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T-Z

TANGERMÜNDE

THALE

TWIEFLINGEN einen km nordwestlich der B244 (Helmstedt - Wernigerode) und 1km südlich der B82 (Schöningen-Schöppenstedt gelegen. Die Gemeinde Twieflingen besteht aus den Ortsteilen Dobbeln, Twieflingen und Wobeck und ist Teil der Samthemeinde Heeseberg im Landkreis Helmstedt.
           Der Ort Twieflingen mit seiner aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kirche entstand vermutlich aus einem Wirtshaftshof des Klosters Riddagshausen. Eine Besonderheit: auch im Jahre 2007 werden die Haushalte noch mit Quellwasser aus dem Elm versorgt. Mineralwasser aus der Leitung! Zuständig ist die 1995 gegründete Twieflinger Trinkwasser Genossenschaft (TTG).

UEHRDE wird als "Urithi" erstmals 888 in einer Urkunde erwähnt, in der die Region vom Kloster Corvey eingetauscht und an Herzog Otto übertragen wurde. Das herzogliche Lehen ging zwischen 1255 und 1600 an die von Bortfeld und die von Cramm. Viele hatten hier Besitzungen, so die von Amplebem, Hondelage, Strombeck, Weferlingen und Vordorf. Der Braunschweiger Cyriaksstift, das Hospital Beatae Virginis und das Aegidienkloster hatten Anteile. Ein ritterliches Geschlecht von Uehrde ist seit 1204 bekannt. Noch 1782 gab es Reste eines Bergfriedes, eine von Herzog Julius erbaute Windmühle ist 1584 nachweisbar und war noch um 1950 vorhanden.
         Ein Hausspruch:
"wer als echter deutscher Mann nicht tüchtig einen nehmen kann, nach des Tages Last und Bürde, der ist sicher nicht aus Uehrde!"

UHRY Nördlich von Königslutter wird zwischen Uhry und Rhode in mehreren Gruben weißer Quarzsand abgebaut. In der östlichen Grube wird er mit einem Saugbagger gewonnen und Gießereinen sowie Glashütten als Rohstoff zugeführt, in der westlichen Grube wird der über dem Sand liegende Kies abgebaut der zahlreiche große Findlingeenthält (Endmoränen-Kies).
         Bei dem Sand handelt es sich um reinsten Quarzsand, der vor 70 Millionen Jahren an einer Flussmündung abgelagert wurde. Damals herrschte ein subtropisches Klima, bei dem die intensive Verwitterung fast alle Minerale gelöst wurden und nur Quarz zurückblieb. Zu jener Zeit muss Niedersachsen mit weißen Stränden und Palmen das Aussehen der heutigen Karibik gehabt haben.
Lage

 


UMMENDORF

VAHLBERG Drei Ortschaften mit dem Namen Vahlberg liegen an der Asse, von denen Klein Vahlberg (Osteren-Vahlberg, Lüttgen Vahlberg) der jüngste ist. Die Namensvettern sind Groß Vahlberg und Mönchevahlberg. ´Fal´, der Ursprung des Ortsnamens, bedeutet “erdfarben”.
         Die urkundliche Überlieferung von Groß Vahlberg aus dem Jahre 1093 hat sich als Fälschung erwiesen. Historisch gesichert sind dagegen die Nachrichten über Vahlberg aus dem 13. Jahrhundert, als man schon zwischen Groß und Klein Vahlberg unterschied. Groß Vahlberg kommt zwischen 1237 und 1248 als “de medio Valeberke” urkundlich vor. Von der Forst- und Landwirtschaft des an der Asse liegenden Dorfes profitierten die Vasallen des Herzogs von Braunschweig, das Aegidienkloster der Stadt Braunschweig und die herzogliche Stiftung der Zisterzienser in Riddagshausen. Der Zehnt war zunächst im Besitz des Bischofs von Halberstadt, später verfügten darüber herzogliche Vasallen wie die Grafen vom Wohldenberg. Das spätere Rittergut in Groß Vahlberg ließen die Herren von Weferling bis 1601 bewirtschaften.
         Während die politische Macht in Groß Vahlberg beim Herzog von Braunschweig bzw. bei seinen Vasallen lag, war kirchlich der Bischof von Halberstadt verantwortlich. Er ließ das Gotteshaus im Archidiakonat Lucklum beaufsichtigen und verwalten. An der Kirche im Dorf, deren Patrozinium unbekannt ist, wirkte zwischen 1237 und 1248 ein Pfarrgeistlicher. Die Seelsorge übte 1274 ein Priester namens Konrad aus.

 

VELTENHOF Am Okerufer nördlich von Braunschweig gelegen, und seit 1931 Braunschweiger Stadtteil, liegt Velenhof eigentlich außerhalb unseres Berichtsgebietes. Der in einer Urkunde des Klosters Stedterburg im Jahre 1007 "Theletunnum" genannte Ort ist aber mit dessen Belangen so eng verbunden, dass er hier vorgestellt werden soll.
           Der Namensteil "tun" (Zaun) deutet auf ein eingefriedetes Dorf hin. Die Sanddünen am nördlichen Okerufer brachten allerdings wenig Ertrag und so fiel Theletennum bald wieder wüst - mit der Ausnahme eines einzigen Hofes, der anfangs dem Kloster Steterburg und später dem Braunschweiger Waisenhaus "Beatae Mariae Virginis" lehnspflichtig war. Um 1750 rief Carl I. von Braunschweig-Lüneburg Pfälzer Auswanderer ins Land, die in Kriegswirren ihren Grund und Boden um Heidelberg verloren hatten. Mit ihrer Hilfe sollten neue landwirtschaftliche Techniken eingeführt werden. Nach vier Jahren konnten die bescheidenen Häuschen bezogen werden, die noch heute, zusammen mit dem "Alten Hof", den Ortskern bilden. Anbau von Zichorie und Tabak gaben eine erste Existenzgrundlage, dann folgte selbst gezogenes Gemüse, dessen Verkauf Kontakte zur städtischen Gesellschaft ermöglichte. Um 1850 wagten sich die Pfälzer erstmals an Spargel, der auf dem sandigen Untergrund bestens gedieh und der den Ruf der Veltenhöfer bis in die Gegenwart hinein festigt. Der Bau des Milttellandkanals und des Braunschweiger Hafens bedeutete die endgültige Öffnung nach außen.
         180 lange Jahre hatte Veltenhof keine eigene Kirche. Dann entsannen sich die Bewohner der alten Holländer Windmühle, die die letzte im Ort verbliebene Düne krönte. Der Umbau zur Kirche geht auf das Jahr 1930 zurück. Sie ist heute der Stolz des Ortes, der ihr Symbol zusammen mit einem für die Region ungewöhnlichen, gekrönten Löwen in seinem Wappen trägt. In Form und Farbe erinnert der Rundbau ohne weiteres an den Veltenhöfer Spargel.

                                                                                      

Veltheim: Torgang

Veltheim: ehem. Brauerei

Veltheim: Kirche

Torgang

Schornstein: stummes Relikt der Brauerei in Veltheim.      

Kirche 

 

Veltheim: GrabplatteVELTHEIM "Velthem" wird erstmals 896 erwähnt, später (1275) schrieb man "Veltum ap. Luckenem, dann (1304) “Veltummesvord”. Im Volksmund heißt das Dorf noch heute "Velten". An das sogenannte Klein Veltheim grenzt die Ohe, ein 250 ha großer Mischwald. In Deutschland gibt es drei Dörfer mit Namen Veltheim - ”Heim auf dem Felde”. Möglicherweise gehen diese “-heim”-Siedlungen bis um die Zeit um 300 vor Christus oder noch weiter zurück, es gibt aber auch typische Hinweise darauf, dass das Wolfenbütteler Veltheim aus der fränkischen Zeit zwischen 500 und 900 nach Christus stammt, als die Franken bei der Christianisierung an strategisch günstigen Punkten Kirchdörfer anlegten.
       Dagegen werden die Besitzer des Gutes, die Familie von Veltheim, 1196 urkundlich erwähnt. Um 1494 wird die zerstörte Burg, die 1303 erstmalig erwähnt wird, an die Familie von Honrodt verkauft. Die ältesten noch erhaltenen Gebäudeteile stammen aus dem Jahre 1555, Turm und Brücke aus dem 18. Jahrhundert. 1832 erwirbt die Veltheim-Familie, unterdessen in Bartensleben bei Helmstedt zu Hause, ihr Stammgut zurück. Bis heute genießt die Familie die besondere Hochachtung der Einwohner, zumal sich die Burgherren stets sehr volksnah zeigten. So verfügt die Gutsherrschaft schon seit mehr als 400 Jahren  über  das  Kirch-Patronat, überdies ist heute der 40-jährige Landwirt Alexander von Veltheim als Bürgermeister in Amt und Würden.
       Auf dem Weg zur Burg, dem Cuntercamp, wandelt der Besucher auf historischem Boden. Dort sollen sich die beiden Junker Hans und Christoph von Honrodt um dasselbe Bauemmädchen gestritten haben, bis beide “in ihrem Blute liegen blieben", heißt es in der Überlieferung. Noch heute erinnert eine Grabplatte in der Kirche an den Tod der beiden „anno 1531 am Tage der Himmelfahrt".
       Innerhalb der wuchtigen Mauern der Veltheimer Wasserburg  soll der böse Geist hausen. Zwar ist schon seit ein paar Jahrhunderten Ruhe, nachdem eine fromme Jungfer das Gespenst mit den Worten “Alle guten Geister loben Gott, den Herrn!" vertrieben hatte, aber man weiß ja nie.  Die heutigen Bewohner der schmucken Wasserburg, in der mehrere Wohnungen eingerichtet sind, hegen keine Furcht vor Kettengerassel, gleichwohl erhält der Wohnwert in dem herrschaftlichen Gemäuer durch die vielen sagenhaften Erzählungen eine besondere Würze.
       Eine weitere Besonderheit Veltheims sind die beiden Erdfälle mitten in der Feldmark, zwei riesige Quellteiche, von denen sich der jüngere am 7. September 1949 aufgetan hat. Abseits vom Wege und mittlerweile umgeben von hohen Bäumen wird der Wanderer diese Quellkrater aber ebenso wenig finden wie den kleinen, im Wald versteckten Veronikasee. Aber vielleicht findet der Spaziergänger etwas anderes: Irgendwo an der einst ältesten Straße zwischen Braunschweig und Magdeburg oder am Verlauf des Ohebaches soll Napoleon einen Goldschatz versteckt haben...
       Der silberne Zinnenturm im grünen Wappen steht für die Wasserburg. Das grüne Aststück ist doppeldeutig: es repräsentiert einmal den Ohewald, zum anderen war es in ähnlicher Form schon im Wappen derer von Veltheim vertreten - dort war das Aststück allerdings rot
Führungen: Ortsheimatpfleger Franz Leiste. T 053 05/38 35.             JMewes       ANSICHTEN      Fotogalerie

    Veltheim: WasserburgGesund-Bier aus Veltheim: Ein Schornstein erinnert an das einst florierendes Brauereiwesen und erinnert an ein Brauhaus, in dem einst ein besonderes Bier gebraut wurde - das „Veltheimer Gesundheitsbier". Es war von Ärzten empfohlen und wurde sehr gern getrunken. Es sei, so die „ Braunschweigischen Anzeigen" im Jahr 1821, vor allem „nach Braunschwelg verfahren worden" und habe dort „stets Beifall gehabt". Nun sei „durch neue Einrichtungen dieses der Gesundheit so zuträgliche Bier noch vervollkommnet worden". Bestellungen nähme „schriftlich die Frau Köhlert auf der Schöppenstedter Straße an". Jedem Kunden werde das verlangte Bier frei Haus geliefert. Man bezahle „weder Fuhr-, Bier- oder Spuntgeld, sondern bei Annahme des Gefäßes dem Überbringer den Preis des Bierinhaltes". Das überlieferte Gefäß werde „bei Überlieferung eines gefüllten wieder zurückgegeben". Zum Verkauf kamen „halbe Fässer, Tonnen, Achtel und halbe Achtel".

    Über die Behandlung des Bieres hieß es: „Wenn es abgeliefert ist, wird es baldigst, ohne dass es vorher noch aufstößt, umgeschüttelt, auf Kruken gefüllt und fest zugekorkt. Nach Verlauf von vier bis fünf Tagen ist es trinkbar". Das Veltheimer Gesundheitsbier erfreute sich steigender Beliebtheit. Der Kundenkreis wuchs. Es gab viel zu tun für die Pferdefuhrwerke, die zumeist über beschwerliche Wege die Bierfracht zu den Käufern bringen mussten. Das Geschäft florierte. Plötzlich aber - im April 1852 - brach ein Unglück herein: Das Brauhaus fiel einem Brand zum Opfer.  Einen Wiederaufbau gab es nicht. Also war es mit dem Veltheimer Gesundheitsbier vorbei. Was geblieben ist, ist ein Schornstein-Torso. Die Veltheimer, das sei unterstellt, würden eine neue Brauerei sicherlich begrüßen. Damit könnte ein alter Brauch wieder aufleben: Der Pfarrer müsste alljährlich am Michaelistag (29. September) seiner Gemeinde ein „halbes Pass" Bier spendieren. Früher war das so.       Wolfenbüttler Zeitung, 22.09.2001


VOLKMARODE Auf dem Gebiet von Volkmarode wurden an mehreren Stellen Spuren steinzeitlicher Siedlungen gefunden, darunter ein Steinbeil am Ende des heutigen Grenzgrabens zwischen Schapen und Volkmarode. Nach der Flurbezeichnung führt diese Stelle den Namen "Birkenheg", was darauf hindeutet, dass das Grundwasser damals höher stand als heute (Birken lieben Grundwasser). Hier wurden Scherben von Gefäßen aus der Zeit um 1000 vor Christus gefunden. Am Hüttenweg (heute Kruseweg), an der Schafbade und am Borwall fand man Urnen und Scherben, die auf eine längere Besiedlung hinweisen und wohl auf die Zeit vor der Gründung Braunschweigs, im Jahre 861 zurückgehen. An der strategisch günstigen Anhebung in der Mitte des früheren Bauerndorfes befand sich  um das Jahr 1100 ein ritterlicher Burghof, an dessen Südseite eine Kirche errichtet wurde. Es entstand ein romanischer Bau mit rechteckigem Grundriss und Westturm mit den heute noch vorhanden Abmessungen der St. Thomas.Kirche.
       Schon im 12. Jahrhundert führte ein Handelsweg von Braunschweig an Volkmarode vorbei über Fallersleben nach Salzwedel und weiter zu den Ostseehäfen. Die wohl bedeutendste Epoche in der Vergangenheit von Volkmarode datiert auf die Zeit zwischen 1100 und 1300 als die wichtigsten Ämter wenigen Familien vorbehalten waren, darunter den Herren von Volkmarode, die unter Heinrich dem Löwen als welfische Ministeriale auftauchen. Die erste urkundliche Erwähnung Volkmarodes erfolgte am 03. Juni 1154 als Heinrich das Löwe dem Stift Riechenberg eine größere Schenkung macht: Fridericus de Volcmariggerod wird hier als Zeuge genannt. Die Herren von Volkmarode sind mit der welfischen Ministerialität „von Esbeck" (bei Schöningen) verwandt. Während das Adelsgeschlecht „von Volkmarode“ jedoch in der Mitte des 13. Jahrhunderts ausstirbt, entwickeln sich die Herren von Esbeck zu einem der bedeutendsten niederadligen Geschlechter im östlichen Grenzbereich des Herzogtumes Braunschweig. 
       Das Wappen des welfischen Dienstmannengeschlechts, der Marschälle von Volkmarode, zeigte im oberen Teil den herzoglichen Löwen, unten drei Rosen; die unveränderte Übernahme war nicht möglich. So blieb eine Rose erhalten und eine Ziegelmauer verweist auf die Burgstelle "Borgwohl". Auf dem gleichnamigen Gelände wurden 1878 Mauerwerk und Ziegel zutage gefördert. Diese Mauer verweist aber auch auf die traditionsreiche Ziegelei "Moorhütte", dier den Anwohnern für fast 200 Jahre (1799-1976) Arbeit und Brot gegeben hat. Der Verleger Friedrich Vieweg hatte hier die Ton- und Sandvorkommen genutzt, woran heute nur noch der Moorhüttenteich erinnert. Die Wappenfarben sind die des Herzogtums Braunschweig und versinnbildlichen die 700 jährige Zugehörigkeit des Ortes zum Braunschweiger Land.

 

VOLZUM (Volksmund "Volzen"), eine Tochter Apelnstedts, wird am 2. Dezember 1153 in einer Urkunde des Bischofs Ulrich in Halberstadt erstmals urkundlich als "Volkessem" erwähnt. ´-um´ steht für ´-heim´ und die erste Silbe für Volk oder eine Persönlichkeit namens ´Volki´ oder ´Volko´, der vermutlich im 6. Jahrhundert nach Christus mit seiner Sippe hier siedelte. Im Wappen nimmt der Dachsparren auf das Wort “Heim” Bezug. Die drei Flügel waren das Wappenbild des halberstädtisch-welfischen Dienstmannsgeschlechts zwischen 1251 und 1369, die Wappenfarben selbst erinnern an die lange Zugehörigkeit zum Lande Braunschweig. Zur Zeit seiner ersten urkundlichen Erwähnung gab es bereits eine Kirche, die 1470 um ein Langhaus erweitert wurde.
         Der Ortsname wandelte sich bis 1566 mehrfach: Volkessen (1153), Volzin (um 1250), Volksum (1369) und Foltzem (1478). Im 12. und 13. Jahrhunderts musste die Bevölkerung unter dem Raubrittertum leiden, 1373 wurde der Ort durch eine wüste Schlacht der Brunschweiger und der Magdeburger bei Hachum in Mitleidenschaft gezogen. Kaum war nach dem 30-jährigen Krieg der Frieden wiederhergestellt, starben im Jahre 1693 innerhalb von drei Monaten 19 Menschen an einer Seuche. Im Unterschied zu den umliegenden Dörfern war Volzum über Jahrhunderte von Armut gezeichnet. Dies änderte sich erst im 19. Jahrhundert mit der Erschließung fruchtbaren Ackerlandes. 1974 kam der Ort zur Samtgemeinde Sickte. Er zählt heute 416 Einwohner.
         Nordwestlich des Dorfes liegt das  sagenumwobene Flurstück "Königskirchhof" und östlich eine steile Anhöhe, der "Hochberg" - beides vermutlich vorgeschichtliche Grabhügel. Auf dem Königskirchhof soll ein germanischer König im Schmuck seiner Waffen und auf seinem Ross sitzend, begraben worden sein. 
ANSICHT Ortsplan

WAGGUM liegt inmitten eines vorgeschichtlich besiedelten Gebietes und wird 1007 auf einer Besitzbestätigungsurkunde König Heinrichs II. für das Kanonistenstift Steterburg erstmals als „Wagken" erwähnt. In der Entstehungsphase ist es ein Einwegedorf, danach vom 12. bis zum 15. Jahrhundert - durch Zuzug aus den Wüstungen Rabenrode, Wöhrden und Nordendorf - ein Zweiwegedorf. Vom 19. Jahrhundert an wird es zum Haufendorf. Erst am Anfang des 18. Jahrhunderts (1706) gelangt es auf dem Wege eines Gebietstausches zusammen mit Bienrode und Bevenrode vom Fürstentum Lüneburg zum damaligen Herzogtum Braunschweig.
         Bis 1754 hat Waggum mit 120 Einwohnern keine unterbäuerliche Schicht. Dies ändert sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als durch Regierungsmaßnahmen Brinksitzer und Anbauern angesiedelt werden. Dami steigt die Einwohnerzahl im Jahr 1821 auf 275. Nach der Verkuppelung der Gemarkung 1880 und dem Beginn des Spargelanbaus auf der sandigen Moränenfläche um 1890 kommen zumeist Handwerker in den Ort. Sie pachten wenige Morgen Spargelland und erschließen sich so eine Nebeneinnahme. Die Einwohnerzahl steigt bis zum Jahr 1905 auf 411.

Heinrich v. Warberg: Wappen (1304)

Schloss Warberg 1650

WARBERG Der Ursprung des mächtigen Geschlechts derer von Warberg ist nicht sicher nachweisbar, doch vermutet man, dass es mit dem der Edlen von Hagen, deren Stammburg im Brunnental bei Helmstedt lag, zusammenhing. Die Edlen von Warberg waren als reichsunmittelbares Geschlecht nur dem Kaiser untertan und wurden dem hohen Adel, dem späteren Fürstenadel, fast gleich geachtet. Ihre Herrschaft galt als ein sogenanntes ”Sonnenlehn”.
          Der Name Warberg (im Mittelalter stets Wereberg, Werberch etc.) weist auf einen befestigten Berg - die alte Burg im Elm - hin
. Über das Aussehen der mittelalterlichen Hangburg, die vor 1200 errichtet und vor Ende des 13. Jahrhunderst zerstört wurde, ist wenig bekannt. Ungewöhnlich war die starke Befestigung mit doppeltem Wallsystem, was eine strategisch wichtige Lage vermuten lässt. Offenbar wurde ihr diese Lage im Spannungsfeld zwischen Braunschweig und Magdeburg zum Verhängnis. Bei einem Durchmesser von 180 Metern wies die Anlage (PLAN) einen zentralen Wohnturm, umgeben von Wirtschaftsgebäuden, einer Schmiede und einer Toranlage mit Zugbrücke auf. Die Überreste ruhen heute in einer Tiefe von vier Metern unter dem Waldboden. Funde von 1935-37 und 1962-65 belegen, dass das edle Geschlecht der Lehnsherren von Warberg in seinen Mauen Handwerker beschäftigte und auch Handel betrieb. Darunter ist das wertvollste Fundstück ein Klappspiegel mit Knochenschnitzereien und antike Motiven. Da Reste einer Heizungsanlage freigelegt wurden, bei der heiße Luft durch ein Röhrensystem unter dem Fußbode geleitet wurde, gelten die adlgen Burgbesitzer als besonders fortschrittlich [JMewes]. Noch vor 1300 wurde diese alte Burg Warberg von dem Erzbischof von Magdeburg während seines Feldzuges gegen den König Otto IV. von Sachsen zerstört. Seitdem ist sie verfallen. 
         Dafür entstand im Tal unmittelbar am alten Dietweg eine Wasserburg, die später zum noch bestehenden Schloss Warberg erweitert wurde. Die Burg- bzw. Schlossherrn, die Edlen von Warberg, waren nachweislich in 71 Dörfern in einem Gebiet begütert, das von der Aller (Öbisfelde) bis zum Großen Bruch (Badersleben, Neu-Wegersleben) und von der Ohre (Alt- Haldensleben) bis in die Schöppenstedter Mulde (Wobeck, Kl. Dahlum) reichte. Im Jahre 1622, als der Höhepunkt ihrer Macht längst vorüber war, besaßen sie noch 180 Erbenzinshöfe mit 2130 Morgen Land und 4470 Morgen Wald. Angehörige des Geschlechts stiegen zu den höchsten und begehrtesten Stellungen auf. Sie waren Domherrn und Dompröpste von Magdeburg, Halberstadt und Hildesheim, Prioren des Klosters Marienberg bei Helmstedt, Komturen von Süpplingenburg und Lucklum, Äbte der Klöster Corvey an der Weser und Werden an der Ruhr, Äbtissinnen von Gandersheim und Landkomturen des Johanniterordens für Sachsen. In den Jahren 1407-1410 und 1436-1459 werden Heinrich und Burkhard von Warberg sogar als Bischöfe von Halberstadt genannt. Seit der Reformation, die die Edlen zu Warberg eifrig unterstützt hatten, war auch deren stetiger Niedergang zu verzeichnen. 1626 zogen Tilly und Wallenstein in Warberg ein. 1641 konnten die von Warberg auf ihr Stammschloss zurückkehren, mussten es aber 1650 wegen der zu hohen Schulden an die Braunschweigischen Herzöge abtreten. Diese ließen es zunächst von Schöningen aus durch die Herzoginwitwe Anna Sophie verwalten, nach ihrem Tode 1659 Warberger Jungfrau (16. Jh. Bauplastik vom  Herrenhaus)übernahmen es fürstliche Amtmänner.
          Der letzte aus dem Geschlecht der Edlen von Warberg, Heinrich Julius, zog nach seiner Abdankung zunächst auf einen Halbspännerhof nach Räbke, später nach Halberstadt, wo er 1654 in ärmlichen Verhältnissen starb. Erst 18 Jahre nach seinem Tode fand er in Warberg seine letzte Ruhestätte. Beim Neubau der Warberger Kirche im Jahre 1782 entdeckte man seine Leiche unter dem alten Turm noch unverwest “in völliger Gestalt zusammengetrocknet”. Auch der Körper seiner Gemahlin, die ein weißes seidenes Kleid mit schwarzen Schleifen, grüne seidene Strümpfe und lederne Handschuhe trug, war noch “fest und braun”. Worauf der erstaunliche Erhaltungszustand zurückzuführen ist, der in ähnlicher Form nur noch bei den Mumien im Bremer Bleikeller beobachtet wurde, konnte noch nicht geklärt werden.
          Nach dem Aussterben des Warberger Edelherrengeschlechts übernahm der Herzog von Braunschweig die Burganlage. Bis 1807 war das Schloss Sitz des Amtmanns von Warberg, zu dessen Amtsbereich außer Warberg die Dörfer Frellstedt, Räbke und Wolstorf gehörten. 1918 gelangte sie in den Besitz des Landes Braunschweig und wurde als landesdomäne bis 1936 verpachtet. 1938 erwarb der Verband der Landhändler die Burg und gestaltete sie zu einem überregionalen Weiterbidungszentrum (die "Reichshandelsschule" e.V.) um. Die Ausbildung von Nachwuchskräften, Studienwochen und agrarpolitische Tagungen führten manch hohen Gast nach Warberg. Mitte der 90er Jahre konnte die Sanierung der maroden Oberburg in Angriff genommen werden. 1998 konstituierte sich der Freundeskreis der Burg Warberg, der neben der Instandsetzung Kunst und Kultur fördert, wobei er an höfische musische und handwerkliche Traditionen anknüpft. Besondere Etappen waren die Erhöhung des Turmes 2000 und die Sanierung des Kellergewölbes 2001.
         Warberg vermittelt auch heute noch mit der starken, von Strebepfeilern gestützten Burgmauer, dem Burggraben, der steinernen Brücke und dem mächtigen Bergfried (Höhe 19, Grundfläche 8x8 m) einen guten Eindruck von einer mittelalterlichen Wasserburg. Die Gliederung in eine Unter und Oberburg ist deutlich zu erkennen, zumal diese durch eine hohe Mauer voneinander getrennt sind. Von dem prächtigen Herrenhaus der Renaissancezeit ist leider nur noch das untere Stockwerk mit dem Kellergewölbe erhalten. Reizvoll ist das Renaissanceportal, eine Rundbogentür mit Nischenpfosten und Sitzen darin. An der großen Treppe, die zur oberen Burg hinaufführt, sind eine gotische Tür und Fachwerk mit Kniekonsolen, Treppenfries, dem Warberger Wappen und der Jahreszahl 1462 erhalten. Die Gebäude sind größtenteils stark verändert, ruhen aber noch auf mittelalterlichen Grundmauern. Seit 1937 ist das Schloss - mit Unterbrechungen  - Lehranstalt für den deutschen Landhandel, deren Aufgabe es ist,
         Eine Warberger Spezialität ist schließlich der eigene Weinberg (Warberger "Schiefe Lage") der Bundeslehranstalt mit 99 Rebstöcken. Da die Sorte “Dornfelder” ausfiel, wurde sie im Frühjahr 2004 durch die Sorte “Regent” ersetzt. 2001 wurde Nina I. als Weinkönigin gekürt, 2003 und 2004 fiel die Wahl auf Victoria I. (Victoria Uhe aus Süpplingen). Eigene Burg und eigener Wein und das im norddeutschen (Fast-) Flachland?- Warberg hat, was andere nicht haben!
         Wappen Zu sehen ist der Burgturm, geformt nach der Knochenschnitzerei, die Grabungen in der älteren Oberburg zutage förderten. Der rote Haselwurz- oder Lindenstock entstammt dem Wappen der Edlen von Warberg.
           Touren              JMewes

 

Edmund Schiewer / Siegmar Gabriel

Warle: Freistaat Braunschweig

 

WARLE Warum viele Worte machen: Warle hat eine professionell gestaltete Internetseite - es war die erste ihrer Art in der Region und bereits vorhanden, als wir ans Werk gingen (Anfang 2001). Deshalb hier nur ein (stark gekürzter, schonend ergänzter) Auszug:   
         Die Gegend um Warle ist seit langem besiedelt. Auf dem Kappenberg, nordöstlich des Dorfes, hat eine jungsteinzeitliche Siedlung gestanden. Es gibt interessante Funde aus diesem Gebiet. Die vermutlich von einem Becher stammende Scherbe, aus rötlichem Ton mit schwarzem Firnis, hat den Archäologen Rätsel aufgegeben. Das Wappen Warles trägt in einem blauen Schild ein goldenes Kreuz, dessen Balken mit Spitzen besetzt ist und dessen obere drei Arme von einem Halbkreisbogen überwölbt werden. Dieses unverwechselbare Symbol entstammt einem vor Jahren ausgegrabenen Gedenkstein, der sich heute in der Kirche befindet und möglicherweise ein jahrhundertealtes Grabmal darstellt. Der Kreisbogen ist als Sonnenbahn oder auch als Regenbogen zu verstehen und verbindet Symbolik aus vorchristlicher Zeit mit dem christlichen Kreuz. Dies weist auf das hohe Alter des Ortes hin, der mindestens 700 Jahre älter ist als die 850 Jahre, die 2004 als Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung von 1154 mit illustren Gästen gefeiert wurde (Abbildungen). Eine Spur der ursprünglichen Bebauung scheint der in Ortsmitte sichtbare Ringwall zu sein.
         Der Ortsname gehört einer sehr alten Namensschicht an und bedeutet wohl „Wehr an einem Wasserlauf". Wasser fließt in Gestalt des aus zwei Quellen gespeisten Baches noch heute durch Warle, was durch den blauen Schildgrund versinnbildlicht wird. Ein weiterer geschichtlicher Bezug sind die beiden goldenen Blätter neben dem Sonnenkreuzbogen; sie entstammen dem Wappen des 1587 ausgestorbenen ortsadligen Geschlechts derer ´von Werle´, das sich nach dem Ort benannte. Einer der beiden Zweige führte als Wappenbild zwei von einem Baumstamm herabhängende Blätter, die sich hier wiederfinden und damit die Hoffnung auf ein Gedeihen des Ortes begründen. Das Wappen ist in den Farben Blau-Gelb gehalten, denn Warle gehörte seit Beginn seiner dokumentierten Geschichte 800 Jahre lang stets zum Kerngebiet des Herzogtums und späteren Freistaates Braunschweig.
 Warle: St. Valentius         Der Name ´Werle´ findet sich schon  1154 in einer Urkunde Heinrichs des Löwen. Die von Werle waren herzogliche Dienstmannen der Welfen. Mit Hans Philipp von Werle erlischt 1626 das Geschlecht. 1457 wurde am Bergfried auf dem Vorwerk des Blasiusstiftes zu Braunschweig ein Wohnsitz gebaut. Den heutigen Ortsnamen führt Warle seit 1539. Im 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts lagen in der Gegend der Warler Kirche drei „Tempelhöfe”, auf deren Resten man Bergfriede erbaut hatte.
         Die ursprüngliche Pfarrkirche Valentinus (St. Valentin) von Warle stammt aus dem Jahre 1464 - das ergibt sich aus einer Stein-Inschrift. Ab 1568 gehört die Pfarre zu Schliestedt. Die bis 1561 katholische Kirche wurde noch während der Reformation der evangelisch-lutherischen Kirche zugesprochen. 1774 wurde sie neu ausgebaut, wie an der Ostmauer des Kirchenschiffs zu erkennen ist. Ab 1804 gab es umfassende Reparaturen. So wurde das Dach vollständig erneuert, das damalige Leichenhaus abgerissen und ein neues Fenster geschaffen, um mehr Licht zuzulassen. In den Jahren 1876 und 1877 erfuhr die Kirche die letzte große Ausbesserung in deren Zuge das Chorende auf die Breite des Hauptschiffes ausgebaut wurde. Dieses wurde neu bemalt und erhielt teilweise bunte Fenster, von denen das runde Giebelfenster hinter der Kanzel erwähnt werden soll. Auch Kanzel, Altar und die Kirchenuhr wurden ereuert . Die Kirchturmuhr, welche seit 1884 als der ältesten von Bockenem Uhren bestand und von Hand aufgezogen wurde, wich 1990 einer elektronischen Uhr. Der aus Holz erbaute Glockenturm enthält 2 Glocken aus dem Hause Hermann Koster in Hildesheim; sie tragen die Jahreszahlen 1425 und 1540.

Blick vom Heesebeg (Straße Watenstedt-Jerxheim; Blick auf Gevensleben / Großes Bruch)

Samtgemeinde Heeseberg

Hünenburg an der Kreisstraße 31 (Heske)

WATENSTEDT Eingebettet in den Hängen des Heesebergs gibt es ein Bilderbuch-Dorf. Schon die Einfahrt aus Richtung Jerxheim weckt Erinnerungen an die Vergangenheit: wenige hundert Meter vom Ortseingang weist das Schild “Hünenburg” auf eine Sensation: Spuren einer 7000 Jahre alten Jungsteinzeit-Siedlung. Funde, die auf ein uraltes Handelszentrum hinweisen, wurden freigelegt. Dazu steinerne Zeugen fränkischer Herrschaft aus dem achten, nachchristlichen Jahrhundert.

    Robust und stattlich sollen sie gewesen sein, die Menschen, die vor rund 3000 Jahren die Hünenburg nahe des heutigen Watenstedts bewohnt haben. Das unscheinbare westliche Plateau des Heesebergs war zu dieser Zeit ein Macht- und Wirtschaftszentrum mit überregionalen Kontakten, in dem eine Herrscherelite zu Hause war. Ein nahes Gräberfeld zeugt von dieser Zeit, daneben kamen Scherben aus der EWpoche der Linienbandkeramik (5300 v. Chr.) zum Vorschein

1998 wurde mit Grabungen an der Hünenburg begonnen, im Jahr 2000 wurden sie aus Geldmangel vorübergehend beendet und 2005 unter Förderung des Rotary Clubs Haldensleben und vieler freiwilliger Helfer unter der Leitung von Wolf-Dieter Steinmetz und Immo Heske fortgesetzt. Die Hünenburg, so entdeckten die Archäologen, hat zahlreiche Siedlungsphasen hinter sich. So ist hier für die frühe Bronzezeit die einzige Höhensiedlung in Niedersachsen nachweisbar; vermutlich wurde sie aufgegeben. Hinweise zur Metallverarbeitung gibt eine Tondüse (um 2000 vor Christus) für den Betrieb eines Blasebalgs - die erste in Niedersachsen. Die zweite Befestgung wurde wohl um 1100 vor Christus durch Feuer zerstört und in den Jahren danach mit höherem Wall, einer neuen Steinmauer und einer Palisadenfront wieder hergerichtet. JMewes

    Im Großen Bruch gibt es zeitgleiche, alte Bohlenwege einer überregionalen Handelsroute. Bestätigung dafür mag der Fund von zwei Bronzebecken (900 bis 800 vor Christus) sein, die auf eine Art Erd-Safe eines Kaufmanns oder Händlers hindeuten. Herausragend ist auch der Teil eines Schildes (1300 bis 1000 vor Christus), der in Zusammenhang mit Weihefunden gebracht wird und auf eine Herrscherelite hinweist. Von diesen Schilden gibt es weltweit sieben Stück, zwei davon in England.

Hünenburg: Grabungsstätte 2005 (Blick auf Beierstedt)Die dritte, verbesserte Befestigung wurde bis etwa 650 vor Christus bewohnt, das Gräberfeld wurde mit dem Siedlungsende aufgegeben. Aus den jüngeren Besiedlungsphasen (5. bis 7. Jahrhundert nach Christus) stammt der Fund von Schädeln, ausschließlich von Männern. Es wird vermutet, dass diese von geköpften Feinden stammten und zur Abschreckung auf dem Wall angebracht wurden - der Hinweis auf einen Ritus im Kriegswesen dieser Zeit. Zu den spektakulären Objekten zählt außerdem eine römische Kleiderspange (4. bis 5. Jahrhundert nach Christus), die vermutlich einem Verwaltungsbeamten gehorte und sonst nur im Nordseeküstenraum zu finden ist. Im 6. Jahrhundert wurde die Hünenburg von den als Eroberern ins Land gekommenen Altsachsen zur Fürstenburg und damit zum Herrschaftsmittelpunkt des nun entstehenden Herzogtums Ostfalen ausgebaut. Vermutlich ist sie identisch mit der für das Jahr 748 in den fränkischen Geschichtsquellen genannten Hôhseoburg des sächsischen Fürsten Theoderich. Einen letzten Ausbau erfuhr die Burg nach der fränkischen Eroberung zwischen 772 und 785 als Zwingfestung. Die Heeseberg-Burg gilt als archäologischer Glücksfall, lässt sich doch für einen langen Zeitraum exemplarisch nachweisen, wo und wie die Menschen gelebt haben, wo sie bestattet wurden, wo sie ihre Religion ausgeübt und welche kulturellen Kontakte sie gehabt haben.
         Vom Heeseberg aus bietet sich ein einmaliger Blick über die Höhenzüge von Elm und Asse bis hin zum Brocken. Watenstedt selbst ist vor etwa 1000 Jahren entstanden. Landwirtschaft hat dem Dorf mit seinen 400 Einwohnern den Stempel aufgedrückt. Das Ortsbild, von den Schneisen exzessiven Straßenbaus verschont, wird immer noch von gediegenen Höfen bestimmt - sechs landwirtschaftlichen Betrieben (am Ende des Ersten Weltkrieges waren es 21). Die grüne Zunft - in Watenstedt lebte sie im Wohlstand, was vor allem an den guten Böden rund um das Dorf liegt. Das Wohlleben nährte früher auch andere Branchen. Vor einem halben Jahrhundert hatten noch Bäcker, Schuster, Schlachter, Sattler, Tischler und Schmied ihr Auskommen und es gab eine Zuckerfabrik, die bis zu 120 Menschen Arbeit bot, Steinbrüche, in denen Gips, Rogen-und Kalkstein gebrochen wurden. Aus diesen Materialien wurden viele der Häuser gebaut. Weithin sichtbar, ragt ein trutziger Bau auf einer Anhöhe des Dorfes: der viereckige Kirchturm. Vor etlichen Jahrhunderten suchten in unruhigen Zeiten die Menschen Zuflucht in diesem Wehrbau.

    Heesebergmuseum Inmitten dörflicher Idylle ist vor knapp 20 Jahren etwas ganz Besonderes entstanden: in die Gebäude eines ehemaligen Bauernhofes, der verwaist war, zog das Heeseberg-Museum. Mittlerweile hat es sich zum Anziehungspunkt für jährlich 2000 Besucher gemausert. Lehrer Heinrich Kumlehn hat mit seiner Sammelleidenschaft für das üppige Inventar gesorgt. Jahre lang spürte er durch die Gegend, rettete alte Landmaschinen, Geräte und ganze Werkstatt-Einrichtungen vor der Entsorgung. So kann man erleben, wie vor 100 Jahren Wäsche gewaschen oder Brot gebacken wurde, zumal die Exponate in ihre typischen Gebrauchsumgebung eingegliedert wurden. Im kleinen Garten direkt hinter dem Hof sieht man Getreidesorten und kann sein biologisches Allgemeinwissen auffrischen. Im Wohnhaus gibt es eine Ausstellung von Fossilien und archäologischen Funden aus dem Gebiet rund um Watenstedt. Das Museum ist jeden Sonntag von 14:30 bis 17 Uhr geöffnet, sonst nach Absprache (Tel. 05332/1417).

    Nur wenige Meter davon entfernt spiegelt sich die Sonne im Wasser eines Teiches. Er diente einst als Pferdeschwemme, sein Wasser labte auch mal einen Ochsen, „der seine dicken Füße kühlte". Schafe wurden ebenfalls aus diesem Teich getränkt. Davon existierten bis in die 40er Jahre etliche. Watenstedt ist jedoch ein lebendiges Dorf geblieben. Nach: Ortsporträt (Braunschweiger Zeitung), Heeseberg-Museum (Schöppenstedter Stadtspiegel).

     

WATZUM Die erste übermittelte urkundliche Erwähnung Watzums weist in einem Güterverzeichnis des St.-Cyracus-Closters zu Braunschweig im Jahre 1195 eine Hufe  Land in „Wattekesheim" aus, die der Dekan Reimer der Kirche zum Feuer im Winter gekauft hat". Für die Entwicklung Watzums war der Braunschweiger Herzog Heinrich der Jüngere von besonderer Bedeutung, der um 1560 seine Tochter, Sidonie von Kirchberg, mit Christoph von Weferling aus Watzum vermählte. Die Mutter Sidonias, Eva von Trott, spielt in der Landesgeschichte Braunschweigs als Geliebte des Herzogs eine besondere Rolle. Sie, „ein stark, wohlgebildet, gesund Mensch und züchtig wohlerzogen Maidlein", war von ihren Eltern an den Hof nach Wolfenbüttel gegeben worden, damit sie „zur Zucht und Ehrbarkeit" gefördert werde. Über das Scheinbegräbnis Evas und ihre Verbringung an einem geheimen Ort, auf die Stauffenburg, wo sie Herzog Heinrich dem Jüngeren eine stattliche Anzahl Kinder gebar, wurde vielfach berichtet.

    Für Watzum war von Bedeutung, dass Sidonie anlässlich ihrer Heirat mit Christoph von Weferling vom Herzog 2000 Joachimstaler aus den Einkünften des Amtes Staufenburg an Mitgift erhielt. Davon konnte das Gut Watzum, das im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Schmalkaldischen Bund im Jahre 1552 weitgehend zerstört worden war, instand gesetzt werden. Nach dem Tod ihres Mannes erhielt Sidonie 1565 das Gut als Lehen. In der ältesten überlieferten Dorfbeschreibung heißt es: Dieses Dorff Watzem gehört zu Dienste Christoph von Weferlinge nachgelassener Witwe zu Watzem, und hat mein Herr diese Dorffschaft zu dem Hause Watzem zu Dienst gegeben."

Das heutige Ortsbild wird wesentlich durch den Komplex des 1704 unter der Regie von Landesbaumeister Hermann Korb errichteten Rittergutes bestimmt. Zusammen mit den Nebengebäuden und dem weitläufigen Park bildet es die “grüne Lunge” des Ortes.
         Während des 30-jährigen Krieges hatte auch die Dorfbevölkerung in Watzum sehr stark zu leiden. Das Dorf sei
in sehr schlechtem Stande gewesen und lange Jahre geblieben, also dass gar wenig Pferde darin sind gehalten worden. So habe auch der meiste Acker wüste gelegen und zur Weide ist gebrauchet, ja das elendeste Dorff im ganzten Lande ist geachtet, bis zur Zeit des hochwohlgeborenen Herrn Eduard Ernst Friedrich von Weferling, hochfürstlicher  Schatz-  und Landrath, es wieder im Aufnahme gekommen und der wüste Acker wieder cultivieret worden."
         Nach den Befreiungskriegen von der Napoleonischen Besetzung setzte sich Anfang des vorigen Jahrhunderts Pastor Breithaupt für die Verbesserung des Schulwesens und die Erneuerung der Watzumer Armenanstalt ein. Vom Watzumer Pastorenhause aus entwickelte Henriette Breymann 1854 nach den Ideen ihres Großonkels Friedrich Froebel das international renommierte Breypensionat, das 1864 nach Wolfenbüttel verlegt wurde. Seit 1974 ist Watzum ein Ortsteil der Gemeinde Uehrde; es hat heute etwa 250 Einwohner.

    Am 11. Januar 1984, wurde in Watzum, einem der fünf schönsten Dörfer des Bezirks Braunschweig, anlässlich eines Straßenfestes der Heimatverein gegründet, dem spontan 53 Ortsbewohner im Alter zwischen 30 und 82 Jahren beitraten. Unter der Regie dieses Vereins wird das jährliche Krugteichfeste durchgeführt und die Heimatstube gepflegt. Diese wurde vor vielen Jahren von Klaus Niklaus (Tel 05332-3903) im Klassenzimmer der alten Dorfschule gegründet. Hier findet man nicht nur eine alte Schulbank, sondern auch so ausgefallene Dinge wie ein als Schränkchen getarntes Plumpsklo neben etwa 200 weiteren Exponaten. Wer Interesse hat, wendet sich bitte an Wolfgang Niklaus!

Watzum: Kirche

Watzum verfügt über eine der interessantesten Dorfkirchen im Bereich der Landeskirche Braunschweig. Sie ist - in Teilen aus dem 12. Jahrhundert stammend - tatsächlich herausragend, wurde auf einer Anhöhe und offensichtlich vorchristlichen Kultstätte über dem Ort errichtet. Besuchern bietet sich, abends von Scheinwerfern angestrahlt, eine eindrucksvolle Silhouette, die beinahe an eine Festung erinnert. Die Kirche von Watzum, vermutlich vom Welfenhaus gegründet, zeitweilig unter dem Patronat des Deutschen Ordens stehend und bis zum Jahr 1775 von der Ministerialenfamilie von Weferling geprägt, gilt in ihrer jahrhundertelangen Geschichte als einmalige Synthese der Baustile und Auffassungen der Epoche
 

Nachdruck am 23.08.2006 im Wolfenbüttler Schaufenster (EK)

 

 

WATZUMER HÄUSCHEN Für alle Ausflügler, die gern an einem ruhigen Ort einkehren möchten, bietet sich das „Watzumer Häuschen" mit seiner Einrichtung und der sehr günstigen Lage am Südelmrand an. Ein Krug an dieser Stelle wird bereits 1584 erwähnt. Geschichtlich gehört das Anwesen zum Dorf Watzum. Der dortige Gutsbesitzer Eduard Ernst Friedrich von Weferling hatte im 17. Jahrhundert für Aufforstung gesorgt, weil durch Raubbau kein Bauholz vorhanden war, nur Feuerholz. Auch das wurde gestohlen, und so ließ er das jetzige Haus bauen und dort einen Holzknecht zur Bewachung der Watzumer Forst einziehen. Der letzte in der Reihe war Heinrich Rüscher, der 1723 verstarb. Gaststätte wurde das Watzumer Häuschen vor etwa 100 Jahren. Seit 2004 in neuer Hand, wurde und wird es unter Beibehalten der alten Bausubstanz grundlegend renoviert. Seit Himmelfahrt 2004 wieder eröffnet! Und wie!! Ausprobieren und sich wohlfühlen!!!  Nahe Küblingen gelegen, ist dem Watzumer Häuschen eine Sonderseite gewidmet, und zwar HIER   Alte Postkarten     Fotogalerie   Anfahrt


WEDDEL In der nordöslichsten Ecke unseres Landkreises, zwischen Nussberg und Elm, zwischen Schapen und Klein Schöppenstedt, liegt das Dorf  Weddel ("zwischen den Sümpfen liegend"). Im lang gezogenen Tal des Weddeler Grabens - geformt vom Gletscherwasser der Eiszeit -  lag nämlich dereinst östlich von Riddagshausen ein großes Sumpfgebiet und ausgedehnter Urwald. Jüngere Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und Völkerwanderung haben Spuren hinterlassen und deuten auf eine sehr alte Besiedlung hin. 1226 erscheint in einer Urkunde der Name "Wedele", was anzeigt, dass der Name im 6.-8. Jahrhundert entstand. Auf der Gemarkung lassen sich noch Spuren dreier weiterer Dörfer nachweisen. Die Kirche bestand sicher schon 1322, denn im Urkundenbuch Braunschweig III, 58, findet sich ein "sacerdos Johannes". 1985/86 wurde sie umgebaut und vergrößert, jedoch ließ man ihr die alte Natursteinfassade aus Elmkalkstein, die bei diesen Maßnahmen sogar ergänzt wurde. Über die schmale Wendeltreppe im Turm erreicht man oberhalb der Empore das Turmzimmer und von dort durch eine Rundbogentür den Kirchboden, der von einer Rumpelkammer zum Museum gereift ist. Man findet hier neben erhaltenswerten Gegenständen kirchlicher Herkunft hauswirtschaftliches Gerät und alte Trachten. Prunkstücke sind ein vor-reformatorisches Weihwassebecken, Teile des alten Dachreiters, ein Glockenjoch, bleiverglaste Kirchenfenster, eine 300 Jahre alte Kirchuhr und einen 150 Jahre alten Blasebalg. Letzterer wurde 1865 vom Orgelbauer Titus Albert Lindrum gebaut. Manch Weddeler Bürger einnert sich noch, wie er hier als Konfirmand den "Wind" für die Orgel erzeugen musste. 
           Ausflugsziel: das Naturschutzgebiet “Weddeler Teiche” am südlichen Ortsrand. Mit vielfältiger Vogelwelt ist es ein Teil des Europareservates “Riddagshausen/Weddeler Teichgebiet; siehe auch: “
Weddeler Schleife

Weferlingen mit Burganlage (links)

 

WEFERLINGEN wird als Weiverlingi 965 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bischof von Halberstadt den Zehnten von mehreren Hufen an das Stift Gandersheim abtritt. Eine Siedlung gab es aber schon früher am Butterberg, dann in der Nähe des Zingel, wo ein wehrhafter Übergang durch das Sumpfgelände über die Altenau führte. Über die Deutung des Namens gibt es nur Vermutungen. Man sagt, es sei ein Platz, auf dem sich die Weber trafen. Aber auch ein Gelände mit schwankendem, sich hin- und herbewegendem, sumpfigem Boden wurde so benannt. Alle Orte mit der Endung -ingen entstanden frühestens im 8. Jahrhundert. Weferlingen gilt als älteste der drei Dettumer Ortschaften.
Weferlingen: Burgwall       Bei Weferlingen wurden Eisenteile aus der Bronzezeit gefunden, die auf Handelsbeziehungen mit den Römern schließen lassen. Aus der Thüringer Zeit gibt es noch mittelalterliche Hofstellen, angelegt im Quadrat und mit einem Wohnhaus an der Nordfront. Das älteste Haus ist wohl das südlich der Burgstelle gelegene Mühlengrundstück. Die Mühle wurde von einem Seitenarm der Altenau betrieben. Die Weferlinger Burg - Sitz derer von Weferlingen - war eine mit Wall und Graben versehene Anlage zum Schutz des Zingel. Im alltäglichen Krieg des Mittelalters wurden hier eigenmächtig Zölle erhoben. Man spricht auch von Raubrittern der Weferlinger, der Bansleber und der Asseburg (die 1215 von den Weferlingern errichtet wurde). Die Burg wurde 1298 geschleift, doch weist noch ein Straßenschild darauf hin. Auf dem Barnstorfschen Hofe kann man hinter den Hofgebäuden noch einen hohen Doppelwall mit dem Graben der ehemaligen Burganlage erkennen. Direkt an dem Flüsschen Altenau, beim Übergang der Straße nach Groß Vahlberg, stand früher ein Gasthaus, die “Zingel”. Es handelte sich wohl auch hier um eine Wehranlage zur Sicherung des Flußüberganges, des sog. "Kreuzungspunktes". In diesem Gebiet hat auch das Dorf Klein Weferlingen gestanden, das nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgegeben wurde
        Die Kirchengemeinde Weferlingen gehörte zur Pfarre von Eilum. Der romanische  Kirchenbau wurde am 14. Januar 1944 durch Bomben zerstört. Nur der Turm blieb stehen, musste aber 1946 wegen Einsturzgefahr gesprengt werden. Erhalten blieb die Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1500 und der 800 Jahre alte Altar. Der Neubau stammt aus dem Jahre 1959.
       Der 15. März 1944 gilt als der wohl schwärzeste Tag in der lange Geschichte Weferlingens. Ein vom Anflug auf Berlin zurückkehrendes amerikanisches Bombengeschwader wirft seine todbringende Last ab und tötet drei Bewohner. Der Abwurf mag geschehen sein, um auf der Flucht vor deutschen Abfangjägern an Geschwindigkeit zu gewinnen. Oder aber die Piloten klinkten ihre Bomben aus, weil sie die viereckigen Burgwälle für ein Munitionslager hielten.
         Weferlingen verwendet seit 1966 die vereinfachte Version des Wappens derer von Weferlingen, die vom 13. bis zum 16. Jahrhundert im gespaltenen Schild fünf Rosen auf einem Schrägbalken führte.


Kirche St. georg wendessen
WENDESSEN 1170 “Winedissen”, 1200 “Winethissem” bedeutet “Heim im Weidezaun”. 1218 schenkte Otto IV. dem Stift St. Blasii zu Braunschweig die Patronatsrechte über den Ort. 1493 wurde er von den Braunschweigern geplündert, im Schmalkaldischen Krieg 1542 wurde das Pfarrhaus zerstört. 1550 zerstören die Braunschweiger Wendessen erneut, 1627 wird es Opfer eines Angriffs der Dänen. 1660 wird das Gut errichtet, das 1736 zum fürstlichen Kammergut wird. 1864 bis 2001 befindet es sich im Besitz der Familie Seeliger, heute gehört es der Stadt Wolfenbüttel.
           Im Jahr 1759 wird die Gerichts- und Hinrichtungsstätte im Lechlumer Holz auf den Wendesser Berg verlegt, 1762 wird dort die Schanze errichtet. Seit 1843 gibt es einen Eisenbahnanschluss an die Strecke Braunschweig-Helmstedt. Bei einem Luftangriff am 14. Januar 1944 verliert Wendessen vieles: das Rittergut, die Kirche aus dem 12. Jahrhundert, viele Wohnhäuser und Nebengebäude.
         Im Wappen erscheint neben dem “sprechenden Weidenzaun” als Sinnbild der Georgskirche, einer alten Wehrkirche, das heraldische Zeichen des Schutzpatrons, das rote Kreuz auf silbernem Grund.
IMPRESSIONEN WASSERMÜHLE

 

WENDHAUSEN Auf der Burg Wendhausen, vor den Toren der Stadt Braunschweig, residierte vom 16. Jahrhundert an Herzog Julius. Streitigkeiten mit der Stadt führten schon Anfang des 17. Jahrhunderts zur Zerstörung. 1660 wurde Philipp Ludwig von Herzog Rudolf August von Braunschweig zum Probst ernannt. 1668 wurde unter auf den alten Grundfesten das Wasserschloss Wendhausen erbaut. Den Schlosspark ließ Philipp Ludwig durch Gartenbaumeister Le Notre in französischem Stil anlegen; die Elemente des Parkes erinnerten an den Garten von Schloss Sanssouci, der ebenfalls von ihm gestaltet worden war.    
         Phillip Ludwigs Tochter Ilsa Luise war in zweiter Ehe mit dem Freiherren Conrad Detlev von Dehn verheiratet. Sie starb vier Jahre nach ihrer Vermählung bei der Geburt ihres Sohnes, der sie auch nur um wenige Stunden überlebte. Von Dehn wurde damit zum reichsten Mann in den Braunschweiger Landen. Er wurde durch Kaiser Karl VI in den Grafstand erhoben. Nach 17 Jahren Regentschaft wurde er vom Landesfürst Herzog Ludwig Blankenburg gestürzt, daraufhin verkaufte er seinen Besitz an die Stadt Braunschweig und ging nach Dänemark, wo er sich in die Dienste des Dänischen Königshauses stellte. 
         Während der französischen Besetzung Ende des 18. Jahrhunderts wurden Schloss und Park verwüstet. 1836 wurde die Anlage durch die Braunschweiger Verlegerfamilie Vieweg zunächst für 99 Jahre gepachtet, später erworben. Karl Vieweg machte sich dort durch seine Pferdezucht einen Namen, auch  ließ er einen großen Teil des Schlossparks aufforsten. Dazu wurden Bäume und Sträucher aus verschiedenen Regionen der Erde gepflanzt. Im Innern des Schlosses gab es umfassende Veränderungen, dazu wurden zahlreiche Kunstgegenstände angeschafft. Nach dem Tod des letzten Erben der Familie erwarb die Stadt Braunschweig 1941 das Schloss zurück. Im 2. Weltkrieg diente es als Hilfskrankenhaus und Flüchtlingslager, später als Kindergarten. Ab 1962 wurde es durch die Stadt Braunschweig für einen Teil ihrer Verwaltung genutzt und 1969 an eine Bruderschaft verpachtet Nach langjährigem Leerstand wurde es schließlich durch einen Braunschweiger Architekten erworben, der es ab 1987 vom Gewölbe bis zum Dach restauriete.

Königpfalz Werla

 

WERLABURGDORF / KÖNIGSPFALZ WERLA Einst wenige Kilometer vom heutigen Schladen gelegen, beweist die  Existenz der ehemaligen Pfalz Werla die Bedeutung des südlichen Landkreises Wolfenbüttel für die Könige des Deutschen Reiches. Anfang des 10. Jahrhunderts wird die Werla als Herrenhof der Ludolfinger zur Pfalz erhoben. In den Vorburgen wird in großem Rahmen für Heinrich I., den ersten Herrscher der Sachsen und seine Nachkommen gewirtschaftet und werden Fertigwaren hergestellt. Die älteste Nennung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 931, die König Heinrich I. (919-936) dort ausfertigte. Werla wurde unter seiner Herrschaft zum Zentrum in der Abwehr der Ungarn - dort wurde ein Ungarnführer gefangengenommen. Ein Blick auf die Königsaufenthalte zeigt, dass keiner der fünf deutschen Herrscher von Heinrich I. bis zu Heinrich II. in der Aufzählung fehlt. Alle Ottonen haben die Pfalz genutzt, die Nachfolger von Otto II. (955-983) und Otto III (980-1002) wurden dort gewählt (983, 1002). Es sieht es so aus, als wäre die Werla besonders im Frühjahr ein beliebter Aufenthaltsort der Könige gewesen.
         Unter Heinrich II. (973-1024) deutet sich bereits die künftige Rolle Goslars an, wo inzwischen reiche Silbererzvorkommen ausgebeutet wurden. Auf seinen kaiserlichen Befehl wird 1017 die Pfalzfunktion dorthin übertragen. Sein Nachfolger, Konrad II., hält noch eine Reichsversammlung an der alten Stätte ab, aber seine Bemühungen konzentrieren sich schon auf den neuen königlichen Bezirk am Nordrand des Harzgebirges. Das letzte Mal lädt 1180 ein deutscher König zum Hoftag auf der Werla ein: Friedrich Barbarossa wählte mit Bedacht diesen so sehr in der sächsischen Geschichte verwurzelten Ort, um die Bestrafung Herzog Heinrichs des Löwen in die Wege zu leiten. Obgleich die Werla 1017 den Status einer Pfalz verlor, behielt sie im Bewusstsein der sächsischen Nobilitas doch ihre symbolische Bedeutung. Ein Dorf Werla, das den Niedergang der Pfalz als letztes überdauert hat, wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts verlassen und die Lage der Werla geriet in Vergessenheit, was heute nur verwundern kann. Nach Ansicht von Wilhelm Bode war die Elmsburg die eigentliche Werlaburg. Erst im 19. Jahrhundert, nachdem die Pfalz an den unterschiedlichsten Orten vermutet worden war, verstärkten sich die Hinweise auf den Kreuzberg zwischen Burgdorf und Schladen. Eine kurze Grabung auf der von Lüntzel angegebenen Fläche bei Schladen förderte dort einige Mauerzüge zutage; dies nahm man als "Beleg" und setzte dort 1875 einen
Gedenkstein, der heute noch steht (Abbildung oben). Sichere Erkenntnisse brachten aber erst die groß angelegten Ausgrabungen von 1934-39 und 1957-64. Zuvor hatten schon Luftbilder mit ihren linienhaften Verfärbungen in den angrenzenden Ackerflächen auf die gewaltigen Ausmaße der Pfalz hingewiesen, so wie sie nach den verschiedenen Ausbaumaßnahmen entstanden war: an die Kernburg auf dem vorderen Teil des Plateaus, das sich 18 m über dem Fluß erhebt, schlossen sich 2 Vorburgen an. Die gesamte Anlage umfasste ein Areal von 36 Hektar und gilt heute nicht nur als Pflaz und Befestigungsanlage, sondern auch als ein wirtschaftliches Zentrum, in dem Hunderte von Menschen für das Königshaus arbeiteten. Die Werla war damit  die zweitgrößte Burganlage des 10. Jahrhunderts, nach Nowgorod. Sie beinhaltete eine Kirche und Gräber, einen Pallas mit Heißluft-Heizung und eine Rundkapelle. Derzeit kursieren Pläne, nach denen ein “Archäologiepark Pfalz Werla” entstehen soll - ursprünglich als Beitrag Braunschweigs zur Bewerbung als Kulturhauptstadt 2010 vorgesehen. Zur Einstimmung der Bevölkerung fand - am vorletzten Mai-Wochenende 2005 - bereits ein historischer Markt auf dem Gelände statt.

 

Heimathaus

Karte entfernt am 06.02.10

Königspfalz Werla: Gedenkstein

 Dieses einst oede Steinfeld wurde vom Landes-Oekonomierath von Hoppenstedt in den Jahren 1870=97 mit Energie und groszem Fleisz urbar gemacht und zu einem fruchtbaren Feld hergerichtet ->
 


Welch eine günstige Landschaftsposition hier gegeben war, zeigt sich am besten, wenn man sich aus Richtung Schladen nähert. Der empfohlene Weg beginnt am Heimathaus “Alte Mühle” (einem sehr aufschlussreichen Schladener Museum -  (1) in der Karte), führt dann an einem Seitenarm  links der Oker entlang durch die Flussniederung, vorbei an einem Gedenkstein zu Ehren von Hoppenstedts (2). Nach 2 Kilometern erhebt sich steil das fast 20 m hohe Plateau des Kreuzberges, auf dem die Pfalz gelegen war (3), in einer zweifellos beherrschenden Lage über dem kilometerbreiten Okertal. Ein Gedenkstein mit der nicht ganz korrekten Inschrift “Kaiserpfalz Werla” erinnert an diese Stätte.
         Der Ort Werlaburgdorf heißt übrigens erst ab 1958 so, vorher schlicht "Burgdorf". Mit der Umbenennung wurde das Wappen eingeführt, das sich auf die Bedeutung dieser historischen Stätte konzentriert. Die Zinnen vertreten die Pfalz, das deutsche Wappentier spricht für sich, allerdings in ungewöhnlichem Blau-Gelb, um die Anhänglichkeit zum Braunschweiger Land zu unterstreichen. Der Schrägbalken entstammt dem Wappen des ausgestorbenen Geschlechts derer von Burgdorf. Obgleich das Alter des Ortes sicher dem der Pfalz entspricht (Gräberfunde gehen sogar auf das 8. und 9. Jahrhundert zurück), wird “Burchdorp” erst 1142 in einer Urkunde erwähnt. Dort wird ein Ritter Arnold  von Burgdorf genannt. Nach dem Aussterben des Geschlechtes derer von Burgdorf gehen die Lehen an die Familie von Steinberg, dann an Kanzler Mynsinger, schließlich an Heinrich Cramer von Clausbruch.
         Von 1494 bis 1523 leben die Burgdorfer unter dem Bischof von Hildesheim. Von 1523-1629 ist es den Herzögen zu Braunschweig-Wolfenbüttel unterstellt, bevor es bis 1802 wieder an den Hildesheimer Bischof fällt. Zwischen 1802 und 1807 und später noch einmal von 1866-1941 wird der Ort von den Preußen beherrscht. Im Intervall von 1813 bis 1866 steht es unter hannoverscher Herrschaft.
         Im August 1856 wird die neu eingerichtete Braunschweigische Staatsbahn nach Kreiensen eröffnet; sie führt jenseits des Börßumer Bahnhofs nahe am Ort vorbei durch das Burgdorfer Steinfeld. Erst am 1. Mai 1904 erhält Burgdorf einen Bahnhof, der am 1. Januar 1976 unter starkem Protest aufgegeben wird.

WERNIGERODE

 

  WESTERBURG

 

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Winnigstedt: Freistaat Braunschweig

Karte entfernt am 06.02.10

Winnigstedt: Wo bis vor 60 Jahren Braunschweig (B) und Preußen aufeinandertrafen

 

Wappen WinnigstedtWappenWINNIGSTEDT - ein Dorf mitten in Deutschland!                                                                       
Funde wie ein uraltes Höckergrab zwischen Winnigstedt und Mattierzoll deuten darauf hin, dass das Gebiet schon im 8. Jahrhundert besiedelt war. Das genaue Gründungsjahr (um 1000) Winnigstedts ist unbekannt; Belege werden noch gesucht. Erstmals erwähnt wird es 1182 als “Winnincstede” und zwar in einer Urkunde über die vom Kloster Mariental eingetauschte Hufe. Das Wappen leitet sich aus einem Siegel des Dietrich von Winnigstedt von 1378 ab, wobei nicht überliefert ist, ob die drei gezeigten Gegenstände Rüben, Rohrkolben oder Brandpfeile darstellten - für letzteres entschied sich die Gemeinde. Dabei mag das Symbol der Wehrhaftigkeit tatsächlich auf den besonders zu schützenden Übergang des Großen Bruchs zwischen Mattierzoll und Hessen hinweisen.
           Winnigstedt liegt im Landkreis Wolfenbüttel an der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Bis vor 60 Jahren stieß hier das Land Braunschweig an Preußen. Der Ort besteht aus den Ortsteilen Winnigstedt (bis 1939 Groß und Klein Winnigstedt) und dem Ortsteil Mattierzoll. Als Ausläufer der Magdeburger Börde verfügt das umliegende Große Bruch über beste Böden. 1936 gab es Platzbedarf um das Völkenroder Testfluggelände und man siedelte elf  Höfe in diesen letzten Flecken des Braunschweiger Landes um. Damals entstanden die an den gekreuzten Pferdeköpfen erkennbaren Niedersachsenhäuser In den fünfziger Jahren hatte sich der Grenzort als Eisenbahn-Knotenpunkt etabliert: in  Mattierzoll traf die Staatsbahn (Helmstedt-Holzminden) auf "BSE" und die Privatbahn Mattierzoll-Heudeber.
          Vor nicht allzu langer Zeit gab es auch hier noch zahlreiche Wind- und Wassermühlen, woran die Namen ´Trift am Mühlenbeek´, ´Mühlenbach´ und ´Teichmühle´ erinnern. Letztere wurde schon 1551 nachgewiesen und gehörte später zum fürstlichen Vorwerk, aus dem sich der eigentliche Ort entwickelte. Unter der heutigen Teichstraße hindurch floss früher das Wasser aus dem Teich in die Mühlradkammer. In einer Dorfbeschreibung von Klein Winnigstedt (1750) wird von einer Wassermühle am Meesche Graben berichtet, die bis 1965 Weizen-und Roggenmehl herstellte - zuletzt getrieben von einem Dieselmotor. Bis 1980 wurde hier Getreide geschrotet und ein Futtermittelhandel betrieben. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. An die traditionsreiche Geschichte der beiden Wassermühlen erinnern das Mühltad im ehemaligen Klein Winnigstedt und einige Mahlsteine

WITTMAR Ausgrabungen von 1975-1977 mit Funden der Bandkeramiker und Rössener belegen, dass schon vor mehr als 4000 Jahren Menschen am Südhang der Asse gelebt haben. Die erste urkundliche Erwähnung Wittmars geht hingegen auf das Jahr 1244 zurück, Schon der Name der Gemeinde Wittmar ist einzigartig in Deutschland. Er setzt sich zusammen aus dem niederdeutschen Wort witt, gleich weiß, und dem althochdeutschen mär, gleich sumpfige Gegend. Der Ort war für viele Jahrhunderte eine kleine Siedlung nahe der Burg Gunzelins von Wolfenbüttel, was das dörfliche Leben bestimmte. Aber auch sonst hat die kleine Gemeinde am Rande der Asse im Landkreis Wolfenbüttel einige Besonderheiten zu bieten. Einen Spaziergang durch Wittmar beginnt der Besucher am besten in der Asse an der Bismarcksäule, die sich beim Befahren der Bundesstraße 79 Richtung Halberstadt plötzlich aus dem Assewald erhebt. Von der Aussichtsplattform der Säule hat man nicht nur einen hervorragenden Blick ins Harzvorland, sondern auch auf Wittmar. Ehe man sich in den Ort begibt, sollte man noch einen Abstecher zu den gerade einmal 200 Meter von der Bismarcksäule entfernten Überresten der von  Asseburg machen, die 1218 fertiggestellt und 1492 zerstört wurde.
       Über die Hainbuchen-Liebesallee gelangt der Wittmar Besucher dann an den Asserand, wo seit mehr als 150 Jahren die „Waldwirtschaft zur Asse" auf dem Grund des alten, 1834 abgerissenen alten Försterhauses steht. Am zweiten Pfingststag wurde hier bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts regelmäßig ein Heiratsmarkt veranstaltet. Ebenfalls am Rande des Assewaldes, etwas näher am Dorfe, wurde 1810 ein neues Forsthaus errichtet. Neben der Wohnung für den Förster und seine Familie wurde ein Zimmer für den Landesherren vorgesehen. Es heißt, dass dieses kleine Fürstenschloss, das von dem bekannten Braunschweiger Architekten Carl Ottmer erbaut wurde, einst auch als Liebesnest des Herzogs diente. Dieses von Herzog Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg geplante Haus ist noch heute Sitz der Revierförsterei Asse.
       Begibt sich der Wittmar-Besucher dann in das eigentliche Dorf hinunter, so wird er kein typisches Bauerndorf vorfinden. Wittmars Dorfbild und Entwicklung ist nämlich von seiner Geschichte als Bergbauort geprägt. Diese Geschichte begann am 25. März 1899 mit dem ersten Spatenstich zum Kalibergbau in der Nähe der heutigen Assewirtschaft. Damals hatte Wittmar 180 Einwohner, sechs Jahre nach dem Spatenstich waren es bereits 850. Zu Beginn des letzen Jahrhunderts hatte man jedoch kein Glück mit dem ersten Schacht, der durch Wassereinbruch im Juli 1906 abgesoffen ist. Daraufhin ließ die Werksleitung auf der Gemarkung von Remlingen einen zweiten Schacht anlegen, der seit 1908 abgebaut wurde. Zwischen der alten und der neuen Anlage pendelten in dieser Zeit die Loren der Drahtseilbahn, da die Verabeitung weiterhin im Assewerk in Wittmar erfolgte. Die Krisen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in der Kaliindustrie waren aber auch hier zu spüren, die Produktion wurde auf Steinsalz umgestellt. Das beliebte ASSE-SONNENSALZ wurde in viele Länder Europas exportiert.
Wittmar: Bergfried         Am Asseweg und an der Bismarckstraße hatten die Angestellten ihre großen Wohnungen, schon damals mit Innentoilette. Der Bergwerksdirektor residierte damals in einer Villa direkt neben der Schachtanlage an der heutigen Kastanienallee. Direkt neben dem Direktorenhaus steht auch heute noch eine Doppel-Villa, die vom Betriebsleiter und dem leitenden Ingenieur und deren Familien bewohnt wurde.Die einfachen Arbeiter lebten in den kleinen Wohnungen an der Bahnhofstraße, mit Außentoilette und kleinem Stall. . Von den Bergleuten wurde 1939 in 10665 freiwilligen Arbeitsstunden ein Waldschwimmbad gebaut, das jedoch nur einen Sommer lang betrieben wurde, da ständig das Wasser aus dem undichten Becken auslief.
          Mit der Schließung des Bergwerks 1964 endete die beachtliche Geschichte des Bergbaus in Wittmar. Nur ein Förderwagen im Dorf und der Bergwerksverein erinnern heute noch an die Zeit des Bergbaus in Wittmar. Allerdings leben einige Bergwerksmitarbeiter aus dem benachbarten Asse Schacht II (Remlingen) im Ort.
Schacht II ist das erste deutsche Atommüll-Endlager, das noch bis zum Jahre 2010 mit Steinsalz verfüllt wird. Heutzutage besteht Wittmars Wirtschaft nur noch aus dem Abfüllbetrieb eines Wolfenbütteler Spirituosenherstellers. Den Spaziergang durch den Ort sollte man nicht abschließen, ohne die Kirche (seit 1850 nach einem Blitzeinschlag ohne Kirchturm) besichtigt zu haben. Und auch eines der ältesten bewohnten Häuser in der Region Braunschweig, das “Steinhaus” genannte mehr als 500 Jahre alte Gebäude (das als Berfried oder Kemenate gesehen wird und früher auch als Wegegeld-Einnahmestation diente) lohnt im alten Dorf einen Besuch.
           Bei Aushebungsarbeiten am Buchen- und am Eichenweg stieß der Baggerführer am 29. Mai 1976 unvermittelt auf Knochen. Dies war der Auftakt zu umfangreichen Ausgrabungen, die ein jjungsteinzeiltliches Gräberfeld der schon erwähnten Bandkeramiker und einen spätbronzezeitlichen Siedlungsplatz zutage förderten. Auf 1600 qm wurden in 40-80 Zentimeter Tiefe 51 jungsteinzeitliche Körpergräber mit reichen Beigaben und Tierknochen entdeckt. Typisch für die  Bandkeramiker sind die in linksseitiger Ost-West-Hocklage, seltener in rechtsseitiger West-Ost Hocklage gefundenen Skelette mit Gefäßbeigaben, Steingeräten und Muschelschmuck. Abweichende Körperhaltungen lassen den Schluss zu, dass es sich bei den Verstorbenen um besondere Persönlichkeiten handelte. Eines der Skelette wurde aufgrund seiner Haltung “die Tänzerin” genannt, noch bevor detaillierte Untersuchungen ergaben, dass die Gebeine in der Tat weiblichen Ursprungs waren. Aufgrund der Bestattungsmerkmale wird angenommen, dass in der alten Ackerbaukultur Wittmars das Matriarchat vorgeherrscht hat, während in einer späteren Epoche, nach etwa 400 Jahren Männer an Einfluss gewonnen haben sollen. Etwa 50 Einwohner zählte die Assesiedlung, als der letzte Tote bestattet wurde.




Grundriss Wolfenbüttels um 1749 mit elf Bastionen [von Osten, im Uhrzeigersinn: Corneliusberg (6), Kaisertor in der Trinitatiskirche (7), Carlsberg (Parkotel Altes Kaffeehaus 4), Zingel (vorgelagerte Wälle an der Oker, 5), Gewölbe unter der Villa Seliger (Lindenberg, 3), Kasematten am Schloss (2), Hirschberg, August-Bollwerk, Crocodillenberg (Spinnereiparkplatz), Mühlenberg (Festungsmauer in der Feuerwache 1), Kasematte im Leibnizhaus (12), Finkenberg (Mauer am Schiffswall, 11), Johannes-Bollwerk, Joachimsberg (Rosenwall-Hügel, 10), Altes Portal in der JVA (Philippsberg, 9), Mauern am Juliuswehr (8)]. Im Westen schließt sich die kronenförmig ausgeführte Auguststadt an. Sie schützt ab etwa 1653 die Dammfestung so, wie es die Heinrichstadt nach Osten bereits tat. Angelegt wurde sie durch den nach dem 30-jährigen Krieg von Herzog August d.J. berufenen Festungsbauneister Cornelius von dem Busch und zwar als Ersatz für den zerstörten Teil des Siedlungsgebietes “Gotteslager” (heutige “Juliusstadt”). Am ehemaligen Kaisertor entstand um 1700 die Trinitatiskirche, in deren Sakristei die Reste dieses Tors zu besichtigen sind.


Schloss Wolfenbüttel

Chronik: Schlosseingang

Portal zum Schloss

BILDERSERIE SCHLOSS

WOLFENBÜTTEL - der Ortsname geht vermutlich auf die Ansiedlung eines “Wulferus” im 10. Jahrhundert zurück; die Endung “~büttel” bedeutet “Besitztum”. Wolfenbüttel war also “Wulferus Besitz”, jedoch verlieren sich dessen Spuren im Nebel der Geschichte. Die Herren von “Wulferesbutle” werden erstmals 1118 erwähnt, zu einer Zeit als auf der Westseite des Okertals an einem Handelsweg eine Wasserburg entstanden war. Diese wurde 1255 zerstört.
         1283 lässt Herzog Heinrich der Wunderliche (1267-1322) am gleichen Ort eine neue Wasserburg erbauen und legt damit den Grundriss des heutigen Schlosses; das Untergeschoss des Hausmannsturms ist ein Relikt dieser alten Festung, dem Ursprung der Welfenresidenz. Ab 1432 wird die Burganlage Hauptsitz der Welfenherzöge, Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1753 auch Verwaltungszentrum des Fürstentums.
         Als eigentlicher Stadtgründer geht Herzog Heinrich der Jüngere in die Geschichte ein. 1540 erhält die Stadt “Artikelbrief und Bürgerliche Ordnung”, 1570 das Markt- und Wappenrecht. Alle Einzelmaßnahmen werden 1602 in den “
Fürstlichen Privilegia, Statuta und Ordnung der Heinrichstadt´ zusammengefasst. Diese Heinrichstadt (heutige Altstadt; rechter Teil im obigen Grundriss) entsteht 1571 unter Herzog Julius als erste planmäßig entworfene Stadtanlage der Renaissance in Norddeutschland. Baumeister sind Paul Francke, Philipp Müller, Wilhelm de Raet und Hans Vredeman de Vries. Unter Herzog Heinrich Julius entsteht der Stadtmarkt zusammen mit weiteren wichtigen geradlinigen Achsen (Lange Herzogstraße, Harz- Reichs- und Kanzleistraße).
         Parallel zur Stadtentwicklung steigt Wolfenbüttel zum Norddeutschen Kulturzentrum auf. 1592 wird das erste feste Theater im norddeutschen Raum gegründet und durch englische Berufsschauspieler mit Leben erfüllt. Die Musikgeschichte wird derweil durch John Dowland und durch die Hofkapellmeister Heinrich Schütz, Johann Rosenmüller und Michael Prätorius geprägt. 1609 wird eine der ältesten deutschen Zeitungen, “Aviso”, gegründet. Mit dem 1688 gegründeten Opernhaus wird Wolfenbüttel ein frühes Zentrum der Opernpflege und auch der Musikverlage.1572 wird der Grundstein für die herzogliche Bibliothek gelegt, ein Jahr später entsteht das Gymnasium “Große Schule”; an dieser wird 1663 die erste Deutsche Grammatik veröffentlicht. Reichtum und Glaubensstärke spiegeln der älteste Teil des Rathauses (1602) und die Haupt- und Bischofskirche “Beatae Mariae Virginis” (1608) wider.
       Rückschläge erfährt Wolfenbüttel durch die Glaubenskriege. 1542 wird die Residenz durch Truppen des Schmalkaldischen Bundes zerstört. Übertroffen wird diese Epoche nur durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Die Schlacht bei Luther am Barenberge im August 1626 ist der Anfangspunkt der Elendsjahre, als nämlich das 15 000 Mann starke Heer unter dem den dänischen König Christian IV dreißig Kilometer südwestlich von Wolfenbüttel geschlagen wird und als die Kaiserlichen unter Tilly, dem Oberkommandierenden der katholischen Liga, weiter nach Norden marschieren. 1627 fällt Wolfenbüttel mit „Wassergewalt“, als der Ort mittels des „Schwedendammes“ geflutet wird. Über zwei Meter hoch steht das Wasser in den Fachwerkgassen. Die Gefache der Wohnhäuser lösen sich auf bis schließlich nur noch 150 Bewohner in der Stadt verblieben sind. 1643 endet der Dreißigjährige Krieg mit dem Abzug der kaiserlichen Truppen und dem Einzug Herzogs August des Jüngeren - die Szene wird im Rahmen des Wolfenbüttler Stadtfestes alle zwei Jahre nachgestellt. Nach der Kriegsepoche änderte sich das Stadtbild: unter Baumeister Cornelius von Busch wird die Residenz-Befestigung ausgebaut, anstelle der Hofgärten am Mühlentor entsteht die Auguststadt und die Heinrichstadt wird im Osten durch die Bastion Corneliusberg gesichert.
           Mit der Eroberung Braunschweigs 1671 beginnt der schleichende Niedergang der Heinrichstadt. Er kann durch Errichtung des Waisenhauses (1698-1704), der Bibliotheksrotunde (1705-1713) und die einheitliche Gestaltung der Schlossfassade (1714-1716) nur noch verlangsamt werden. Vorbild für diese durch Fenster, Pilaster und langgestreckte Gesimsbänder gegliederte neue Fassade war Anton Ulrichs Schöpfung, das Lustschloss Salzdahlum. Dessen Sohn August Wilhelm setzt das Werk bis zu seiner Vollendung 1716 fort. Die barocke heutige “Trinitatiskirche” wird von 1716-1719 neu errichtet, 1747 wird die “Herzogliche Porzellanmanufaktur” gegründet, die später nach Fürstenberg/Weser ausgelagert wird. 1747 werden die Stadtteile Heinrichstadt, Neue Heinrichstadt, Auguststadt und das Vorwerk der späteren (seit 1897) Juliusstadt (unbefestigter Stadtteil jenseits der Oker im Osten) zur “Stadt Wolfenbüttel” vereinigt. Nach dem Tode von Herzog August Wilhelm wird 1732 die Verlagerung der Behörden nach Braunschweig eingeleitet, 1753 wird die Residenz endgültig verlegt. Die Überzahl der ehemaligen Hofbediensteten bleibt zurück und wird mit herzoglichem Gartenland entschädigt. Wolfenbüttel (Spitzname jetzt “Lumpenbüttel”) wird zur Gärtnerstadt - eine Entwicklung die die Gründung bedeutender Konservenfabriken ermöglicht.
         Um die Jahrhundertwende wird Wolfenbüttel zur “offenen Stadt” erklärt, die Befestigungswälle werden abgetragen und die Stadttore abgerissen. Der dabei entstehende Grüngürtel erhält Konturen durch Reste der ehemaligen Bastion “Carlsberg” (auf dem verbliebenen Hügel befindet sich heute das Parkhotel “Altes Kaffeehaus”) und einen elf Meter hoher Hügel direkt am Stadtgraben - ein Rest der Festung “Corneliusberg” (heute “Garnisonsberg”). Bei einem Spaziergang über Garnisonswall - Herzogtorwall - Rosenwall  - Schiffwall - Schulwall - Harztorwall lassen sich die Dimensionen der einst uneinnehmbaren Festung Wolfenbüttel noch heute nachvollziehen. Unter der Villa Seeliger befand sich früher der “Lindenberg”, am Leibnizhaus der “Finkenberg”, am Rosenwall  der “Joachimsberg” und an der Stelle der Strafvollzugsanstalt der Phillipsberg. Einige der alten Gewölbe sind auch erhalten: unter der Villa Seeliger, in einer Garage der Feuerwache, auf dem Gelände des Schlossgymnasiums und unter dem “Leibnizhaus” (Restaurant-Bereich).
         Bastion Philippsberg . Dieses zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1790 gemauerte Bauwerk im Nordosten der Residenzfestung war mit ihren Kasematten  frühzeitig nicht nur Lagerraum für Proviant, Munition und Kriegsgerät sowie Unterkunft für Soldaten, sondern sehr bald auch schon Militärgefängnis und Lazarett. Ab 1790 wurde das Gebäude mit seinen zum Teil meterdicken Mauern dann ein ziviles Gefängnis.

    In einem Gefängnis einsitzen zu müssen, zählt zu den Handlungen, zu denen sich der Normalbürger nicht gerade drängt. Wenn dann aber der Weg tatsächlich angetreten werden musste, dann umschrieb man diesen Weg gern liebevoll. Am gebräuchlichsten war die Redewendung „zum Vater Philipp gehen".

 

Kasematten am Schloss. Südlich vom Schloss, an der Grenze zum Seeliger-Park liegt, unmittelbar neben dem Gymnasium, durch Büsche, Bäume und Schlingpflanzen versteckt, eine gut erhaltene Kasematte. Vom Park aus selbst im Winter kaum als gemauerte Konstruktion erkennbar, zeigt sich ein imposantes Gewölbe. Der ca. 8 x 10 m große Innenraum, mit einer lichten Höhe von etwa 5,50 m (einstmals zweigeschossige Nutzung) gehört zu einer langen Reihe von gleichartig gemauerten Gewölben, die sich zwischen der Bastion "Lindenberg" (Seeliger-Villa) und der Bastion "Krokodilsberg" (Spinnerei-Parkplatz) unter dem Verteidigungswall erstreckten.

    Bei Freilegungsarbeiten der Kasematte unterhalb der Villa Seeliger fanden die Mitglieder der Festungsgruppe mehr als 4000 Kanonenkugeln und, darüberhinaus, Hinweise auf einen unterirdischen Hafen. Zwischen der unterirdischen Befestigungsanlage und der Oker könnte nach diesen Indizien eine Verbindung bestanden haben

 

 

Die Gründerjahre hinterlassen weitere Spuren in einer Reihe von Bauten wie dem “Herzoglichen Lehrerseminar” (Harztorwall), der “Großen Schule” (Rosenwall), der Bürgerschulen Wallstraße und Karlstraße und dem Theaterneubau (1909; seit 1929 “Lessingtheater”). Die beiden Weltkriege übersteht die Stadt relativ unbeschadet. Seit 1973 wird systematisch die Stadtsanierung vorangetrieben, die den Wert Wolfenbüttels als lebenswerte Stadt festigen soll. Abgeändert nach einem Artikel von Stephan Pinkert aus  der Wolfenbüttler Zeitung vom 22.05.2004

 

KH - Königreich HannoverHB - Herzogtum Braqunschweig

Alt-WOLFSBURG Im Hochmittelalter, zur Zeit also als sich in Norddeutschlad Territorialstaaten bildeten, war der Raum Wolfsburg hart umkämpft: hier stießen verschiedene Herrschaftsinteresse aufeinander
         Um 1300 begannen die Herren von Bartensleben in der Allerniederung mit dem Bau einer Burg. Ihr Wappentier, der Wolf, gab der Anlage ihren Namen. Die Ritter taktierten geschickt und sicherten sich dadurch ab, dass sie mit dem Erzbischof von Magdeburg im Jahr 1372 einen Lehensvertrag schlossen. Im Gegenzug leisteten sie Militärdienste. Es folgten Verträge mit den angrenzenden welfischen Herzogtümern.
         Als Bestandteil des Erzbistums Magdeburg gelangte Wolfsburg 1680 an das Kurfürstentum Brandenburg, einen Teil des späteren Königsreiches Preußen. Bis 1866 blieb es eine preußische Exklave zwischen den Territorien von Hannover und Braunschweig. Von 1574/75 an ließen die Herren von Bartensleben die mittelalterliche Burg zu einem Schloss umbauen. Bis 1622 entstand so um einen Innenhof ein vierflügeliger Bau mit vier Türmen. Der Renaissancebau befriedigte nicht nur das adelige Repräsentationsbedürfnis, sondern und wurde auch seiner militärischen Bedeutung gerecht.
         Das Schloss veränderte seine äußere Form mehrfach. 1840-42 entstand der baufällige Westflügel neu, Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die beiden Wassergräben zugeschüttet. Schließlich wurde ein streng geometrischer Barockgarten und ein Landschaftspark nach englischem Vorbild angelegt.

 

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