Westerburg nach dem Aussterben der Regensteiner wieder an den Bischof von Halberstadt, Herzog Julius von Braunschweig;
  • 1630 besetzen kaiserliche Truppen die Burg im dreißigjährigen Krieg;
  • 1648 gelangt sie an Kurbrandenburg;
  • 1701 sind, nach mehrmaligem Besitzerwechsel, Umbauten und baulichen Ergänzungen, preußische Prinzen (Friedrich I., Friedrich II., Heinrich Ludwig) Besitzer der nunmehrigen Domäne Westerburg.
  • Seit 1770 (bis 1945) verpachtet an die Familie Wahnschaffe, verbunden mit der Auflage, dasa Große Bruch urbar zu machen
  • 1802-1945: preußische Staatsdomäne, unterbrochen von 1807-1813, als Napoleons Schwester Pauline das Amt innehat;
  • 1945 Vertriebenenunterkunft, später Sitz der LPG, Gemeindebüro, Kindergarten, Wohnanlage....
  • 1990 Treuhand-Übertragung und Verpachtung; 1999 Kauf durch Fam. Lerche, Ausbau zum “Romanrtik-Hotel”

Bis heute sind zwei umlaufende Wassergräben mit dazwischenliegendem Wall erhalten. Der innere Graben umschließt die älteste Burg, eine ovale Anlage mit etwa 70 m Durchmesser, in deren Mauerring im Südwesten der 33 m hohe Bergfried eingebunden ist. Dieser hat einen kreisförmigen Grundriss und sein Zugang liegt in 12 m Höhe. In westlicher Richtung folgt ein 34 m langer kastellähnlicher Anbau mit kleinem Innenhof. Umbauten im Kastellbereich erfolgten vor allem in die Renaissance, was besonders an Fenstern und Portalen abzulesen ist. Überliefert ist ferner ein hölzerner Kanzelaltar in der Burgkapelle vom Ende des 17. Jahrhunderts. Weiterhin sehenswert: Fackelsaal, Brau- und Ritterkeller, Fürsten- und Spiegelsaal, barocke Schlosskapelle und der Bergfried.

WORMSDORF, urkundlich 1022 nachweislich als “Wermerstorp” erwähnt, gehörte durch das ganze Mittelalter hindurch bis zum Jahre 1806 zum Amt Sommerschenburg. In vielen Punkten wich das alte Dorfbild vom  jetzigen ab – nicht zuletzt infolge zahlricher Brände seit 1772. Der letzte große Brand wütete 1807; ihm fielen die Pfarrakten zum Opfer.
         Bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts war Wormsdorf durch seine Sandsteinbrüche bekannt. Neben der Nutzung für Bau- und Denkmalzwecke waren bestimmte Lager besonders für die Fertigung von Schleifsteinen geeignet, die bis nach Amerika exportiert wurden. Auf diese Steinbrüche weist heute noch die „Bergstraße“, besonders aber der “der Bruchberg“ hin. Diese Anhöhe westlich des Dorfes ist als Fortsetzung des Lappwades in südöstlicher Richtung zu verstehen. An seiner Oberfläche sind Keuperschichten mit einigen Verwerfungen und in unterschiedlicher Gebrauchsqualität bis Weferlingen/Aller anzutreffen.
         Das älteste noch erhaltene Sandsteindenkmal in Wormsdorf ist die um 1200 im romanischem Stil erbaute Kirche, auch bekannt durch das wenige Meter entfernte  Sammelbecken einer artesischen Quelle. Also muss also schon im frühen Mittelalter ein Steinbruch vorhanden gewesen sein, über den allerdings keine Angaben zu finden sind. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass Preußenkönig Friedrich II. (“der Große”) die Steine seines Schlosses Sanssouci aus einem Wormsdorfer Steinbruch bezog. Zu dieser Zeit soll die Wormsdorfer Steinindustrie 200 Beschäftigte gehabt haben.
         Die 1745 für den Steintransport gebaute Allerbrücke ist historisch und trägt seitdem den Namen “Königsbrücke”

    Wormsdorfer Salzwiesen Nahe der Straße Wormsdorf-Eilsleben liegen am Rande der Horstwiesen Stellen, an denen Sole zutage tritt Diese Solequellen bewirken eine deutlich wahrnehmbare Salzpflanzenvegetation. So kommen hier. Queller und Strandaster, Salzbinse, Salzschuppenmiere und Strandwegerich vor. In Zeiten längerer Trockenheit bilden sich dort an der Oberfläche sogar Salzkrusten
     

 

 

ZEITZ liegt an der Weißen Elster im Zentrum des Dreiländerecks Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Als ´Cici´ wird der Ort urkundlich erstmalig im Jahr 967 auf der Synode von Ravenna erwähnt, als Kaiser Otto I. und Papst Johannes XIII. die Gründung des Erzbistums Magdeburg und der Bistümer Merseburg, Meißen und Zeitz beschließen. Im Dezember 968 wird Hugo als erster Zeitzer Bischof geweiht. Von diesem Jahr an bis 1028 ist Zeitz Bischofssitz, bevor dieser nach Naumburg verlegt wird. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts. residieren die Bischöfe wieder auf ihrer Burg in Zeitz.
           Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burganlage mehrfach belagert und die Bischofsburg schließlich Ende 1644 durch schwedische Truppen zerstört. 1652 beschließt Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen in seinem Testament die Teilung des Landes unter seinen Söhnen. 1657, nach seinem Tod, tritt Moritz, der jüngste Sohn, die Regierung des Herzogtums Sachsen-Zeitz an. An Stelle der zerstörten Bischofsburg lässt er sein neues Schloss erbauen. Der Architekt und Baumeister Moritz Richter verstand es, unter Einbeziehung der alten Kirche ein Schlossensemble im barocken Stil zu errichten. Um 1678 ist der Bau der Residenz der Herzöge von Sachsen-Zeitz abgeschlossen. Herzog Moritz nannte sein Schloss "Moritzburg”.
         Auf dem Gelände der Moritzburg befindet sich der Dom St. Peter und Paul, der zu den geschichtsträchtigsten Bauwerken der Region gehört, und eng mit der Entwicklung der Stadt Zeitz verbunden ist. Die im 11. Jahrhundert erbaute romanische Stiftskirche war eine kreuzförmigen, dreischiffigen Basilika. Im 14. Jh. begann der Umbau in eine gotische Hallenkirche.

    St. Peter und Paul Während der Amtszeit Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz bis 1718 wurde die ehemalige Stiftskirche als Schlosskirche genutzt. Ein Einsturz eines Vierungspfeilers 1982 zerstörte große Teile des Doms. Nach langjährigen Sanierungsmaßnahmen wurde der Dom im Dezember 1998 wiedergeweiht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Schloss Moritzburg fand das Museum der Stadt Zeitz eine würdige Unterkunft. Ausführliche Informationen zur frühesten Stadtgeschichte vermittelt die Dauerausstellung "Zeitz zur Zeit der Bischöfe". In den ehemaligen Wohnräumen der Herzöge von Sachsen-Zeitz werden die schönsten Stücke der umfangreichen Möbelsammlung präsentiert. Außerdem beherbergt das Museum die größte Kinderwagensammlung und -ausstellung Europas.

1718 stirbt Herzog Moritz Wilhelm, Sohn des Herzog Moritz, und das Herzogtum fällt wieder an Kursachsen zurück.  Nach den Napoleonischen Kriegen kam 1815/1816 fast das gesamte Stiftsgebiet auf Beschluss des Wiener Kongresses an Preußen. Danach hat der Dom bis in das 20. Jh. eine unbeständige Geschichte: er wird als Lazarett und Gefängniskirche genutzt. Sei Mitte des 19. Jh. wandelt sich Zeitz zu einer bedeutenden Industriestadt. Die bekanntesten Produkte sind Zeitzer Kinderwagen und Klaviere. An der Straße der Romanik liegend, besitzt es weitere Sehenswürdigkeiten wie die Michaeliskirche sowie das Kloster und die Kirche der Franziskaner.

    Das Unterirdische Zeitz Seit dem 12. Jahrhundert - oder länger - ist das Bierbrauen eine ergiebige Einnahmequelle für die Zeitzer Bürger. Das Bier wurde aber nicht nur zum Trinken verwandt, sondern diente als Grundnahrungsmittel zur Bereitung von Suppen. Dafür waren große Mengen nötig, die die Zeitzer das ganze Jahr über in sich hineinlöffelten. Nachdem Braumeister zwischen Oktober und April in besonderen Brauhäusern das Jungbier zubereitet hatten, wurde dieses in großen Holzbottichen in jene Häuser transportiert, die ein eigenes Braurecht besaßen. Bewohner hatten in mühevoller Arbeit schmale Gänge und Nischen aus dem anstehenden Buntsandstein gehauen, in denen sie die gut erschließbaren Bottiche verwahrten. In ihnen reifte das Jungbier zum wohlschmeckenden Lagerbier heran. Dem Bierbrauen verdanken wir die zahlreichen Ganganlagen, die sich fast unter der gesamten Altstadt hinziehen, in einigen Fällen sogar dreistöckig und bis über zehn Meter tief. Das Unterirdische Zeitz ist heute eine vielbesuchte Touristenattraktion. Der Eingang in die ca. 700 Meter lange Führungsstrecke befindet sich in einem eindrucksvollen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. am Altmarkt, im Herzen der Stadt. In Erinnerung an alte Brautraditionen können Besucher vor Ort den berühmten Grottenbräu" kosten und erwerben.

 

 

 

Kernburg mit Standesamt

Blick auf Vorburg und Hof

Blick durch das Torhaus auf den westflügel der Kernburg

Wappenreihe des Halberstädter Domkapitels

Zilly (Harz) wird erstmals in einer Ottonischen Urkunde vom 30. September 944 erwähnt; diese befindet sich  im  Landeshauptarchiv in Magdeburg. Seit 1172, erscheint Zilly in der Form „Zillinge" oder ähnlichen Namen. Die 1211 erstmalig erwähnte Wasserburg deckt den Übergang der Straße von Halberstadt nach Braunschweig und Hildesheim über die Aueniederung und verleiht dem Ort strategische Bedeutung. Als bischöfliches Halberstädter Lehen befindet sich die Burg dann in Regensteiner Besitz.
        
“...dat he heff gebuwet ein hus to Zillinge..." Mir diesen Worten klagt der Halberstädter Bischof Burchard II. in einer Urkunde vom 13.12.1334 über den Wernigeröder Grafen Konrad III., welcher auf seinem Grund in Zilly ein "festes Haus" errichtet hat. Unter einem ' festen Haus verstand man den Ursprung dessen, was wir heute, nach einigen Jahrhunderten Bautätigkeit und Nutzung imposanterweise noch vor uns sehen, eine  30 x 30m messende Kernburg, mit dem als Wirtschafts-, Wohn- und Repräsentationsbau konzipierten, wehrhaften Westflügel, dem Bergfried, dem Torhaus und Wirtschaftsgebäuden sowie die ca. 100 x 70m messende äußere Vorburg mit einem weiteren Turm.
       Nachdem die Wernigeröder Grafen für eine kurze Zeit, bis etwa 1371, zumindest zeitweise auf der Burg residierten, mussten sie diese an die Regensteiner Grafen verpfänden. 1504 wird dann nach Auslösung letzter finanzieller Ansprüche das Halberstädter Domkapitel
1) alleiniger Eigentümer dieser Anlage. An diese Zeit erinnern mehrere gut erhaltene Wappenreihen an den Gebäuden der Burg. 1810 wird Zilly zu einer staatlichen Domäne.
         Spätestens unter dem Domkapitel, beginnt Anfang des 16. und 17. Jahrhunderts, mit Umbauten im Bereich der Kernburg und der Errichtung von Wirtschaftsgebäuden im Gelände der Vorburg, eine rege Bautätigkeit. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Halberstädter Domdechant Matthias von Oppen. Unter seiner Leitung wurde die Anlage Anfang des 17. Jahrhunderts zu einem landwirtschaftlichen Großgut. In dieser Zeit erhält auch der Turm der Kernburg eine Turmhaube. Mit 57m Höhe ist er nach seiner Sanierung im Jahr 2004 wieder das Wahrzeichen von Burg und Ort. Dem Turm gegenüber liegt der Westflügel. Bei der an diesem Gebäudeteil ebenalls erfolgten Dachsanierung, konnte an der nahezu komplett erhaltenen Holzkonstruktion ein bauzeitliches Alter nachgewiesen werden. Nicht nur auf Grund dieser Tatsache stellt der Westflügel eine absolute Einmaligkeit im Bereich der Profanbauten dar. In der Ebene 3 dieses Gebäudes liegt der so genannte Rittersaal. Der im Ursprung völlig unverbaute Innenraum mit 27 x 9m Grundfläche, war als Wohn- und Repräsentationsraum der Herrschaft konzipiert. Seit der dem 16. Jahrhundert beginnenden  landwirtschaftlichen Nutzung, wurde in den Geschossebenen des Westflügels Getreide gelagert. Zur Verwaltung des Amtes Zilly wurde als Amtsstube, die “Bunte Stube” eingerichtet, die heute, nach sorgfältigen Restaurierungsarbeiten, als Trauzimmer genutzt wird. Durch ihre großflächig erhaltenen Wandmalereien aus der Spätrenaissance gilt sie als ein kunst- und kulturhistorisches Kleinod.
         Besonders eindrucksvoll sind die 2,5 m starken Außenmauern und das Burgtor. Dass es sich bei dieser Anlage tatsächlich um eine Wasserburg gehandelt hat, ist heute natürlich kaum noch sichtbar. Dennoch weisen der benachbarte Teich, die Wasserläufe sowie ein ehemaliger, heute als Straße dienender Graben, nördlich der äußeren Burgmauer, darauf hin. Bei Grabungen im Bereich der Westfassade konnte die Sohle des Burggrabens sowie auch ehemals vorhandenes, stehendes Gewässer nachgewiesen werden. Bis 1945 kommt die Anlage als preußische Staatsdomäne als landwirtschaftlicher Betrieb zur Verpachtung. Nach 1945 wird das Gelände weiterhin landwirtschaftlich genutzt; ein noch heute bestehender Kindergarten wird eingerichtet, bis dann in den 60er Jahren die Wirtschaftsgebäude im Hofbereich großflächig abgerissen werden. Im Rahmen des Wettbewerbs “Unser Dorf soll schöner werden” wird Zilly 1996 als das schönste Dorf des Landkreises Halberstadt ausgezeichnet.
         Zilly war in Sachsen-Anhalt eine selbständige Gemeinde, schloss sich jedoch am 11. September 2003 mit den Gemeinden Deersheim, Hessen, Osterode am Fallstein, Rohrsheim, Veltheim sowie der Stadt Dardesheim zur Gemeinde Aue-Fallstein im jetzigen Landkreis Harz zusammen.
Bilder

 

 

Die  "Straße der Romanik"
 in Sachsen-Anhalt

Im Zeitalter der Romanik hatte das Territorium des heutigen Landes Sachsen-Anhalt den Rang eines politischen und kulturellen Zentrums in Europa. Hier schrieben deutsche Könige und Kaiser im Mittelalter jahrhundertelang deutsche und europäische Geschichte. Neben dem Rheinland gibt es im Gebiet an Elbe, Saale und Unstrut moch heute den größten Reichtum an romanischen Bau- und Kunstwerken. So wurde die "Straße der Romanik" als Ader zwischen 60 Orten mit 72 Bauwerken eröffnet. In Form einer "ACHT" verläuft sie über tausend Kilometer durch

 

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