Während in den dichten Harzwäldern noch bis ins Hochmittelalter Bären, Wölfe und Luchse die Szene beherrschten, formierten sich rund um das Gebirge die Völkerschaften. Der Name „hart", aus dem sich das Wort Harz entwickelt hat, steht im Mittelhochdeutschen für "Bergwald und wird etwa seit den Zeiten Karls des Großen benutzt.
         Grob gesehen bildete der Harz während der Völkerwanderungen zunächst eine Grenze zwischen den zum Sachsenstamm gehörenden Engern und Ostfalen im Norden/Nordwesten und den südlich lebenden Thüringern. Später verlief die Grenze mitten durch den Harz, denn gegen Ende der Völkerwanderung wurden die Thüringer die beherrschende Macht in unserem Raum: als Verbündete des Ostgotenkönigs Theoderich d.G. errichteten sie im 5. und 6. Jahrhundert das mächtigste germanische Reich außerhalb der römischen Reichsgrenzen. Dieses reichte von der Donau und vom oberen Main bis in den Braunschweiger Raum, umfasste den Harz und die heutige Altmark.
Mit dem Tode Theoderichs (526) verloren die Thüringer ihren Rückhalt als Bollwerk gegen die fränkische Expansion und wurden 531 von den Merowingernkönigen Chlodwig und Theoderich vearnichtend geschlagen. Ihr Reich schrumpfte auf die Gebiete zwischen südlichem Harz und Werra, Thüringer Wald und Saale. In die verlassenen Gebiete rund um den Harz strömten die zu den Germanen zählenden Nordschwaben (die "Wariner"), Friesen und Hosinger ein. Auch die nordthüringischen Stämme, die unter starkem fränkischen Einfluss geraten waren, fielen vom Frankenreich ab, schlossen sich dem Sachsenstamm an und bildeten fortan die "Ostsachsen". Seitdem wurden die Sachsen und ihre Herzöge zum bestimmenden Element im gesamten Harzgebiet.
         Siedlungen gab es zunächst nur rund um den Harz. Das Gebirge selbst war unbewohnt und würde von den Menschen gemieden - selbst die Heerstrasse verlief noch rund um den Harz. Nur drei bessere Saumpfade führten über das Gebirge:

  • Der "Wilde Weg", 979 als „Willianwech" und 1534 als „Willmannsteig" erwähnt, verlief von Wallhausen, zwischen Kyffhäuser und Harz, über Großleiningen, Rotha, durch das Wippertal bis zum heutigen Königerode und von dort über Molmerswende und Pansfelde nach Meisdorf am Nordostrand des Harzes.
  • Der zweite Weg von Nordhausen nach Goslar war der 1014 als „semita quae dicitur  Heidhenstig" erwähnte Heidenstieg, die spätere von Saliern und Staufern benutzte "Kaiserstraße", auf der sie zwischen Goslar und den Pfalzen und Klöstern südlich des Harzes pendelten. Heute ist er zwischen Ellrich und Torfhaus mit dem Wanderweg, dem "Kaiserweg", identisch, der dann aber östlich der Bundesstraße 4 nach Bad Harzburg verläuft. Der Legende nach soll der 1073 von den Sachsen auf der Harzburg belagerte Kaiser Heinrich IV. über diese Route nach Süden geflohen sein. Der ursprüngliche "Heidenstieg" führte von Torfhaus nicht etwa nach Bad Harzburg, sondern über die Lerchenköpfe zum Ahrendsberg und dann abwärts über das Okertal nach Goslar. Das ist vermutlich der gleiche Weg, den Heinrich Heine bei seiner Harzreise von Goslar zum Brocken nahm.
  • Der dritte frühmitelalterliche Weg über den Harz war der von Osterrode über die Clausthaler Hochebene nach Goslar führende "Honsterweg", der wohl dem Verlauf der späteren Alten Harzstraße und der heutigen B 241 entspricht.

Um die erste Jahrtausendwende gab es auch schon eine West-Ost-Verbindung über die Harzberge, die westlich von Braunlage vom  Heidenstieg abzweigte und vermutlich dem Verlauf der heutigen Harzhochstraße B 242 bis ins Mansfelder Land entsprach. Wer diese Wege benutzte, musste die Regeln des königlichen Wildbanns achten, der jedwede Jagd im Harz untersagte. Die Reisenden mussten Bogen oder Armbrust entspannen und den Pfeilköcher verschließen. Die Jagdhunde mussten angeleint und gekoppelt sein. Wenn bei einer außerhalb des Bannforstes stattfindenden Jagd das Wild in die Bergwälder entkam, durften die Hunde nicht hinterhergeschickt werden und der Jäger durfte das Gebiet auch nur betreten, wenn seine Hunde die für sie unsichtbare Grenze verletzt hatten.
Erst zweihundert Jahre später wird ein „Houweg" von Nordhausen über Hasselfelde und Elbingerode nach Wernigerode erwähnt. Dieser wurde Teil der von Süddeutschland nach Norden führenden Heerstrasse und hatte bei Güntersberge eine Abzweigung nach Quedlinburg. Im 14. Jahrhundert wird auch eine Heerstraße erwähnt, die vom Gebiet bei Ellrich über Benneckenstein ins Bodfeld am nördlichen Unterharz führte. An allen diesen Wegen und Straßen gab es "Klausen" und Kapellen für die Reisenden. Deren Sicherheit wurde von Soldaten gewährt, die in benachbarten Bergfrieden oder Warttürmen hausten. Einer dieser alten Stätten verdankt die "Wolfswarte" auf dem Bruchberg ihren Namen.
Durch den Bergbau im 11. und 12. Jahrhundert entstanden erste kleine Siedlungen im Oberharz, aber erst im 15. und 16 Jahrhundert kamen die Bergstädte durch den von den Landesherren intensivierten Bergbau hinzu . Bäuerliche Besiedlungen gab es vor 1200 nur im Unterharz. Die politische Zersplitterung des Harzes - drei Bundesländer, sechs Landkreise - „verdanken" wir dem Sachsenherzog und Kaiser Lothar III., der mit einer neuen Grafenordnung landesfremde Grafen einsetzte und ihre Herrschaft stärkte. Sein Enkel Heinrich der Löwe bekam von seinem Vetter Barbarossa die Vogtei über Goslar und den Wildbann über den Harz.  Nach Heinrichs Sturz zerpflückte auch Barbarossa das Harzgebiet, so dass im folgenden Jahrhundert die Reichsmacht vollends auf die Grafengeschlechter überging. Die bekanntesten waren die Grafen und späteren Fürsten oder Herzöge von Anhalt, die Grafen von Blankenburg, jene von Ilfeld-Hohnstein (die eine der schönsten Harzer Burgruinen hinterließen), von Kirchberg, Klettenberg, Mansfeld, Rothenburg, Scharzfeld-Lauterberg, Stolberg und Wöltingerode-Woldenberg. Anteil am Harzgebiet hatten zudem die Stifte Halberstadt und Quedlinburg, die welfischen Herzogtümer Grubenhagen und Wolfenbüttel, die Wettiner Grafen sowie die beiden Reichsstädte Nordhausen und Goslar.
         Seither herrscht im Harz, trotz heftiger gegenteiliger Beteuerungen, eine eifersüchtig behauptete Eigenständigkeit der Gebiete und Orte, die bisweilen so seltsame Blüten treibt wie die neue Bezeichnung „Harzkreis" für den aus den Kreisen Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode zusammengefügten neuen Landkreis mit der Kreisstadt Halberstadt. Angesichts eines Anteils von gerade ein mal einem Drittel des Gebirges ist dieser Name doch ziemlich anmaßend.
 

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